Ausgangssituation
Wie viele andere historische Plätze, so wurde auch der Schlossplatz im Zuge der autogerechten Umgestaltung von Innenstädten im 20. Jahrhundert zu einem Parkplatz umfunktioniert und büßte damit seine Bedeutung als prägende öffentliche Fläche ein.
Leitgedanke beim Umbau war daher die Aufwertung des Platzes zu einem attraktiven Aufenthaltsbereich und somit auch die Stärkung der Innenstadt als beliebter Wohn- und Geschäftsstandort. Die städtebaulichen Voraussetzungen waren auf Grund der stimmigen Proportionen der vorhandenen platzbegrenzenden Bebauung gegeben. Auch die Nutzungsmischung im unmittelbaren Umfeld mit Einzelhandelsgeschäften, Dienstleistern und Wohnen bot einen guten Rahmen.
Einheitliche ruhige Platzgestaltung
Um die Einheit des ehemals getrennten Platzes zu betonen, wurde die gesamte Fläche über die Markstraße hinweg mit einem Granitbogenpflaster befestigt. Als Rahmen kamen in den Randbereichen Porphyrplatten zum Einsatz. Damit durchschneidet die Marktstraße optisch nicht mehr den Platz.
Wasser als belebendes Element
Bestimmendes Element ist das Wasserbecken parallel zur südlichen Platzkante, das an dieser Stelle Bezug auf den mittelalterlichen Wassergraben der ehemaligen Tiefburg nimmt. Zur besseren Erreichbarkeit von Schaufenstern und Eingängen ist das Becken unterbrochen bzw. wird von einem Stahl-Holzsteg überspannt. Eine unterirdische Zisterne sorgt für die Wasserversorgung. Das Becken ist mit seiner geringen Tiefe ein beliebter Spielpunkt für Kinder.
Pavillon als Platzmöblierung
Eine anfangs viel diskutierte Besonderheit ist der Imbisspavillon im nördlichen Bereich des Platzes. Er ersetzt einen mobilen Imbisswagen und interpretiert das Thema Imbissstand als Stahl-Glas-Pavillon in zeitgemäßer Architektursprache. Der nachts von innen beleuchtete Glaskubus wird zum Möbelstück auf dem Platz und korrespondiert mit der ähnlich gestalteten Möblierung und Beleuchtung.
Eine bestehende Platane und sechs kleinkronige Bäume sorgen im Sommer für Schatten. Zwei Skulpturen aus Sandstein und Stahl betonen die Längsachse.
Der 2.200 qm große Platz wurde im Juni 2001 fertiggestellt. Die Kosten beliefen sich auf 1,1 Mio DM.
Fazit
Der Platz ist belebt und wird rege genutzt. Zahlreiche Veranstaltungen wie Kinderfeste oder der wöchentliche Bauernmarkt können auch auf Grund der gut funktionierenden Infrastruktur (versenkbare Installationssysteme) problemlos durchgeführt werden. Die Zugkraft des neuen attraktiven Platzes wiegt den anfangs von einigen Gewerbetreibenden kritisierten Verlust an Parkplätzen mehr als auf.

Carmen Mundorff
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