Städtebauliche Einordnung
Das Rathaus umrahmt die Kirche ähnlich wie die Mauer der historischen Wehrkirche. Die Höhenentwicklung des Gebäudes fügt sich in die dörfliche Struktur so ein, dass der Kirchturm bereits aus der Ferne die Dorfmitte anzeigt. Die Kirchgasse erweitert sich an der Einmündung der Schulgasse. Hier markiert der Kirchturm einen Platz vor dem Sitzungs- und Veranstaltungssaal, aber auch vor dem Haupteingang.
Das Rathaus steht an der Geländekante zwischen Hauptstraße und Kirchgasse und ist von beiden Straßen aus zugänglich. Neben der inneren Verbindung mit Aufzug und Treppenhaus werden wichtige Wegeverbindungen an der Ost- und Westseite hergestellt.
Der Verwaltungstrakt formuliert an der Hauptstraße eine deutliche Raumgrenze, die sich im Bereich des Zugangs platzartig erweitert. Die dort vorhandenen überdachten Stellplätze dienen gleichzeitig als wettergeschützte Räume bei Dorffesten.
Funktion
Das Gebäude ist in zwei Teile gegliedert, den Verwaltungstrakt und den Sitzungs- und Veranstaltungsbereich. Diese sind so abtrennbar, dass auch externe Nutzungen am Abend möglich sind, da der Sitzungssaal gleichzeitig Veranstaltungsraum ist. Er kann zum Platz großzügig geöffnet werden. Der Gemeinderat tagt für jeden einsehbar und damit öffentlich, auf Augenhöhe mit seinen
Bürgern, aber auch der öffentliche Raum erweitert sich in das Gebäude und nimmt den Besuchern die Schwellenangst.
Lufträume an der bergseitigen Wand belichten die Flurbereiche der unteren Geschosse, sie stellen gleichzeitig eine optische Verbindung zwischen den Ebenen her.
Gestaltung
Der Sitzungssaal öffnet sich zum Kirchturm. Das Wahrzeichen des Ortes dominiert Saal und Platz. Die Pultdächer vermitteln dem Baukörper bergseitig Höhe, sie fügen sich aber auch durch ihre Ziegeldeckung nahtlos in die heterogene Dachlandschaft ein. Die Dreigliedrigkeit der Fassade an der Hauptstraße lässt das Gebäude niedriger erscheinen, die Sockelzone ist mit ortstypischem Muschelkalk verkleidet. Die Zugangsfassaden sind einladend verglast, ein verglaster Aufzug erleichtert die Orientierung. Robustes Hirnholzparkett und Türen aus astiger Eiche stehen in Kontrast zu den weißen Wänden und Akustikdecken. Die indirekte Beleuchtung wird durch Einbauleuchten ergänzt, sodass das Licht den Bedürfnissen am Arbeitsplatz angepasst werden kann.
Die Künstlerin Rosa Baum bereichert mit ihrem Bildzyklus über das Gäu den Foyerbereich.

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