Holz wirkt klimaschonend, weil es CO2 langfristig bindet. Die einheimischen Hölzer stammen ausschließlich aus der nachhaltigen Forstwirtschaft, die Wälder bieten vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und den Menschen einen Platz zur Naherholung. Darüber hinaus lassen sich Holzhäuser bei geringeren Wandstärken besser dämmen als Mauerwerks- oder Stahlbetonbauten, so dass weniger Wärme ungewollt entweicht. Wahre Energiesparwunder wie Passivhäuser sind am einfachsten mit der Holzbauweise zu realisieren.
Wohnhaus in Gengenbach; Architektin: Dagmar Bürk Kaiser, Freie Architektin und Innenarchitektin, Stuttgart; Foto: Thomas Riedel
Holz bietet unzählige Gestaltungsmöglichkeiten. Zum einen stehen zahlreiche Bauweisen zur Auswahl: leichte Holzständer- und Holzrahmenbauten, die sich sehr gut dämmen lassen, massive Konstruktionen wie Brettstapeltechnik oder auch traditionelle Methoden wie Blockbau und Bohlenfachwerk. Zum anderen lässt sich nahezu jeder Baustil verwirklichen: Holzhäuser können mit Holz verkleidet sein, naturbelassen oder lasiert, aber auch zeitgemäße Plattenwerkstoffe oder Metall eignen sich als Verschalung genauso wie ein kompletter Verputz. Sie können sachlich und modern oder heimelig-traditionell gestaltet sein. Geschwungene Fassaden oder gebogene Dächer, große Glasflächen, hohe, lichtdurchflutete offene Räume – der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Architekten erklären dem Bauherrn die Vorzüge der verschiedenen Holzbau-Systeme und helfen ihm, für sein eigenes Bauvorhaben das passende zu finden.
Bauen mit Holz ist kostengünstig und zeitsparend. Durch präzise Vorplanung lässt sich viel Zeit auf der Baustelle einsparen, denn in der Halle werden die Holzbauwände in der Regel liegend gefertigt, was leichter ist und schneller geht. Hinzu kommt die detaillierte Ausschreibung, dank derer der Architekt den Anbieter mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis ermittelt. Als Bauleiter sorgt er für ein geregeltes Ineinandergreifen der einzelnen Gewerke, also für ein gutes Zusammenspiel der verschiedenen Handwerker. Der Bauleiter überblickt, wer auf wen folgt, welche Vorarbeit für den nächsten getan sein muss. Außerdem bestimmt und überwacht er die Ausführungsfristen. So bleibt die Bauzeit kurz und die Doppelbelastung für den Bauherrn gering. Der Architekt nimmt die Arbeiten auf der Baustelle ab, prüft die Handwerkerrechnungen und verfolgt nach Erfordernis die Mängelbehebung.
Auch unter gesundheitlicher Perspektive steht der Baustoff Holz gut da. Um ein schadstofffreies Heim zu errichten, in dem sich auch sehr sensible Personen wohl fühlen, achtet der Planer ganz besonders auf die Wahl der Ausbaumaterialien wie naturbelassene Hölzer und ökologische Dämmstoffe.
Holzbauten stellen ganz besondere Anforderungen an Statik, Wärme-, Hitze- und Schallschutz. Neben den allgemeinen Vorgaben für das Gebäude fordert die Bauphysik eine speziell auf die Bauweise abgestimmte Planung – damit das Haus nicht nur lange steht und persönlichen wie rechtlichen Anforderungen genügt, sondern auch auf Dauer ein angenehmes Raumklima bietet. Beim Holzbau als klassische „Leichtbauweise“ ist es zum Beispiel wichtig, masseabhängige Phänomene wie Schallschutz und sommerlichen Hitzeschutz umsichtig zu planen: Eine sichtbare Holzbalkendecke ohne massereiche Auflage wie Kalksplitt oder Pflastersteine bietet keinen entsprechenden Schallschutz; ein Holzständerbau ohne entsprechende Ausfachung mit massereichen Materialien wie Lehmsteine oder Holzweichfaserplatten kann sich an heißen Sommertagen überhitzen.
Der Architekt legt für die verschiedenen Anforderungen Ausführungsdetails fest. Er weiß, wie Holzdecken aufgebaut sein müssen, damit sie die Schallschutzwerte für Ein-, Zwei- oder auch Mehrfamilienhäuser erreichen. Entscheidend sind hier Masseauflage, Abhängung und Dämmung. Er achtet darauf, eine Wohnungstrennwand in einem Mehrfamilienhaus so zu planen, dass nicht jeder Spätheimkehrer alle übrigen Bewohner weckt. Denn guter Schallschutz hat erheblichen Anteil an einem angenehmen Wohnambiente. Lärm – innerhalb wie außerhalb des Hauses – stellt nach aktuellen Umfragen eine der größten Umweltbelastungen für unsere Gesellschaft dar.
Doch auch den sommerlichen Hitzeschutz gilt es im Voraus zu bedenken. Architekten können durch Sonnenstandsverläufe die Einstrahlung in das Haus simulieren und berechnen, wo Speichermassen wie Lehmwände oder Estrichböden Sinn machen und welche Maßnahmen erforderlich sind, damit sich der leichte Baukörper nicht übermäßig erwärmt. Denn nicht nur hohe Dämmwerte, auch ein guter sommerlicher Hitzeschutz trägt entscheidend zur Wohnbehaglichkeit bei. Wenn wir davon ausgehen, dass bei fortschreitender Klimaerwärmung die Sommer immer heißer werden, bekommt dieser Aspekt eine zunehmende Bedeutung.
Holz ist somit nicht nur einer der ältesten Baustoffe der Welt, sondern auch gleichzeitig einer der zukunftsfähigsten. Die Bauwerke sind umweltfreundlich und energiesparend aus nachwachsendem Rohstoff erstellt, kostengünstig durch kurze Bauzeiten und – bei entsprechend sorgfältiger Planung der bauphysikalischen Details – für den Bewohner sehr behaglich.
Geeignete Architektinnen und Architekten finden sich unter www.architektenprofile.de.

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