Forderung: Flüchtlinge und Wohnungsbau

Berufspolitik
Städtisches Wohnen StadtGarten; Architekten: VON BOCK ARCHITEKTEN Klaus von Bock, Göppingen; Foto: Moritz von Bock

Beschlussfassung der Bundesarchitektenkammer

Auf Antrag des Präsidenten der Architektenkammer Baden-Württemberg, Markus Müller, hat der Vorstand der Bundesarchitektenkammer in seiner Sitzung am 18. September 2015 folgende berufspolitische Position beschlossen:

Der Vorstand der Bundesarchitektenkammer (BAK) fordert Bund und Länder auf, die Voraussetzungen für den Wiedereinstieg in einen kostengünstigen und sozial integrierten Wohnungsbau zu schaffen.

Wohnungsbauförderung muss programmatisch und kontinuierlich künftigen gesellschaftlichen und ökonomischen Anforderungen Rechnung tragen.

Der BAK-Vorstand warnt vor einer vorschnellen und pauschalen "Absenkung von Standards". Auch kostengünstiger Wohnungsbau muss ergänzend zur Soforthilfe qualitätvoll, dauerhaft, energieeffizient und damit nachhaltig sein. Die Architektenschaft bringt ihre Qualifikation ein, um Standards zu prüfen.

Beispielsweise können die weitere Erhöhung von Anforderungen z.B. aufgrund der Energieeinsparverordnung verschoben, die kostenintensive Herstellung überzogener Stellplatzanforderungen bedarfsgerecht reduziert sowie überzogene Anforderungen, die eine Nutzung von Bestandsgebäuden verhindern, korrigiert werden.

Unabdingbare Voraussetzung für raschen, kostengünstigen Wohnungsbau ist auch eine adäquate personelle Ausstattung der Bauverwaltungen, deren aktive Nutzung vorhandener rechtlicher Spielräume sowie die Schaffung von mehr Flexibilität bei den Nutzungsmöglichkeiten vorhandener Grundstücke und Gebäude.

Eckpunkte des Vorstands der BAK zu Flüchtlinge und Wohnungsbau zum Download als PDF

Hans Dieterle / 07.10.2015