Siedlungsbaustein und Städtebau
Auf der Grundstücksfläche eines Reihenhauses wurde ein städtebaulicher Typus mit schachbrettartig versetzten Einzelhäusern entwickelt. Als neuer Siedlungsbaustein verbindet dieser Typus die Vorteile einer Reihenhausbebauung (Grundstückskosten, Wirtschaftlichkeit) mit denen eines freistehenden Einfamilienhauses (geschützte Freiflächen, Belichtung, Um-das-Haus-Herumlaufen-Können, Ablesbarkeit des eigenen Zuhauses).
Die versetzte Gebäudeanordnung der verdichteten Einzelhäuser erzeugt abwechslungsreiche Außenräume und vielfältige räumliche Situationen. Es entsteht ein Gleichgewicht von nachbarschaftlichem Miteinander und individuellen Wohn- und Freibereichen. Das Instrument der Flächenbaulast vermeidet die ansonsten bei freistehenden Einfamilienhäusern notwendigen Abstandsflächen.
Hintergrund und Entstehung
Das Projekt Würfelhäuser ist auf Eigeninitiative der Architekten Jochen Gilbert und Dagmar Zschocke entstanden. Das Konzept wurde 1999 bei einem Wettbewerb in Berlin erstmals prämiert. Die Volkswohnung GmbH griff das Konzept der Würfelhäuser 2002/03 im Baugebiet Smiley-West als Bauträger auf.
Die beiden Architekturbüros evaplan - Architektur und Stadtplanung und Gilbert + Holzapfel Freie Architekten schlossen sich im Vorfeld der Realisierung der Würfelhäuser in Karlsruhe mit dem Tragwerksplaner Prof. Seim + Partner und dem Planungsbüro Gebäudetechnik Horlacher zur Projektgemeinschaft Würfelhaus als Generalplaner zusammen.
Qualitätvolles Bauen und Typisierung
Die Elemente Über-Eck-laufende-Fensterbänder, Flachdach, Dachterrasse und die kubische Formensprache greifen Stilmittel der Moderne auf. Besondere Qualitätsmerkmale sind die gute Belichtung der Räume und die große Dachterrasse.
Das Haus selbst wurde im Hinblick auf Nutzungs- und Objektqualitäten optimiert. An der, den zwei Hauptbelichtungsseiten abgewandten Ecke wurden Treppe und vertikaler Leitungsschacht angeordnet. Die darüber hinausgehende Innenaufteilung ist variabel, so dass sehr unterschiedliche und individuelle Grundrisslösungen entstehen konnten. Kubatur, Tragstruktur und Fassaden sind festgelegt, um die Kostenvorteile einer seriellen Herstellung zu wahren.
Holzbau und Tragstruktur
Das Konzept der Würfelhäuser wurde mit dem Werkstoff Holz verwirklicht. Die Brettstapeldecke des Holzrahmenbaus ermöglichte die Minimierung der Geschossdeckenhöhe. Der Wandaufbau der Holzrahmenelemente besteht aus Holzbauelemente mit innenseitiger Installationsebene. Die Wände sind dampfdiffusionsoffen ausgebildet.
Die hinterlüftete Außenwandverkleidung mit horizontal angeordneten Dreischichtplatten unterstützt das gewünscht flächige und kubische Erscheinungsbild des Würfelbaukörpers.
Die statische Lastabtragung erfolgt über die Außenwände sowie einer tragenden Stahlkonstruktion in der Mitte des Hauses, bestehend aus einem Stahlträger als deckengleicher Unterzug und zwei Stahlstützen.
Elementierung und serielle Fertigung
Die Errichtung von mehreren, äußerlich gleichen Häusern stellt einen Beitrag zur Kostenreduzierung dar. Durch Vorfertigung und Elementierung wird eine hohe Fertigungseffizienz erreicht und die Bauzeit verkürzt. Der Holzbau hat sich dabei als präzise, gut vorplanbare und kalkulierbare Bauweise erwiesen.

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