Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Heilbronn 2004 - 2010"

Peter-Bruckmann-Schule, Kreisberufsschulzentrum des Landkreises Heilbronn

Alfred-Finkbeiner-Straße 2
74072 Heilbronn

Architekt:
die architekten baum, gehlen, häussler, schreiber GbR seit 2004 CCR Architekten GbR Stuttgart
Bauherr:
Landkreis Heilbronn, vertreten durch Landratsamt Heilbronn, Bauamt,, Andreas Jägerhuber
Begründung der Jury:
Der Neubau des Berufsschulzentrums überzeugt durch ein intelligentes Erschließungs- und Organisationsraster, das als Zentrum eine großzügige lichtdurchflutete, mehrgeschossige Eingangshalle umfasst. Die gewählte Typologie lässt stetige Veränderungen und bauliche Erweiterungen zu. Die Reduktion auf wenige Materialien wie heller Backstein, Glas und Sichtbeton schafft eine angenehme Schulatmosphäre, die durch klimatisch und akustisch wirksame, einfache Details unterstützt wird.

Objektbeschreibung:

Mitarbeiter:
Baum Simone, Baumann Andrea, Cortes Carolina, Heckmann Wolfgang, Schmidt Christoph, Thies Ulrike, Winter Achim

Bauleitung:
Architekten mit K + K Ingenieurgesellschaft mbH, Heilbronn

Im Herbst 2005 wurde der Neubau der gewerblichen und hauswirtschaftlichen Berufsschule des Landkreise Heilbronn fertig gestellt.
Die Beauftragung ging aus einem entsprechenden offenen Wettbewerb im Jahr 2001 hervor. Das Berufsschulzentrum nimmt 2100 Schüler der Berufsfelder Gesundheit, Pflege, Nahrung und Hauswirtschaft, sowie die Erweiterung der bestehenden Hermann-Herzog-Schule auf.

Das Grundstück liegt im Zentrum von Heilbronn, nahe dem Hauptbahnhof mit davor gelagerter Festwiese und dem Neckar. Als Reminiszenz an den Standort, den ehemalige Schlachthof der Stadt Heilbronn mit seinen Klinkerbauten aus der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts knüpft auch der Neubau der Peter-Bruckmann-Schule an die architektonische und handwerkliche Qualität des Mauerwerksbaus an. Das Gebäudekonzept mit seiner geometrischen Anordnung von Gebäudemodulen und Höfen nimmt eine Bruttogrundfläche von 15.800 qm auf.

Um die Größe der Schule und der städtebaulichen Situation gerecht zu werden wurde folgendes Konzept realisiert:

Städtebau
Das Schulzentrum nimmt die vorhandene kleinteilige Struktur des Stadtteils auf.
Zur Stadt hingewandt entwickelt sich der neue Gebäudekomplex entlang der neuen Campus-Allee. Die Campus-Allee wird in diesem Bereich vom öffentlichen Verkehr befreit. Sie erhält durch die neue Berufsschule und die gegenüber liegenden Schulen des Landkreises Heilbronn einen Schulcampus-Charakter mit hoher Aufenthaltsqualität. Mit einer Baumallee aus Platanen, eingestellten Elementen wie Bänken, Pausenhofschirmen und differenzierten Pflasterungen wird eine klare Gliederung geschaffen.

Typologie
Der Schulkomplex erzeugt mit seinen unterschiedlich hohen Gebäudeteilen im Wechsel mit den Themenhöfen, wie dem Steinhof oder dem Bambushof, ein heterogenes Bild. So entstehen trotz der Größe immer neue interessante Einblicke, Ausblicke und Durchblicke.
Die Campus-Allee weitet sich im Eingangs- und Pausenbereich der neuen Berufsschule auf. Hier entsteht das neue Zentrum des Schulkomplexes mit dem Foyer als 3-geschossigem Luftraum sowie den „Himmelsguckern“ und farbigen Oberlichtern im Dach und den verglasten Fassaden. Ein Wechselspiel zwischen offenen und geschlossenen Flächen ermöglicht eine harmonische Lichtregie.
Das Foyer wirkt als Magnet und „Meeting Point“ mit integrierter Aula, Sitzstufen, Pausenkiosk, freien Treppen, Galerien und schwebenden Ebenen, die zum Verweilen und Begegnen einladen.
Von der Halle aus werden über transparente Erschließungsachsen die Klassenzimmer und Fachbereiche erschlossen. Die Wandoberflächen der Nebenflure sind in jedem Gebäudemodul in differenzierten Farben ausgebildet, um über die Farbgebung eine adäquate Orientierung für die Nutzer zu gewährleisten.

Den Zielvorstellungen der Architekten entsprechend soll das neue Gebäude Transparenz und Offenheit ausstrahlen und seine Inhalte nach Außen tragen und anbieten.


Technische Gebäudedaten

Das Gebäude wurde in Niedrigenergiebauweise erstellt.

Nachtauskühlung
Jedes Klassenzimmer hat elektromotorisch betriebene Öffnungsflügel die im Sommer dafür sorgen, dass die kühle Außenluft über Nacht ins Gebäude geleitet werden kann. Massive Wand- und Deckenflächen dienen als Speichermassen und sorgen somit für ein angenehmes Raumklima.

Fernwärmeversorgung
Statische Heizung / RLT 1.100 KW
Warmwasserbereitung 105 KW

Solarthermie
Für die Warmwasserbereitung der Fachbereiche Fleischerei, Bäckerei/Konditorei und für die Haushaltsküchen wird die Solarenergie zur Vorheizung verwendet. Sollte diese Energie nicht ausreichen, wird über Fernwärme nachgeheizt.
46 qm Kollektorfläche, Solarenergie ca. 3,20 MW/h

Photovoltaik
Auf dem Gebäudedach ist eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 30 kWp installiert. Durch den Einsatz der Photovoltaikanlage wird der CO?-Ausstoß um ca. 27 Tonnen verringert.

Wasserbehandlung
Vollentsalzungsanlage Labor (1,12 m/h)

Kälteversorgung
Kältemaschine/Rückkühler (160 KW)
Gebäudeleittechnik mit Visualisierung (1050 Datenpunkte)

Stromversorgung
Für die Versorgung der Gesamtanlage wurde ein separates Trafogebäude erstellt. Der kundeneigene Transformator mit einer Leistung von 630 kVA, sowie die Mittelspannungsschaltanlage sind dort untergebracht.

Datentechnik
Zur Datenübertragung ist eine strukturierte Datenverkabelung installiert. Insgesamt ist das Gebäude mit 851 Datenanschlüssen versorgt.

Flächenkennwerte

Hauptnutzfläche: 7.800 qm
Bruttogrundfläche: 15.800 qm
Bruttorauminhalt: 62.00 cbm
Grundstücksgröße: 19.445 qm

Fotograf:
Bernhard J. Widmann

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19.04.2011

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