Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Ravensburg 2003 - 2010"

Offene Ganztagesschule

Boschstraße 1
88255 Baindt

Architekt:
Josef Prinz Baindt Projektleiter: Sascha Mildenberger
Bauherr:
Gemeinde Baindt
Begründung der Jury:
Bereits der verglaste Zugang besticht, und der lichte Essraum der Ganztagesschule überzeugt durch seine klare Funktionalität, die unprätentiöse Materialwahl und heitere Farbigkeit. Der Versorgungsblock an der linken Seite öffnet sich mit einer breiten Ausgabetheke einladend zum Raum. Einfach und gut gelöst erscheint die Aufteilung des mittigen großen Raumrechtecks in die Mensa und, getrennt durch eine raumhohe Falttür, in einen Vortrags- oder Theaterraum mit Bühne und professioneller Akustikausstattung. Spürbar teilt sich die hohe Akzeptanz mit, die der Raum bei den Schülern und Lehrern genießt; dafür spricht u. a. die hohe Auslastung beim Essensangebot oder bei musischen Aktivitäten. Im neu gestalteten Außenbereich verklammert der Neubau die älteren Bauteile und bildet ein etwas tiefer gelegtes Zentrum, das sich dem Ganzen einfügt, ohne es zu dominieren.

Objektbeschreibung:

Das Grundstück für den Gebäudeneubau liegt auf dem Gelände des ehemaligen Schulgartens der Grund-, Haupt- und Werkrealschule Baindt in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden Schulgebäuden.
Durch seine zentrale Lage kann der Gebäudeneubau als neue "schulische Mitte" fungieren.
Die Erschließung des Gebäudes für die Andienung erfolgt über die Maybachstraße oder über den Parkplatz Klosterwiese von der Nordseite des Grundstückes. Der Eingang zum Gebäude erfolgt über den zentral gelegenen Pausenhof.
Das Grundstück fällt von der Südkante bis zur Nordkante um ca. zwei Meter ab. Dadurch wird das Gebäude als eingeschossiger Baukörper an der Südkante des Grundstückes platziert. Die Hanglage bietet Möglichkeiten zur Ausbildung von geschützten und offenen Freibereichen mit dem Außenbezug zu unbebauter Landschaft. Ein geringes Ablenkungspotenzial bei ruhigen Tätigkeiten ist gewährleistet. Der Freibereich auf dem Pausenhof erweitert das eingeschränkte Bewegungsangebot.

Gebäudetypologie
Das Gebäude ist als eingeschossiger Baukörper konzipiert. Im Eingangsbereich erhält das Gebäude eine südseitig verglaste Überhöhung, um großzügig den Einfall von Südlicht in das Gebäude zu ermöglichen und das Gebäude trotz Absenkung auf das Niveau des bestehenden Schulgartens - vom Bereich Pausenhof betrachtet - städtebaulich erkennbar zu gestalten.
Im Inneren entstehen durch flexible Trennwände unterschiedliche Raumgrößen mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Die Räume sind zu den geschützten Freibereichen hin orientiert und beziehen die unmittelbaren Vorbereiche in die Raumkonzeption mit ein.
Die Versorgungsbereiche sind im Osten des Gebäudes angelagert und ermöglichen eine Andienung über die Grundstücksgrenze.

Freianlagen
Die geplanten Freianlagen erweitern den bislang nicht für den Ganztagesbetrieb geeigneten Freibereich. Die für die Ganztagesbetreuung ungenügende Qualität des Pausenhofes wird durch eine großflächige Neugestaltung verbessert, wodurch die entstehenden Freibereiche zudem miteinander verknüpft werden. Es entstehen geschlossene, offene und überdachte Bereiche direkt am Gebäudeneubau sowie Bewegungs- und Spielangebote auf einem Teilbereich des Pausenhofes.

Freibereich auf dem Pausenhof
Zentraler Bereich für Bewegungsangebote als Platz im Platz mit einer Vielzahl von Nutzungen. Hier bestehen Möglichkeiten zum Hangeln, Balancieren, Klettern, Hüpfen und Herumlümmeln.


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19.04.2011

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