Städtebau
Die Kirche befindet sich in der Nähe der Innenstadt, auf einem Eckgrundstück, das südlich an die Goethestraße mit zweigeschossiger Wohnbebauung, westlich an die vielbefahrene Lindachstraße mit Mischbebauung und östlich an den Meisterweg -
einen Fuß- und Fahrradweg - unmittelbar neben der Waldach, angrenzt.
Das klar strukturierte Gebäude gliedert sich in drei Bereiche:
Konzeption/Funktion
Die aus dem Städtebau entwickelte Baukörperstruktur entspricht auch der Wertigkeit der Raumfunktionen.
Der Kirchensaal mit seiner massiven Gebäudehülle aus zwei zueinander versetzten Halbkreisen mit je 19,50 m Durchmesser, die höhenmäßig versetzt sind bildet einen würdigen Rahmen für die innere Einkehr und Sammlung der bis zu 250 Kirchenbesucher und vermittelt Geborgenheit. Die Lenkung des Tageslichtes im Innenraum führt zum Altar hin und unterstreicht dessen Bedeutung.
Über dem an der Rückseite des Saales angeorderten Eltern–Kind–Raum befindet sich eine Orgelempore mit einer Pfeifenorgel der Firma Offner aus Kissing, deren 2 Prospekte proportional zu der gestaffelten Raumhöhe des Saales versetzt sind.
Die Nebenräume sind diskret in einem lang gestreckten massiven Baukörper untergebracht. Die beiden hier zentral gelegenen Unterrichtsräume können durch Faltschiebewände mit dem Foyer verbunden werden, so dass sich eine großzügige, zusammenhängende Multifunktionalfläche für die verschiedenen Veranstaltungen der Kirchengemeinde ergibt.
Das offene, einladende Foyer wirkt als transparentes Bindeglied zwischen dem Saal und den Nebenräumen. Es korrespondiert durch seine großzügige Verglasung sowohl mit dem südlich gelegenen Kirchplatz als auch der nördlich liegenden Umgebung der Waldach–Aue.
Gestaltung/Konstruktion
Die Gestaltung folgt konsequent den städtebaulichen Anforderungen und Nutzungsinhalten.
So ist die Innenraumwirkung im rundförmigen Saal durch den hellen Streichputz an den Wänden und den glatten GK.- Decken ruhig und zurückhaltend. Die von Kurt Entenmann aus Korb künstlerisch gestalteten Bleiverglasungen an den hohen schmalen Lochfenstern steigern die sakrale Raumwirkung. Der Bodenbelag aus Hochkantlamellen-Parkett in Roteiche und der in Nussbaumholz gestaltete Altar vermitteln eine "warme" Atmosphäre.
Die Oberflächen in dem Langbau der Nebenräume sind entsprechend dem Saal gestaltet, wobei hier große liegende Fensterbänder in den Unterrichtsräumen für eine optimale Belichtung sorgen.
Die Außenwände der Massivbaukörper sind mit einem hell getönten Wärmedämmputz überzogen.
Im Gegensatz dazu sind im Stahl–Skelettbau des Foyers sämtliche Außenwände als Glaselemente in Alu–Pfosten–Riegelbauweise ausgeführt. Der Bodenbelag aus großformatigen grauen Naturstein–Platten verbindet sich hier mit dem Belag des Kirchplatzes und markiert die Wegeführung im Gebäude. Die offene und transparente Gestaltung im Kontrast zu den kubischen Baukörpern der Saales und der Funktionsräume wirkt heiter und einladend.
Stuttgart, im August 2010
Fotograf:
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Dr. Marc Hirschfell
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