Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Freudenstadt und Calw 2003 - 2010"

Ein Familienhaus

Ziegelbergweg 9
72202 Nagold

Architekt:
Architektur | Hansulrich Benz Weissach
Bauherr:
Barbara Benz, Nagold
Begründung der Jury:
Das Wohnhaus besticht durch strenge Gliederung der Baukörper, wobei die innere Zonierung außen gut ablesbar ist. Die drei Baukörper fügen sich gekonnt und angenehm proportioniert in das fallende Gelände ein. Die Lichtführung im Bereich des Zwischentrakts ist ebenso überzeugend wie die Beschränkung auf wenige Materialien. Sehr konsequent findet sich der Sichtbeton der Außenfassade auch als Oberfläche der Innenwände wieder.

Objektbeschreibung:

EIN FAMILIENHAUS

Lage
Das Grundstück liegt auf einem Ausläufer des Schleh- und Heckengäus über Nagold mit einem weiten Blick in den Schwarzwald.

Kubatur
Das Gebäude entwickelt sich stufenweise als Dreibund aus dem fallenden Gelände und gliedert sich in drei Baukörper:
1. Die privaten Räume, die in einem eingeschossigen Baukörper über der absinkenden Landschaft schweben (Cocon).
2. Die Erschließungs- und Servicespange, die die Landschaft an das Gebäude bindet (Brücke).
3. Der für Besucher offene, zweigeschossigen Baukörper, der in einem Mäander die tiefer liegende Geländeebene mit dem obenliegenden Wohnbereich verwebt (Plattformen).

Nutzung und Raumprogramm
Ziel dieses Entwurfes war es, ein Gebäude zu konzipieren, das neben den täglichen multiplen Wohn- und Organisationsaufgaben auch die wandelnden Bedürfnisse der Bewohner über die Jahre hinweg berücksichtigt.
Auf folgende Funktionen wurde das Gebäude ausgerichtet:

  • den vier Kindern gleichwertige Zimmer als Rückzugsbereiche zur Verfügung zu stellen,
  • den Eltern einen eigenständigen Bereich zu gewähren,
  • einen großzügigen Wohn- und Essbereich für die Familie zu schaffen,
  • einen separaten Spielbereich für die Kinder und deren Freunde,
  • Gästen temporär einen eigenen Bereich zu überlassen,
  • ein Büro, das von geschäftlichen Besuchern aufgesucht werden kann, ohne in die Wohnung eintreten zu müssen.

Folgende Anforderungen können zukünftig erfüllt werden:

  • den Großeltern einen Wohnraum zu bieten, falls diese gebrechlich werden, bzw. Wohnraum zu reduzieren und zu vermieten, wenn die Kinder erwachsen werden. (Bereich Untergeschoss - Spielen | Gastraum | Bad)
  • Zusätzlich einen eigenständigen Rückzugsbereich für Betreuer schaffen zu können, sofern im weit fortgeschrittenen Alter eine Altersbetreuung notwendig sein sollte. (Bereich Erdgeschoss - zwei Kinderzimmer/Kinderbad

Materialwahl
Drei Materialien prägen im Wesentlichen das Erscheinungsbild des Gebäudes: Beton – Holz – Glas
Der Sichtbeton bildet die tragende Struktur, symbolisiert Schutz und Stärke. Die Holzlamellen begrenzen die Raumzonen und vermitteln Wärme und Geborgenheit. Die Glasfassaden und –türen öffnen die Räume für Licht und Durchblicke, erwecken Neugierde und symbolisieren in den Sanitärbereichen Rein- und Klarheit.

Organisation Hauswirtschaft
Um ein optimales Hauswirtschaften zu ermöglichen, wurden alle Räume für die Bewirtschaftung um den zentralen Treppenkern angeordnet. Diese sind im Erdgeschoss: Ankleide, Wäscheraum und Wäscheabwurf, Garderobe und Küche. Im Untergeschoss: Hauswirtschaftsraum und Vorratsräume. Die Ver- und Entsorgung des Gebäudes erfolgt über die Garage, von der aus die Vorratsräume beliefert werden und ein separater Müllraum begangen werden kann.

Intelligente Architektur
Die Gebäudetechnik ist komplett mit interaktiver Regeltechnik ausgestattet. Ein digitales Steuerungspaneel bildet das zentrale Bedienelement, dieses kann auch extern (z.B. über Mobiltelefon) gesteuert und kontrolliert werden. Die Kernfunktionen umfassen:

  • die natürliche Entlüftung und Beschattung durch Jalousien
  • die Überwachung der Türen, Fenster und der Brandmelder
  • die Steuerung der Wärmepumpe (Heizen und Kühlen)
  • Anzeigen von Nachrichten, Mails, Tipps, etc.
  • Abrufen von Nachrichten z.B. Wetter, Verkehr, etc.

Haustechnik/Ökologie
Zwei Bohrungen von je 100 m in das Erdinnere liefern die nötige Energie für die Wärmepumpe. Das Gebäude wird ausschließlich über eine flächendeckende Fußbodenheizung erwärmt. Positiver Nebeneffekt: In heißen Sommern kann man die Fußbodenheizung auch zum Kühlen benutzen.

Retention
Das Regenwasser wird in einem offenen Retentionsbecken unter den Schlafräumen gesammelt. Dieses dient als Wasserspender für die Gartenbewässerung, schützt vor offenem Zugang zu den Schlafräumen und kühlt im Sommer die Luft durch Verdunstung.

Fotograf:
Victor S. Brigola (2)
Kai Loges (1)
Friedemann Rieker (3,4,5)

Zurück zur Suchseite

19.04.2011

Ihre Ansprechpartner

Carmen Mundorff

Carmen Mundorff
Architektur und Medien
Tel: 0711 / 2196-140
Fax: 0711 / 2196-201
mundorff spamgeschützt @ spamgeschützt akbw.de

Jutta Ellwanger

Jutta Ellwanger
Architektur und Medien
Tel: 0711 / 2196-142
Fax: 0711 / 2196-201
ellwanger spamgeschützt @ spamgeschützt akbw.de

Dr. Marc Hirschfell

Dr. Marc Hirschfell
Architektur und Medien
Tel: 0711 / 2196-117
Fax: 0711 / 2196-201
hirschfell spamgeschützt @ spamgeschützt akbw.de

Alles zum Beispielhaften Bauen


Aktuelle Ergebnisse in Kurzform, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.

mehr

Vorschau 2012 für Beispielhaftes Bauen


Im Jahr 2012 finden wieder sechs Auszeichnungsverfahren in Baden-Württemberg statt.

mehr

IFBau Fortbildungsprogramm


Seminar-Suche

mehr

Auslobung Dr. Ursula Broermann-Preis 2012

Auslobung Dr. Ursula Broermann-Preis 2012

In diesem Jahr lobt die Architektenkammer Baden-Württemberg und der Dachverband Integratives Planen und Bauen e.V. (DIPB) den Dr. Ursula ... mehr

Keine kurzlebigen Moden

Keine kurzlebigen Moden

Architekturinteressierte haben die Wahl zwischen 41 verschiedenen Touren im Land. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, raten wir zu ... mehr

Tag der Architektur

Tag der Architektur

Architektur hautnah erleben - das können  Architekturinteressierte bei kostenlosen und fachkundig ... mehr

Auslobung Beispielhaftes Bauen Bodenseekreis 2006-2012

Auslobung Beispielhaftes Bauen Bodenseekreis 2006-2012

Auf der Suche nach beispielhafter Alltagsarchitektur führt die Architektenkammer das Auszeichnungsverfahren Beispielhaftes Bauen zusammen ... mehr

Auslobung Beispielhaftes Bauen Landkreis Lörrach 2003-2012

Auslobung Beispielhaftes Bauen Landkreis Lörrach 2003-2012

Bis zum 25. Juni 2012 können Sie beim Auszeichnungsverfahren Beispielhaftes Bauen mitmachen und Ihre Arbeiten im ... mehr

sonstige Veranstaltungen

01.03.2012 - 20.05.2012 | München
John Pawson

02.03.2012 - 28.05.2012 | Ulm
Hans-Dieter Schaal: Denkgebäude (mit Mond)

03.03.2012 - 26.08.2012 | Riegel am Kaiserstuhl
Le Corbusier & André Evard. Vom Jugendstil zur Moderne