Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Schwäbisch Hall 2001 - 2007"

Lise-Meitner-Gymnasium

Bürgermeister-Demuth-Allee 4
74564 Crailsheim

Architekt:
Werkgemeinschaft HHK Peter Heyd, Markus Höninger, Mathias Kotz Stuttgart
Bauherr:
Stadt Crailsheim, vertreten durch, Bürgermeister Herbert Holl
Begründung der Jury:
Zusammen mit einer Mehrzweckhalle als Nachbarin steht das Gymnasium als klar gegliederter Solitär und fertiger Orientierungspunkt in einem Konversionsgelände und beherrscht dort die Szenerie. Da tut die unaufgeregte Komposition des Baukörpers nur gut. Die zweizügige Schule überzeugt auch im Innern mit ihrer eindeutig zuordnenden Systematik von Fachräumen, Verwaltung und Lehrerzimmern einerseits und Klassenräumen andererseits. Die großzügig und multifunktional nutzbare Innenhalle als verbindendes Element sorgt für angenehme Lichtverhältnisse und damit letztlich für ruhige Unaufgeregtheit an diesem beispielhaften ‘Ort des Lernens’.

Objektbeschreibung:

Das Lise-Meitner-Gymnasium stellt nach der Hirtenwiesenhalle den zweiten Bauabschnitt des neuen Crailsheimer Schulzentrums dar.

Konsequent wird das städtebauliche Motiv des weiß verputzten Längsriegels, an den sich das mit Faserzementplatten bekleidete Hauptvolumen mit Hilfe einer gläsernen Zwischenspange angliedert, fortgeführt. Die grüne Sporthalle erhält in Form der roten Schule ihr formales und nutzungsbedingtes Gegenüber.

Die Längsrichtung der sich scheinbar im "Fluss" befindenden Schulanlage wird zusätzlich verstärkt durch den gezielten Einsatz landschaftsarchitektonischer Elemente wie Holzdecks, Sitzriegel, Grüntreppen und nicht zuletzt durch Umhausungen für Zweiräder und Müllbehälter sowie die Überdachungen an den beiden Bushaltestellen.

Das Gymnasium stellt in seinem jetzigen Ausbaustadium den Typus einer zweizügigen Schule dar. Die städtebauliche Ausrichtung ermöglicht eine künftige Erweiterung um zwei weitere Züge in Richtung Osten.

Sämtliche Klassenräume sind in dem dreigeschossigen Längsriegel untergebracht. Die Schulbibliothek mit eingezogener Galerie für Schülerarbeitsplätze stülpt sich wie eine Schublade aus Sichtbeton vor die Flucht der Südfassade und ermöglicht einen Ausblick auf das Schul- und Sportgelände.

Eine durchgehende Glasspange stellt die Trennung zum Hauptbaukörper her und nimmt zwei offene, einläufige Treppen auf, welche eine übersichtliche Vertikalerschließung des Gebäudes gewährleisten.

In dem zweigeschossigen Hauptgebäude befinden sich nach Westen zum Vorplatz und nach Osten zum Schulhof jeweils ein Zugang. Von hier aus betritt man den luftigen, begrünten Eingangs- und Aulabereich, um welchen sich im Erdgeschoss die Verwaltungs- und Mehrzweckbereiche gruppieren, während die Fachunterrichtsräume der umlaufenden Galerie im Obergeschoss folgen.

Durch den halbgeschossigen Höhenversatz zwischen der Eingangsebene und dem Klassenriegel wird auf die abfallende Topografie reagiert und gleichzeitig eine innenräumliche Situation geschaffen, welche durch zahlreiche Blickbeziehungen zwischen den Ebenen eine Orientierung innerhalb des Gebäudes auch für Neuankömmlinge vereinfacht.

Eine auf dem Dach positionierte Lüftungszentrale mit Wärmerückgewinnung verteilt die Frischluft über mit Kollektordächern gedeckte Installationsgänge in die Unterrichtsräume. Ein bewusst offen gestalteter Grundriss erlaubt anschließend die Überströmung der Luft in die Aula zur Absaugung ohne den aufwendigen Einsatz von Lüftungsleitungen.

Bewusst gesetzte Oberlichter schaffen eine angenehme Lichtatmosphäre und verleihen der Tragstruktur aus sichtbar belassenem Stahlbeton bei entsprechendem Tageslichteinfall eine gewisse Leichtigkeit. In Ergänzung mit Schlossereinbauten, Bodenbelägen aus gebürstetem Juramarmor und Linoleum, Türen aus Ahorn, sowie farbig lasierten oder mit Schriftmotiven bemalten Wänden entstehen natürliche, robuste Oberflächen und abwechslungsreiche Erlebnisräume.

Fotograf:
Dietmar Strauß

Zurück zur Suchseite

19.04.2011

Ihre Ansprechpartner

Carmen Mundorff

Carmen Mundorff
Architektur und Medien
Tel: 0711 / 2196-140
Fax: 0711 / 2196-201
mundorff spamgeschützt @ spamgeschützt akbw.de

Jutta Ellwanger

Jutta Ellwanger
Architektur und Medien
Tel: 0711 / 2196-142
Fax: 0711 / 2196-201
ellwanger spamgeschützt @ spamgeschützt akbw.de

Dr. Marc Hirschfell

Dr. Marc Hirschfell
Architektur und Medien
Tel: 0711 / 2196-117
Fax: 0711 / 2196-201
hirschfell spamgeschützt @ spamgeschützt akbw.de

Alles zum Beispielhaften Bauen


Aktuelle Ergebnisse in Kurzform, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.

mehr

Vorschau 2012 für Beispielhaftes Bauen


Im Jahr 2012 finden wieder sechs Auszeichnungsverfahren in Baden-Württemberg statt.

mehr

IFBau Fortbildungsprogramm


Seminar-Suche

mehr

Auslobung Dr. Ursula Broermann-Preis 2012

Auslobung Dr. Ursula Broermann-Preis 2012

In diesem Jahr lobt die Architektenkammer Baden-Württemberg und der Dachverband Integratives Planen und Bauen e.V. (DIPB) den Dr. Ursula ... mehr

Keine kurzlebigen Moden

Keine kurzlebigen Moden

Architekturinteressierte haben die Wahl zwischen 41 verschiedenen Touren im Land. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, raten wir zu ... mehr

Tag der Architektur

Tag der Architektur

Architektur hautnah erleben - das können  Architekturinteressierte bei kostenlosen und fachkundig ... mehr

Auslobung Beispielhaftes Bauen Bodenseekreis 2006-2012

Auslobung Beispielhaftes Bauen Bodenseekreis 2006-2012

Auf der Suche nach beispielhafter Alltagsarchitektur führt die Architektenkammer das Auszeichnungsverfahren Beispielhaftes Bauen zusammen ... mehr

Auslobung Beispielhaftes Bauen Landkreis Lörrach 2003-2012

Auslobung Beispielhaftes Bauen Landkreis Lörrach 2003-2012

Bis zum 25. Juni 2012 können Sie beim Auszeichnungsverfahren Beispielhaftes Bauen mitmachen und Ihre Arbeiten im ... mehr

sonstige Veranstaltungen

01.03.2012 - 20.05.2012 | München
John Pawson

02.03.2012 - 28.05.2012 | Ulm
Hans-Dieter Schaal: Denkgebäude (mit Mond)

03.03.2012 - 26.08.2012 | Riegel am Kaiserstuhl
Le Corbusier & André Evard. Vom Jugendstil zur Moderne