Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Zollernalbkreis 2002 - 2009"

Wohnhaus in der Innenstadt

Kapellstraße 24
72458 Albstadt-Ebingen

Architekt:
Friedrich Rau Albstadt
Bauherr:
Bauherrengemeinschaft, Josef Brändle, Thomas Rau,, Friedrich Rau, Albstadt
Begründung der Jury:
Anstelle eines alten Garagengebäudes wurde in der Altstadt ein zeitgemäßes Mehrfamilienhaus beispielhaft eingefügt, die notwendigen Kfz-Stellplätze im Erdgeschoss gut integriert. Die zur Straße orientierten barrierefreien Wohnungen im Obergeschoss verfügen über großzügige Fensteröffnungen und eine Loggia, die wiederum mit Schiebeläden verschließbar sind und somit zu einer abwechslungsreichen Fassadengestaltung beitragen. Ein für die Allgemeinheit zur Verfügung stehender Dachgarten fördert das Miteinander der Bewohner. Hier wurde mitten im alten Stadtkern eine hohe Wohnqualität geschaffen.

Objektbeschreibung:

Die Bauaufgabe
Auf dem in der Altstadt von Ebingen gelegenen Grundstück nahe der Kapellkirche mit ca.187 m² Größe entstanden 2008 vier barrierefreie Wohnungen mit 100, 131, 132 und 58 m² Wohnfläche.
Das Grundstück ist nur 197 m² groß, es war bis 1942 mit einem Wohnhaus bebaut, welches bei einem Fliegerangriff den Bomben zum Opfer fiel. Bis 2007 war es durch Garagenbauten genutzt. Die Besonderheit des Grundstücks ist die unmittelbare Zentrumslage von Ebingen in der Parallelstraße zur Marktstraße, die derzeit zur Fußgängerzone umgestaltet wird. Das Viertel, welches zum alten Stadtkern zählt, besteht aus vier etwa gleichgroßen Blöcken, die intern durch eine Querstraße und Stichwege erschlossen werden.

Der Entwurf
Das Gebäude ist mit einem Aufzug versehen und bietet eine ebenerdige Unterstellmöglichkeit für vier Fahrzeuge. Die 70 m² große Dachterrasse mit Spielplatz ist für alle Bewohner nutzbar.
Die Anforderungen an innerstädtische Wohnungen betreffend Stellplätze und Spielplatz, sind – ohne Inanspruchnahme anderer Flächen oder durch Ablösung - auf dem Grundstück realisiert worden.
Eine Wintergartenverglasung macht die Loggien nach Süden auch in der kalten Jahreszeit nutzbar. Die Anordnung der Küche ist flexibel. Sie kann sowohl hinter dem Wintergarten als auch im Raum neben dem Wohnraum eingebaut werden. Eine zweite kleine Loggia dient der Überwinterung von Pflanzen oder zum Kleidertrocknen oder Lüften. Alle Wohnungen verfügen über einen Abstellraum in der Wohnung und einen Kellerraum.

Das Energiekonzept
Das Gebäude wurde als kfw-40-Haus errichtet, d.h. sein Primärenergiebedarf entspricht dem eines Passivhauses, der Heizenergiebedarf liegt bei 37 kWh/m²a. Ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk mit einer Wärmeleistung von 12,5 kW und einer elektrischen Leistung von 5,5 kW liefert Heizwärme, warmes Wasser und elektrische Energie. Der preiswert erzeugte Strom kann intern verbraucht oder gegen Vergütung ins Netz eingespeist werden.
Warmwasseranschlüsse für Waschmaschine und Geschirrspüler befinden sich in allen Wohnungen. Eine Regenwasserleitung zur WC-Spülung und Dachgartenwässerung ist vorinstalliert.
Eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung versorgt das Gebäude ständig mit frischer Luft. Die Zuluft wird durch ein wassergeführtes Erdregister (kein Luftregister) im Winter vorgewärmt und im Sommer gekühlt. Sämtliche Räume sind mit Fußbodenheizung versehen.

Die Ausstattung
Die Verschattung bzw. der Sichtschutz übernehmen Schiebeläden, Anschlüsse für eine elektromechanische Bedienung sind vorgesehen, im Erdgeschoss bereits installiert.
Alle Fenster sind raumhoch. Die Fensterelemente und Schiebeläden bestehen aus unbehandeltem Lärchenholz. Die Loggien sind durch verschiebliche Fenster auch als Wintergarten nutzbar.
Sämtliche Wohnungen sind barrierefrei gestaltet, alle Ebenen bis auf die Dachterrasse sind mit Rollstuhl befahrbar, die Bäder haben flache Bodenabläufe, die Zimmer und Flure sind rollstuhlgerecht bemessen.
Auf der Dachterrasse ist ein Spielplatz geplant, der von Seiten der Verwaltung als adäquaten Ersatz für einen abzulösenden Spielplatz angesehen wird.

September 2009, Friedrich Rau


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19.04.2011

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