Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Pforzheim und Enzkreis 1995 - 2004"

Einfamilienhaus

Gründeltorstraße 5a
75236 Kämpfelbach-Ersingen

Architekt:
Nicole Hemminger, Pforzheim
Bauherr:
Sabine Altmann-Karst, Rainer Altmann, Kämpfelbach-Ersingen
Begründung der Jury:
Das Passivhaus zeigt eine gelungene bauliche Lösung auf kleinstem Raum. Sein wohlüberlegter Grundriss ermöglicht die optimale Ausnutzung der Flächen, wie etwa durch die Galerie, die alle Schlafzimmer des Obergeschosses erschließt. Sympathisch erscheinen die schlicht gestalteten Details wie die Abgrenzung der Treppe zum Wohnraum. Äußere Schiebeläden vermitteln den Eindruck einer homogenen Fassade. Die einfache und mit zurückgenommenen Materialien gestaltete Gebäudeform ist für Passivhäuser nicht selbstverständlich und fügt sich angenehm in die Umgebung ein.

Objektbeschreibung:

Gundstücksgröße: 430 qm
Wohnfläche: 140 qm
Nutzfläche: 78 qm
Bruttorauminhalt: 948 cbm

Lage
Ersingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Kämpfelbach benannt nach dem gleichnamigen Bach. Am Rande des Kraichgauer Hügellandes und nördlichen Schwarzwald gelegen, ca. 10 km von Pforzheim und 20 km von Karlsruhe entfernt. Das 430 qm große Grundstück befindet sich im Talboden des Kämpfelbaches fußläufig von der Ortskern und S-Bahn entfernt, in gewachsenem Umfeld, das früher aus Gemüsegärten bestand, heute jedoch überwiegend von Wohnhäusern der 70er Jahre geprägt wird.

Städtebauliches Konzept/Gebäudetypus
Beidseitig wird das Restgrundstück von grenzständiger Nachbargarage bzw. -carport flankiert. Mit Carport und Abstellraum wird deshalb direkt an die südöstlichen Nachbargebäude angeschlossen. Eine Sichtbetonmauer trennt den Carport und den 3 Stufen höher gelegenen Garten. Einsicht ist nicht möglich, Aussicht hingegen schon. Die Ansicht des Giebels und die Dachneigung erinnern an ortstypische Fachwerkhäuser.

Energiekonzept
Trotz der Abweichung der Längsfassade von der reinen Südausrichtung wird der Passivhausstandard erreicht. Beheizt wird mittels kontrollierter Lüftung und der Restwärmebedarf wird durch einen Holzpelletofen gedeckt. Nachträglich wurden zusätzlich Heizkörper eingebaut. Die Warmwasserbereitung wird von thermischen Kollektoren unterstützt, der Strom aus der Photovoltaikanlage wird ins Netz eingespeist.

Konstruktion/Materialien
Über dem als wasserdichte Wanne ausgebildeten Untergeschoss wurde mit Doppelstegträgern die Holzkonstruktion errichtet. Die 35 cm breiten Wand- und 42 cm hohen Dachträger wurden mit Zellulose wärmegedämmt. Die Fassade wurde mit rhombenförmigen Lärcheleisten bekleidet.
Das Terrassenholzdeck wurde mit 55 mm dicken Bohlen mit Entlastungsnuten belegt, die Fugen zwischen den Bohlen bilden die untere Führung für den Sonnenschutz. Sonnenschutz sind raum- bzw. fensterhohe Schiebeläden, die im Schlafbereich zur Verdunkelung innen mit einer geschlossenen Platte beplankt sind. Im Erdgeschoss ermöglichen die Fugen zwischen den Leisten der Schiebeläden Ausblicke nach außen und eine ausreichende Belichtung an heißen Sommertagen. Ein vorgelagerter Bereich mit Balkon im Südwesten schützt vor Witterung, an der Westecke entsteht ein loggienartiger "Trockenraum".
Im gesamten Haus prägen der Massivholzboden aus Kirschbaumholz und die Farbe Weiß durchgängig die Räume. Hinter Kirschbaumlamellen führt die Treppe vom Erd- in das Dachgeschoss, so bietet der Allraum viel Platz zum Essen, Wohnen und Feiern.
Bei Bedarf können die Schlafräume im Dachgeschoss durch eine multifunktionale Empore direkt unter der Dachschräge um 6 qm vergrößert werden.


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19.04.2011

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