Auf dem Areal der Caritas Hochrhein in Waldshut-Tiengen, Stadtteil Gurtweil, steht der Neubau für die Förder- und Betreuungsgruppen.
Das Haus ist eingebettet in die parkähnlich gestalteten Freiflächen und steht in Korrespondenz zur vorhandenen Bebauung und zum historischen Gurtweiler Schloss. Grundlage und Entscheidungshilfe für die Wahl des Standorts des Neubaus war die vorgeschaltete Masterplanung, das gesamte Areal wurde in Bezug auf anstehende Baumassnahmen untersucht.
Im Zuge des Neubaus wurden die angrenzenden, vorhandenen Freiflächen umgestaltet, neu organisiert und aufgewertet.
Das Gebäude selbst steht am Rand des bebauten Bereichs und bildet den Abschluss der Bebauung Richtung Süden.
Das Haus "Förder- und Betreuungsgruppe" ist eingeschossig und selbstverständlich barrierefrei gebaut. In den drei nach Süden orientierten Gruppenräumen werden je sechs schwer-mehrfachbehinderte Menschen intensiv betreut und gefördert. Jedem Gruppenraum zugeordnet ist ein Ruheraum und eine Küche. Die Gruppenräume liegen nebeneinander und sind durch einen zentralen Erschließungsraum miteinander verbunden, sodass möglichst viele Kontakte zwischen den Mitgliedern der Gruppen und den Mitarbeitern entstehen können. Nördlich des Flurs liegen die zur Betreuung notwendigen Nebenräume wie Pflegebad, Gymnastikraum, Snozzelraum, die Toilettenanlagen und der Personalbereich.
Grundprinzip der Planung war, für jeden zu Betreuenden und jede Gruppe gleiche, optimale Bedingungen zu schaffen, und durch die Gebäudestruktur die Orientierung im Haus möglichst einfach und überschaubar zu gestalten.
Wichtig war auch den Außenbereich in die Gruppenräume hineinwirken zu lassen, sodass der Freibereich für den wenig mobilen behinderten Mitmenschen jederzeit erlebbar ist. Die im Süden vorgelagerte Terrasse und der behindertengerecht gestaltete Gartenbereich laden zum Verweilen ein.
Im inneren des Gebäudes bestimmen Holz, Sichtbeton und weiße Decken das Erscheinungsbild, die großzügigen Verglasungen ermöglichen lichtdurchflutete Räume. Die hinterlüftete Fassade ist mit Sperrholz und Faserzement verkleidet, zusammen mit der gewählten Gebäudeform entsteht ein eigenständiger, ruhiger Baukörper.
Das Gebäude ist energietechnisch an die bestehende Heizungsanlage angeschlossen. Zur Zeit laufen Untersuchungen, die Energieversorgung des Gesamtareals der Caritaswerkstätten neu zu strukturieren, in erster Linie mit der Maßgabe regenerative Quellen einzusetzen. Das Flachdach ist begrünt, das Dachwasser sowie alle Oberflächenwässer der Wege und Plätze werden einer Regenwasserrückhaltung und nachfolgend einer Versickerung zugeführt.
Das weitläufige Gelände der Caritas lädt zum Spazieren und Verweilen ein. Entlang der neu gestalteten Wege wurde im Frühjahr 2008 ein Kreuzweg errichtet, von behinderten und nicht behinderten "Künstlern" aus Gurtweil gestaltet, wird der Leidensweg Christi in 15 Plastiken dargestellt. Die Stelen aus farblos lackiertem Stahlblech sind schlicht und zurückhaltend, bieten jedoch als Ensemble den Rahmen für den "Integrativen Kreuzweg Gurtweil".
Der Weg dient vielen zur Meditation und zum Gebet. "Gläubige, behinderte und nicht behinderte Menschen haben so eine leicht zugängliche Möglichkeit erhalten, den letzten Gang des Herrn nachzugehen, um so Sorgen, Nöte, Ängste und Probleme abladen zu können."
Der Kreuzweg wurde initiiert von der Pfarrgemeinde St. Simon und Judas Thaddäus, der Ortschaft Gurtweil und den Caritaswerkstätten Hochrhein und ist inzwischen eine Bereicherung für Gurtweil und die Gesamtanlage der Caritas.

Carmen Mundorff
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