Im Vorfeld der Wahl

Berufspolitik
v.l. Claus Schmiedel, SPD, Andrea Lindlohr, Bündnis 90/Die Grünen, Markus Müller, Architektenkammer, Prof. Dr. Stephan Engelsmann, Ingenieurkammer, Tobias Wald, CDU, Dr. Friedrich Bullinger, FDP

Weg von der "Verballung" hin zu "Freie Berufe 4.0"

Im Vorfeld der Wahlen am 13. März fand im Haus der Architekten eine Podiumsdiskussion "Rund ums Bauen" mit der Sprecherin und den Sprechern der vier im Landtag Baden-Württemberg vertretenen Fraktionen statt. Architektenkammer und Ingenieurkammer hatten dazu gemeinsam eingeladen. Im Mittelpunkt standen die Themen Wohnungsbau, Infrastruktur und Digitalisierung.

Stellungnahmen der vier Landtagsfraktionen zu den Wahlprüfsteinen der AKBW.

Tobias Wald MdL, CDU

Tobias Wald, CDU-Sprecher für Wohnungsbau und seit 2011 im Landtag, stellte fest, dass es auch ohne Flüchtlingsproblematik eine Wohnungsnot gäbe, seine Fraktion habe daher schon vor drei Jahren eine Allianz für Wohnungsbau gefordert. Seiner Meinung nach hat die Baukostensenkungskommission gute Arbeit geleistet, der Ball läge nun im Feld der Architekten und Ingenieure.

 

Andrea Lindlohr MdL, Bündnis 90/Die Grünen

Die stellvertretende Vorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Andrea Lindlohr, die ebenfalls seit 2011 Mitglied des Landtags ist, erwartet von den beiden Berufsständen Lösungsvorschläge für kostengünstigen Wohnungsbau. Dafür, räumte sie ein, seien aber programmatisch präzisierte politische Rahmenbedingungen, regionale Differenzierungen und eine aktive kommunale Flächenbevorratungspolitik erforderlich.

 

Claus Schmiedel MdL, SPD

Der Feststellung von Claus Schmiedel, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und bereits seit 1992 im Landtag, man habe es verlernt, sich dem sozialen Wohnungsbau zu widmen, widersprach niemand. Zudem verkündete er, dass 2015 alle Wohnbaufördermittel abgerufen worden seien und die Zinsverbilligung künftig auf einen Barzuschuss umgeleitet werden soll. Für mehr Wohnungsbau brauche man Flächen, so Schmiedel, denn Baulandpreise werden durch Angebot und Nachfrage geregelt.

 

Dr. Friedrich Bullinger MdL, FDP

Dem entgegnete Dr. Friedrich Bullinger, seit 2006 für die FDP im Landtag, man solle doch nicht noch stärker "verballen". Es gäbe auch in den Mittelstädten wie Schwäbisch Hall Wachstum. Und für mehr Wohnungsbau bedürfe es nicht nur Flächen sondern auch entsprechende Kapazitäten der Bauwirtschaft, denn dort wirkten sich Angebot und Nachfrage ebenso auf die Preise aus. Er würde sich gerne mehr der Attraktivität des ländlichen Raumes widmen.

 

Damit leitete er zum Thema Digitalisierung über. Das vom Land als wichtig erachtete BIM erfordere ein schnelles digitales Netz, stellte Markus Müller fest. Auch sei eine Mittelstandsförderung für die planenden Berufe wünschenswert. Denn statt immer nur von Industrie 4.0 zu reden, schlug der mit ihm moderierende Präsident der Ingenieurkammer, Prof. Stephan Engelsmann, den Politikern vor, auch mal über "Freie Berufe 4.0" nachzudenken. Wie sich die vier Fraktionen im Allgemeinen zu den Wahlprüfsteinen der AKBW positionieren, lesen Sie hier in Kürze.

 

Die Moderatoren der Diskussion "Rund ums Bauen" (v.l.): Markus Müller, Präsident der Architektenkammer, Prof. Dr. Stephan Engelsmann, Präsident der Ingenieurkammer
Carmen Mundorff / 19.02.2016

Ansprechpartner

Markus Müller

Markus Müller
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Hans Dieterle

Hans Dieterle
Hauptgeschäftsführer
Tel: 0711 / 2196-110
Fax: 0711 / 2196-149
hans.dieterle spamgeschützt @ spamgeschützt akbw.de

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