Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Göppingen 2008 - 2014"

Filsterrassen beim Christophsbad

Faurndauer Straße
73033 Göppingen

Architekten
Planstatt Senner Johann Senner Freier Landschaftsarchitekt BDLA Stuttgart
Bauherr
Stadt Göppingen
Fertigstellung
2014

Begründung der Jury
Die Filsterrassen bilden in ihrer Anlage einen abwechslungsreichen Aufenthaltsbereich. Durch die Stufen und die schuppenartigen Holzterrassen wird der obere Weg entlang der Fils geschickt mit dem Uferbereich verwoben. Die differenzierte Ausarbeitung der Sitzgelegenheiten bieten eine vielfältige Nutzung zum Sonnenbaden, Unterhalten und Spielen am Wasser. Insgesamt ist diese Anlage ein wertvoller Beitrag einer begehbaren Ufergestaltung. Eine kleine Aufgabe mit großer Wirkung.

Objektbeschreibung

Wasser in der Stadt erleben. Dieses Ziel verfolgt die Stadt Göppingen zusammen mit den Landschaftsarchitekten der Planstatt Senner mit der Gestaltung der Filsterrassen. Tatkräftig unterstützt wurde das Vorhaben vom Regierungspräsidium Stuttgart und dem Landratsamt.

Auf Höhe der ehemaligen Abfüllanlage der Göppinger Mineralquelle Christophsbad, süd-westlich der Göppinger Innenstadt, ermöglichte sich im Zuge der geplanten Neubaumaßnahmen der Kinder– und Jugendpsychiatrie Klinikum Christophsbad die einmalige Chance einen Zugang zur Fils mit attraktiver Aufenthaltsmöglichkeit zu schaffen. Das Leuchturmprojekt, welches im Rahmen des Masterplans Landschaftspark Filstal nun realisiert wurde, kombiniert die Revitalisierung des Filsufers auf einer Länge von 230 Metern mit der Naherholung für die Bürger und Gäste von Göppingen.

Durch die starke, industrielle Verbauung der Ufer war die Fils in Göppingen bis vor kurzem nur noch als ein nicht erlebbarer und begradigter Fluss wahrnehmbar. Im Bereich Christophsbad konnte nun mittels einer Aufweitung und Renaturierung ein naturnaher und erlebbarer Flussabschnitt geschaffen werden, der zugleich zu einer Verbesserung des Hochwasserschutzes beiträgt.
Mit dem Verschwenk des Gewässerverlaufes um ca. sechs Meter in Richtung Süden erhielt die Fils flachere Böschungen mit ökologischen Ufersicherungen. Autochthone Pflanzen, Buhnen und Störsteine bilden unter anderem die Grundlage für eine Verbesserung der ökologischen Gewässerstruktur. Die entstandenen Vegetationsräume lassen eine natürliche Entwicklung der Filsufer zu.

Die weniger attraktive, aus senkrechten Beton- und Gebäudewänden bestehende, rechte Uferseite wurde über Anschüttungen aus erddurchsetztem, kiesigem Material abgeböscht und mit standortgerechten Gehölzpflanzungen kaschiert.

Auf der einst verbauten linken Uferseite erstreckt sich nun ein erlebbarer, abgeflachter Uferbereich. Die Öffnung des Ufers bietet Groß und Klein die Möglichkeit zum Spielen am Wasser. Die regional bedeutsame südliche Filstalradroute erhält durch den neuen Geländeverlauf einen auf drei Meter breiten ausgebauten, befestigten und mit Linden gesäumten Weg. Ein Fußweg zweigt vom Radweg ab und bindet die Filsterrassen an. Großzügige Rasenstufen führen herunter an die Fils. Am Wasser befindet sich eine kleine, befestigte Plattform aus Jurakalkstein auf der man flanieren oder sitzend die Füße im Wasser baumeln lassen kann. Teilweise werden die Rasenstufen durch flache Rasenböschungen aufgebrochen, die zum Sonnen einladen oder mit Stauden- und Gräserbändern ergänzt. Das Hauptaugenmerk der Filsterrassen bilden große, stromlinienförmig angeordnete Holzdecks. Die Decks aus Lärchenholz laden zum Ausruhen und Verweilen am Fluss ein und dienen als Treffpunkt für Jung und Alt.

Am 21.05.2014 wurde der neu geschaffene Grünraum der Öffentlichkeit bei einem Festakt übergeben.

Die Filsterrassen sind der erste Schritt die Fils wieder in der Stadt Göppingen erlebbar zu machen.

Fotos
Architekten; Luftbild: Achim Mende

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