Die Bauaufgabe
Entwurf eines Einfamilienhauses in energiesparender Bauweise auf einem Innenstadt nahen Westhanggrundstück mit Blick über Ebingen. Die Bauherren, ein beruflich sehr engagiertes Lehrerehepaar, wünschten sich ein Haus und eine Gartenanlage mit genügend Platz, um auch mal eine Klasse zu sich einladen zu können.
Der Entwurf
Das Gebäude ist wegen seiner Hanglage als Split-Level-Haus entworfen. Sein Volumen entwickelt sich hangabwärts, eine künstliche Aufschüttung des Geländes war nicht notwendig, die Neigung des Pultdaches orientiert sich am Gelände.
Der Zugang liegt überdacht zwischen dem Garagenbau und dem thermisch und konstruktiv davon abgetrennten Wohnhaus. In der Eingangsebene befinden sich Garderobe, Gästetoilette und zwei Arbeitsräume. Vom Eingangsbereich aus blickt man in den halbgeschossig tiefer liegenden Wohnraum mit Küche und Essplatz, eine halbe Treppe höher liegt die Galerie, von dort aus erreicht man das Obergeschoss mit Schlafraum, Ankleideraum und Bad. Das Bad hat eine seitlich "angedockte" Sauna und eine vorgelagerte Terrasse, über die man beim Duschen in das Tal blicken kann.
Unter dem Eingangsgeschoss liegen Hauswirtschaftsraum, Technikraum, Waschküche und Speisekammer. Auf derselben Ebene führt eine Loggia unter der Garage sowohl zur Gartenterrasse und dem vorgestellten Balkon als auch zum Überwinterungsraum für Pflanzen und dem Raum für Gartengeräte. Ein Geschoss unter dem Wohnraum, auf der Ebene der Gartenterrasse, liegt die Einliegerwohnung mit Hauptzugang von der Nordseite.
Der Garten ist terrassiert, zwei Wasserbecken mit unterschiedlicher Höhe sind über einen kleinen Wasserlauf miteinander verbunden.
Das Garagendach ist begrünt, auf dem Dach des Wohnhauses sind Solarzellen angebracht.
Energetische Konzeption
Der Nachweis über die Passivhaustauglichkeit des Gebäudes wurde mit Hilfe des von Feist entwickelten Rechenverfahrens geführt. Der spezifische Heizwärmebedarf liegt mit 14 kWh/m²a, der spezifische Primärenergiebedarf bei 37 kWh/m²a je unter dem Maximalbedarf von 15 kWh/m²a bzw. 40 kWh/m²a für Passivhäuser.
U-Werte: Außenwände: 0,1 W/m²K, Dach: 0,08 W/m²K, Verglasung: 0,85 W/m²K.
Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung hat ein vorgeschaltetes (Luft-)Erdregister.
Die Warmwasserbereitung erfolgt über solarthermische Kollektoren, bei Bedarf zusätzlich über ein kleines Gasbrennwertgerät.
Der sommerliche Wärmeschutz wird durch sensorisch gesteuerte Jalousien gewährleistet. Die Raumtemperatur liegt nach Angaben der Bauherren im Sommer bei max. 24°C.
Besonderheiten der Ausstattung
Passivhaustauglicher Briefkasten mit großem Fassungsvermögen, belüfteter Schuhschrank, ausfahrbare Leinwand für Großbildprojektion, Schlafzimmer mit drosselbarer Zu- und Abluft für Fensterlüftung, Zisterne für Toilettenspülung und Gießwasser, el. Bussystem, Zentralstaubsaugeranlage, Vorhaltung für den späteren Einbau eines Aufzuges, Photovoltaik, Nachheizmöglichkeit über zusätzliche Gastherme und Fußbodenheizregister.
Außenanlagen
Das Gelände unterhalb des Baukörpers wurde vor Errichtung des Gebäudes terrassiert. Die Böschungen bilden frostbeständige Kalksteintrockenmauern. Die Steine, ölhaltige Kalksteine mit bräunlicher Farbe, fügen sich gut in das Landschaftsbild. Sie sind beim Bau der Trasse der B 27 in Balingen ausgehoben wurden.
Im Eingangsbereich wurden Platten aus Basalt verlegt. Die beiden Teiche wurden von den Bauherren unter Hinzuziehung einer Gartenbaufirma selbst angelegt.
September 2009, Friedrich Rau

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