Für die Stadtsanierung im Stadtteil Freistett wurde 1998 ein Architektenwettbewerb für die Rathaus- und Marktplatzgestaltung ausgeschrieben.
Bei der Beurteilung des Preisgerichts zum Entwurf des ersten Preisträgers wurde vermerkt, dass "der Entwurf sich durch ein eindeutiges städtebauliches Konzept auszeichnet, den Ort zu einem kleinen Zentrum weiterentwickelt, die Maßstäblichkeit der Umgebung aufnimmt und den Raum klar, definiert. Es entsteht ein Platz, der in seinen Dimensionen sehr ausgewogen ist und zum Einkaufen, Treffen und Verweilen einlädt."
Nachdem im Jahre 2005 die Rathaus- und Kirchplatzgestaltung durchgeführt und abgeschlossen wurde, wurde die Vorentwurfsplanung für die Neugestaltung des Marktplatzes ausgearbeitet. Eine ursprünglich dabei vorgesehene Wohn-und Geschäftshausbebauung als rückwärtige Platzbegrenzung ließ sich mangels Investoreninteresse nicht realisieren.
Um der zudem durch außerhalb des Zentrums angesiedelte Discounter und Großmärkte bereits geschwächten Ortsmitte einen städtebaulichen Impuls zu verschaffen, entstand die Idee einer offenen Markthalle.
Sie dient vorrangig dem stets freitags stattfindenden Wochenmarkt als Sonnen- und Wetterschutz. Sie wird aber auch Vereinen, sozialen Einrichtungen und Kulturschaffenden für Veranstaltungen und Aufführungen zur Verfügung stehen.
Die Gestaltung des Platzes ist naturgemäß vorrangig von der o.g. Nutzung bestimmt. Das bedeutet vermehrt befestigte Flächen für die Marktbetreiber mit ihren Fahrzeugen. Auch mit der Großzügigkeit und der weitgehenden Mulifunktionalität dieser Flächen im Gegensatz z.B. zur Differenziertheit des ebenfalls neu gestalteten Rathausplatzes wird dieser Nutzung entsprochen.
Durch die Verlagerung des Marktes nach Norden und die notwendigen Parkierungsflächen in die Randbereiche entsteht zur Rheinstraße hin ein offener, sparsam möblierter Begegnungsraum, der durch den alten Lindenbestand gerahmt und durch die dahinterliegende Markthalle in Szene gesetzt wird. Des nachts geschieht dies auf eine besonders schöne Weise.
Den Abschluss der Stadtsanierung wird eine Lindenkette entlang der Rheinstraße bis hin zum Rathausplatz bilden und damit eine optische Zusammenbindung der beiden Plätze - geistig, kulturelles Zentrum und Geschäftszentrum - sichtbar machen.
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