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Recht

Fort- und Weiterbildungspflicht – Stichprobe im Januar 2016

Seit 1. Juni 2013 wird die Anerkennung von Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen abschließend durch die Fort- und Weiterbildungsordnung als Teil der Berufsordnung geregelt. Wichtiger Bestandteil ist, dass im Rahmen der Stichprobenerhebung nur solche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen akzeptiert werden, die vorab bei der Architektenkammer für eine bestimmte Stundenanzahl als geeignet anerkannt wurden.

Erstmals im Februar fand aus dem Kreis der fortbildungspflichtigen Architekten und Stadtplaner durch eine zehnprozentige Stichprobe eine Überprüfung statt. Diese ergab, dass von den gezogenen Mitgliedern 60 % die Fortbildung zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfüllt hatten. Trotz mehrerer Mahnungen haben 150 Personen die Fort- und Weiterbildungspflicht für 2014 weder erfüllt noch nachgeholt. Dies ist eine Verletzung der Berufspflicht, die vom Berufsgericht für Architekten überprüft wird.

Die nächste Stichprobe für das Jahr 2015 steht bevor. Anfang Januar 2016 erfolgt die Ziehung. Aus den fortbildungspflichtigen Architekten und Stadtplanern ermittelt die Architektenkammer eine zehnprozentige Stichprobe. Diese Mitglieder sind verpflichtet, mindestens acht Unterrichtsstunden jährliche Fort- und Weiterbildung nachzuweisen.

Es können ausschließlich Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen anerkannt werden, die im Vorfeld durch die baden-württembergische Architektenkammer zertifiziert wurden. Die Liste der anerkannten Fortbildungsveranstalter bzw. -veranstaltungen finden Sie auf unserer Homepage unter www.akbw.de/fortbildung. Zu beachten ist auch, dass Teilnahmebescheinigungen des IFBau ebenfalls vorgelegt werden müssen.

Eine Ausnahme von der Fortbildungspflicht für bestimmte Gruppen gibt es nicht. Alle Mitglieder müssen sich unabhängig von ihrer konkreten Tätigkeit fortbilden. Von der Nachweispflicht ausgenommen sind lediglich Mitglieder, die das 65. Lebensjahr vollendet haben oder Alters-, Berufsunfähigkeits- oder volle Erwerbsminderungsrente beziehen und keine Einkünfte aus beruflicher Tätigkeit erzielen.

Für Mitglieder, die sich in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen befinden, besteht die Möglichkeit, kostenlose Veranstaltungen der Architektenkammer und auch kostenreduzierte Seminare des IFBau zu besuchen.

Alfred Morlock / 22.12.2015