Tragwerksplanung: Ingenieurbüro J. Sommer, Mühlacker
Heizung/Sanitär: Ingenieurbüro Klenert, Karlsruhe
Elektrotechnik: Ingenieurbüro Stoll + Partner, Wiernsheim
Im Zuge einer innerstädtischen Quartiersanierung eines aufgegebenen Fabrikgeländes fiel der Stadt Mühlacker Mitte der 1990er Jahre eine ehemalige unter Denkmalschutz stehende Fabrikantenvilla zu. Alfred Emrich erbaute die Villa zu Beginn des 20. Jh. auf seinem Fabrikgelände in Bahnhofsnähe. Emrich war Jude, sein unternehmerisches Wirken war von hoher sozialer Verantwortung geprägt gegenüber Mitarbeitern und seiner Heimatgemeinde. Im Dritten Reich wurde Emrich und seine Familie nach Auschwitz verschleppt und ermordet. Nach dem 2. Weltkrieg, ein einheimisches Unternehmen hatte das Areal erworben, war die Villa Wohnhaus, dann Repräsentationsgebäude und zuletzt leerstehend, An- und Umbauten in den 60 Jahren verunstalteten das Gebäude.
Die Villa mit Erdgeschoss (Wirtschaftsräume) - Obergeschoss (Wohnräume) - Dachgeschoss (Personal) war entsprechend ihrer Nutzung im Innenausbau unterschiedlich ausgestaltet. Eingangsbereich/Treppenhaus und Obergeschoss waren für die damalige Zeit von hohem handwerklichen Standard geprägt, ebenso die Haustechnik. Im Gebäude war eine der wenigen Zentralheizungsanlagen in der Gemeinde installiert.
Die Stadt Mühlacker entschloss sich den Versuch zu wagen in diesem historischen und geschichtsträchtigen Gebäude einen Kooperationskindergarten gemeinsam mit der Lebenshilfe Vaihingen/Mühlacker mit insgesamt 3 Regelgruppen und einer Gruppe für behinderte Kinder zu realisieren.
Planungsziel war
Durch die Lage des zu überbauenden Gewölbekellers ist der Anbau gegenüber der Villa leicht gedreht, die entstehende Fuge ist begrenzt durch einen restaurierten Laubengang und durch die Brücke die Alt- und Neubau verbindet. Der so entstehende Hof im EG ist Freifläche für eine Regelgruppe des Altbaus. Die Haupterschließung erfolgt über den Anbau, die 3 Ebenen der Villa sind über das restaurierte Treppenhaus untereinander verbunden. Formensprache und Materialität der Villa werden farblich unterstützt, der Anbau in der "Sprache" der heutigen Zeit ordnet sich in Form und Farbe dem historischen Gebäude unter. Die Frei- und Außenflächen, auf engem Grundstück, berücksichtigen die hängige Geländesituation. Höhenmäßig differenzierte Freibereiche ermöglichen auch im Freibereich eine separate Gruppenarbeit.
Fotograf:
Carmen Mundorff
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Jutta Ellwanger
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Dr. Marc Hirschfell
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