Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Main-Tauber-Kreis 2004 - 2010"

Sanierung, Umbau und Erweiterung Gymnasium Weikersheim

Laudenbacher Straße 20
97990 Weikersheim

Architekt:
D´Inka Scheible Hoffmann Architekten BDA Fellbach
Bauherr:
Stadt Weikersheim, Bürgermeister Klaus Kornberger, Stadtbaumeister Alfred Wehr
Begründung der Jury:
Die südliche Erweiterung des Schulzentrums gliedert den Außenbereich spannungsvoll in zwei unterschiedliche, charakteristische Schulhöfe. Der Erweiterungsbau ist angemessen über einen filigranen, transparenten Steg angeschlossen. Dieser verbindet Grünraum und Schulhof fließend miteinander. Der Neubau zeichnet sich durch seine klare Formensprache aus. Geschosshohe Verglasungen lassen den Außenraum in die Klassenräume optisch hineinfließen. Der Innenbereich bietet im Kontrast zur schlichten äußeren Kubatur eine wohltuende Materialsprache. Insgesamt ist die Ergänzung und der sensible Umgang mit einem Schulgebäude aus den 1970er Jahren vorbildlich gelungen.

Objektbeschreibung:

Tragwerksplanung: Dipl.-Ing. R. Klumpp, Weikersheim

Flächen:
Erweiterungsbau: 803 qm
Bestand: 3.903 qm
Cafeteria: 324 qm

Baukosten gesamt: 4,6 Mio €
Bauzeit: 2003 bis 2005

Städtebau

Das Schulzentrum erweitert sich nach Süden und nimmt direkten Bezug zum bestehenden Schulzentrum auf. Es entsteht ein oberer und unterer Schulhof, die mit einer freien Treppe verbunden werden. Es entsteht eine räumliche Verflechtung des bestehenden Gymnasiums mit dem Erweiterungsgebäude. Das Obergeschoss Niveau wird erweitert und lässt einen oberen, geschützten Schulhof mit eigenem Charakter entstehen. Ein gläserner aufgeständerter Steg, der vom Gelände abgelöst ist, verbindet das bestehende Gymnasium mit dem Neubau. Transparente Elemente lassen dem Grünraum in den Schulhof einfließen. Der Neubau ist als großer zweigeschossiger Rahmen mit raumhohen Verglasungen konstruiert und nimmt die Länge und die Höhe des bestehenden Schulgebäudes auf. Neubau und Altbau korrespondieren miteinander. Die Eingangsbereiche sind so angelegt, dass die Schüler von jedem Niveau die Klassenzimmer erreichen. Der Neubau wird vom Steg aus über eine großzügig verglaste Halle erschlossen, eine einläufige filigrane Treppe führt auf eine Galerie, an der die oberen Klassenräume angeordnet sind. Durch die Transparenz der Fassade gehen Innenraum und Außenraum nahtlos ineinander über.

Bauablauf und Organisation

Das bestehende Gymnasium wird innen komplett entkernt. Die Räume werden entsprechend den neuen Anforderungen neu organisiert. Die Baustelle wird so organisiert, dass die Baumaßnahme bei laufendem Schulbetrieb abgewickelt werden kann. Es müssen keine Klassen ausgelagert werden. Die Klassen werden innerhalb dem Gebäude umgeschichtet. Möglich wurde dies durch Untergliederung der Baumaßnahme in Bauabschnitte. Nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus standen Ausweichklassen zur Verfügung, die im bestehenden Gymnasium eine abschnittsweise Sanierung möglich machten.

Architektur und Erscheinungsbild

Der Neubau wird wie ein großer Rahmen konstruiert, in den die Klassenzimmer eingefügt sind. Geschosshohe Verglasungen bilden nahtlose Übergänge von innen nach außen. Die geschlossenen Wandelemente sind innen in Sichtbeton ausgeführt, während sie außen verputzt werden. Das bestehende Gymnasium wird im Erscheinungsbild dem Neubau angeglichen. Die bestehenden massiven Brüstungen werden entfernt, die über Eck ausgeschnittenen Fensterbänder lösen die massiven Gebäudeecken auf. Oberlichter im Innern bringen Tageslicht in die bisher geschlossenen Geschossebenen. Die Fensterkonstruktionen werden erneuert und korrespondieren mit den Neubauten. Das gesamte Heiz- und Elektrosystem wird ausgetauscht. Die alte Elektroheizung wird durch eine moderne Heizungsanlage ersetzt, die an die Fernwärme des nahe gelegenen Schulzentrums angeschlossen ist. Die Wände werden isoliert und erhalten ein Wärmeverbundssystem. Die Dächer werden saniert, neu gedämmt und abgedichtet. Die Dachflächen erhalten extensive Dachbegrünungen, die den Wasserabfluss reduzieren.


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19.04.2011

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