| Variohalle und Platzgestaltung | |||||||||
Ausgezeichnet beim Wettbewerb "Beispielhaftes Bauen Mannheim 1991-2001" |
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Variohalle und Platzgestaltung Kongresszentrum Rosengarten Rosengarten 2 68161 Mannheim
Begründung der Jury: Es war eine kluge Idee, die Anbindung kleinerer Konferenz- und Schulungsräume für das Kongresszentrum Rosengarten unterirdisch zu bewerkstelligen. Um jedoch den Eindruck einer unterirdischen Anlage - und damit Gefühle der Klaustrophobie - zu vermeiden, wurden in den Räumen abgehängte, beleuchtete Glasdecken installiert, die Tageslichtqualität haben. Ferner führen vor den Räumen insgesamt vier mit Klarglas abgedeckte Oberlichter bis in das Pflaster nach oben, die Tageslicht einlassen und den Blick nach außen ermöglichen. Die Treppenanlagen seitlich des Altbaus sind durch Glaswürfel gestaltet, die den Eindruck der Jugendstilfassade in keiner Weise beeinträchtigen. Die Variohalle und die darüberliegende Platzgestaltung überzeugen durch ihre nüchtern sachliche Durchbildung und Zweckmäßigkeit. Objektbeschreibung: Fotos: © Dieter Gnade Planungsdaten: Planungsbeginn: November 1997 Bauantrag: August 1998 Baubeginn: September 1998 Fertigstellung: Mai 1999 Bauwerksdaten: Grundstücksfläche: 15.733 qm Nutzfläche: 1.670 qm Brutto Rauminhalt: 9.690 cbm Planungskonzept: Das Kongresszentrum Rosengarten hatte in seiner expansiven Entwicklung die räumliche Grenze im eigenen Haus erreicht. Es fehlten sowohl kleinere Konferenz- und Schulungsräume, wie auch große, zusammenhängende Hallenbereiche für kongressbegleitende Ausstellungen, oder Raumfolgen für ganz spezielle Programme, die im Rosengarten selbst nicht gut einzugliedern sind. Bestimmte Kongresse und Großveranstaltungen waren in Zukunft ohne diese zusätzlichen Nutzflächen in Mannheim nicht mehr möglich. Deshalb überwand die Geschäftsführung durch den Bau der Variohalle diesen räumlichen Engpass und schuf zusätzlich ca. 1.800 qm Bruttofläche in einer neuen Saalebene unterirdisch. Über großzügige Treppenanlagen ist der Bereich an das Foyer des Rosengartens angebunden mit den erforderlichen WC-Anlagen. Außerdem bestehen flankierend zur Halle noch Treppenverbindungen direkt ins Freie, bzw. zur Tiefgarage Wasserturm. Das konstruktiv einfache Hallengeschoss aus Stahlbeton in Sichtschalung ist flexibel veränderbar durch leichte Trennwandsysteme. Dabei stellt die Gruppen- und Workshop- Aufteilung mit 22 Einzelbereichen zu je. 35 qm die kleinste Einheit dar, während alle anderen Raumgrößen entsprechend den Bedürfnissen des Veranstalters variabel herstellbar sind bis zur wandfreien Gesamtfläche von ca. 1.200 qm. Trotz sparsamer Grundhaltung wurde jeder Bereich sowohl funktional wie auch gestalterisch in hoher Raumqualität hergestellt um den Eindruck einer unterirdischen Anlage zu vermeiden. Dabei mussten grundsätzlich drei Gestaltungsmerkmale erreicht werden. - Ein farbliches Konzept, dass einem "reifen Weizenfeld" entspricht. - Ein gutes Raumklima, dass in jedem der 22 Bereiche separat eingestellt werden kann. - Eine gleichmäßige Beleuchtung , die den Eindruck von Tageslicht erreicht. Der Anschluss an den Altbau war konstruktiv schwierig. Die dabei freigelegten alten Fundamente mit den entsprechenden Zwischenräumen werden als Lagerflächen verwendet. Kleinere Veränderungen in die vorhandenen WC-Anlagen wurden notwendig, um den großzügigen Anschluss zum Foyer des Altbaues zu realisieren. Über zwei leistungsfähige Unterfluraufzugsanlagen wird die neue Saalebene mit dem Rosengartenplatz direkt verbunden. Dadurch ist ein schneller Auf- und Abbau von Ausstellungen jeder Art gewährleistet. Die besondere Herausforderung mit der denkmalgeschützten Jugendstilanlage bestand in der zeitgemäßen Gestaltung der Treppenanlagen und Zuluftschächte. Hier fand ein reiner Glaswürfel mit 6m Kantenlänge die Zustimmung der Denkmalbehörde im Sinne eines eigenständigen Kunstwerkes.
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