Esslinger Zeitung, 29.6.2009
"Er hat sich in den Köpfen der Menschen eingeprägt, der Tag der Architektur. "Interessierte rufen schon im Januar an, um sich einen Platz für die Rundfahrt zu den neuesten Bauten zu sichern."" (1). Mit durchschnittlich rund 70 Teilnehmern waren die insgesamt 41 Touren sehr gut besucht.
Von "Besucherrekord" (2) ist da die Rede, "Hunderte interessierter Bürger [...] haben die Gelegenheit genutzt [...] hinter die Kulissen der Häuserfassaden zu schauen." (3) Die Programm-Auswahl habe wohl voll "ins Schwarze" getroffen, denn es gab "überraschend viele Teilnehmer" (4). Kein Wunder, denn bereits im Vorfeld wies die Presse intensiv auf den Veranstaltungstag hin – in der Landesgeschäftsstelle liegen uns 158 Meldungen vor. Laut Angaben der Kammergruppen haben sich insgesamt 2.913 Interessierte auf den Weg gemacht, um Architektur hautnah zu erleben. Multipliziert man diese Größe mit der Anzahl der besichtigten Objekte, in Analogie zu der Zählungsart der anderen Länderkammern, kommt man auf stattliche 13.027 Besucher. In einzelnen Kammergruppen wich die Teilnehmerzahl erheblich vom Durchschnittswert ab: Die Gruppengrößen reichten von 30 bis 250.
Fränkische Nachrichten, 7.7.2009
Doch wer machte sich da am 27. Juni auf den Weg? "Wer interessiert sich für die von Ihnen angebotenen Exkursionen? Fahren im Wesentlichen nur die sogenannten Bildungsbürger mit oder handelt es sich um einen repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt?", (5) fragte eine Zeitung im Vorfeld des Aktionstags. Dazu der interviewte stellvertretende Kammergruppenvorsitzende: "In den Einzelgesprächen während der Exkursion gewinnt man den Eindruck, dass es sich wirklich um einen Bevölkerungsquerschnitt handelt." (6). Dies ist auch erklärtes Ziel der Architektenkammer. Über die kostenlosen Besichtigungstouren hat der Berufsstand sehr gute Chancen bauinteressierte Laien, zum Teil potentielle Bauherren, zu erreichen. Beispielsweise das junge Ehepaar, das mit den Worten zitiert wird: "Wir wollen uns Anregungen holen, Ideen fürs eigene Hausprojekt sammeln." (7) Schade natürlich, wenn mancherorts für sie die Plätze im Bus nicht ausreichen.

Dass – im Gegensatz zu anderen Länderkammern, bei denen die Objekte einen Tag lang für individuelle Besichtigungen offenstehen – in Baden-Württemberg die Touren in organisierten Gruppen stattfinden, ist grundsätzlicher Teil unseres Veranstaltungs-Konzepts: Im Rahmen einer Führung lassen sich gewünschte Inhalte gezielt kommunizieren und gibt es auch Gelegenheit zum Meinungsaustausch. So kam es mancherorts zwischen Besuchern und Architekten "zu einer lebhaften Diskussion" (8). Darüber hinaus ist zumindest privaten Hausbesitzern kaum zuzumuten, ihr Gebäude einen ganzen Tag lang für jedermann offenzuhalten. "Grundsätzlich sei es nicht einfach, Einfamilienhäuser zu finden, die geeignet sind und deren Bewohner zu einer solchen Führung bereit sind", wird ein Vertreter der Kammergruppe zitiert. (9) Eine zeitlich begrenzte, komprimierte Besichtigung durch eine Gruppe scheint uns hier bei weitem die bessere Lösung.
Badische Neueste Nachrichten, 29.6.2009
Für die Touren selbst gab es viel Lob von der Presse. "Spannend war es in jedem Fall, was die verantwortlichen Architekten [...] zu berichten hatten." (10) Besichtigt wurden "Räume mit Raffinesse" (11) und ein "Anbau [...], bei dem alle Wünsche des Bauherrn umgesetzt wurden – inklusive eines Seniorenzimmers" (12). Der Besichtigungstag wird als eine "Tour zu den Perlen im Stadtgebiet" (13) beschrieben, "eine kurzweilige Busrundfahrt" (14). Lob gab es aber auch "für den Mut privater Bauherren" (15).
An einem Besichtigungsobjekt "standen auch die Bauherren Rede und Antwort zu ihrem Gebäude und berichteten von den guten Erfahrungen in Planung und Ausführung" (16) – eine, aus Sicht unserer Öffentlichkeitsarbeit rundum erfreuliche Botschaft. Um im Fachjargon zu sprechen: Testimonials bezeugen die Qualität des Architektur-Produktes, die Presse wirkt in ihrem redaktionellen Bericht als glaubwürdiger Multiplikator. Und auch gegen ungerechtfertigte Vorwürfe zog ein Journalist vorsorglich ins Feld: "Allerdings muss spätestens an dieser Stelle erwähnt werden, dass beim Bau neuer Wohngebiete weniger einzelne Architekten zum Einsatz kommen – und somit daran mitverdienen – denn vielmehr Investoren, die nicht selten eine große Schablone über besagte Neubaugebiete legen. Keine Rede von solch einer gleichmachenden Schablone konnte bei einer weiteren Station des gut besuchten Architekturtages gewesen sein." (17)
Badisches Tagblatt, 30.6.2009
"Es ist den Menschen nicht egal, wie der Platz aussieht" (18), wird die Betroffenheit der Bürger umschrieben. Vielmehr fühlen sie sich unmittelbar von dem Gebauten angesprochen, beispielsweise beim Besuch eines Kindergartens: ""Hier möchte man noch mal Kind sein", sagte einer aus der Teilnehmerrunde spontan.“ (19) Oder im Rahmen einer Besichtigung von Agenturräumen: das "Büro ließ so manchen Teilnehmer der Führung neidisch werden: "In einer solchen Umgebung würde ich auch gerne arbeiten."" (20) Und schließlich im gleichen Haus: "Sogar das stille Örtchen beeindruckt" (21).
Zurück zur eingangs zitierten Fangemeinde: "Gut vier Stunden dauerte die Rundreise. Deutlich wurde das breite Spektrum, die vielen höchst unterschiedlichen Herausforderungen, denen sich Architekten stellen müssen. Kein Wunder also, dass viele der Interessierten schon bis zu zehn Mal mit dabei waren." (22) ""Ich bin richtig begeistert", sagte eine Waldkircherin, die schon zum dritten Mal an einer solchen Rundfahrt teilnahm. "Architektur ist mein Hobby", gestand die 36-Jährige. Sie interessiere sich vor allem für Wohnhäuser, "wenn man sehen kann, wie andere Menschen so leben." Vielleicht auch, weil sie seit kurzem ein eigenes Häuschen habe, vermutete die Schwester, die mit im Bus saß." (23) Hat sie sich die Anregungen dafür in den Vorjahren beim Tag der Architektur geholt?
Zitate:
(1) Schwärzwälder Bote, Zollernalbkreis, Balingen und Hechingen, 3.7.09
(2) Badisches Tagblatt, Rastatt/Murgtal, 2.7.09
(3) Stuttgarter Zeitung, Stuttgart und Leonberger Kreiszeitung, Leonberg, 29.6.09
(4) Schwarzwälder Bote, Freudenstädter Kreiszeitung, 29.6.09
(5) Aacher und Bühler Bote, 13.6.09
(6) ebda.
(7) Badische Neueste Nachrichten, 29.06.09
(8) Schwäbische Post, 29.6.09
(9) Kreiszeitung Böblinger Bote, Böblingen 29.6.09
(10) Rhein-Neckar-Zeitung, 30.6.09
(11) Schwärzwälder Bote, Zollernalbkreis, Balingen und Hechingen, 3.7.09
(12) ebda.
(13) Heilbronner Stimme, 29.6.09
(14) Rhein-Neckar-Zeitung, 30.6.09
(15) Heilbronner Stimme, 29.6.09
(16) Rhein-Neckar-Zeitung, 30.6.09
(17) Badische Neueste Nachrichten, 29.6.09
(18) Reutlinger Generalanzeiger, Reutlingen; Metzinger-Uracher General-Anzeiger, Metzingen; Echaz-Bote, Reutlingen, 29.6.09
(19) Esslinger Zeitung, Cannstatter Zeitung, Stuttgart, Untertürkheimer Zeitung, Stuttgart, 29.6.09
(20) Stuttgarter Zeitung, Stuttgart und Leonberger Kreiszeitung, Leonberg, 29.6.09
(21) ebda.
(22) Esslinger Zeitung, Cannstatter Zeitung, Stuttgart, Untertürkheimer Zeitung, Stuttgart, 29.6.09
(23) Badische Zeitung, Freiburg, Breisach, Markgräflerland/Müllheim, Hochschwarzwald/Titisee-Neustadt, Bad Krozingen, 2.7.09
Über die angegebenen Zitatstellen hinaus liegen uns in der Landesgeschäftsstelle noch zahlreiche weitere Presseberichte vor.

» Claudia Knodel
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