Gestaltungsbeirat

Service

Die Architektenkammer Baden-Württemberg empfiehlt allen Kommunen, ein Sachverständigengremium zu berufen, das politische Institutionen und Fachverwaltungen in Fragen der Architektur, Stadtplanung und des Stadt- bzw. Ortsbildes unterstützt. In 27 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg sind bisher feste Gestaltungsbeiräte eingerichtet. Einige Kommunen nutzen den mobilen Gestaltungsbeirat der AKBW. Doch auch für private oder gewerbliche Bauherrschaft kann ein Gestaltungsbeirat interessant sein.

Jede Stadt hat ihr Gesicht – das will gewahrt und gleichzeitig sinnvoll weiterentwickelt werden. Ein Gestaltungsbeirat besteht aus interdisziplinären Fachleuten, die stadtbildprägende Bauvorhaben beurteilen und Kommunen oder Institutionen unabhängig beraten – unter Berücksichtigung aller ökönomischen, ökologischen und städtebaulichen Aspekte. Er gibt Empfehlungen zur Wahrung der charakteristischen Stadtidentität und trägt somit zur Bewusstseinsbildung für anspruchsvolle Architektur und für eine lebenswerte und qualitätvoll gebaute Umwelt bei.

Das Fachgremium berücksichtigt sowohl die Interessen der Bauherrschaft als auch der Öffentlichkeit und kann gegebenenfalls zwischen den verschiedenen beteiligten Gruppen vermitteln. Das beugt Konflikten vor und verhindert Missplanungen. Der Gestaltungsbeirat sollte deshalb von Städten und Gemeinden nicht als Störenfried gesehen werden, der ihnen vermeintlich Entscheidungskompetenzen abspricht, sondern als hilfreiches Mittel, erfolgreiche Stadtentwicklung zu betreiben.

Die Zahl der festen Gestaltungsbeiräte in Deutschland wächst dem aktuellen Baukultur Bericht 2016/17 zufolge. Im Jahr 2016 kamen sieben neu gegründete Gestaltungsbeiräte hinzu, ein weiterer wurde bereits beschlossen. Unter anderem Freiburg, Karlsruhe, Tübingen und Stuttgart haben bereits feste Gestaltungsbeiräte. Eine Übersicht der Städte und Gemeinden, in denen ein fixer Beirat existiert, kann auf der Internetseite der Bundesstiftung Baukultur abgerufen werden.

Für die Kommunen, die noch nicht über ein festes Gremium verfügen, besteht die Möglichkeit, den mobilen Gestaltungsbeirat der Architektenkammer Baden-Württemberg in Anspruch zu nehmen und so die Arbeitsweise und Vorteile eines Gestaltungsbeirats kennenzulernen. Vor allem für kleinere Kommunen, denen der finanzielle und organisatorische Aufwand zur Einrichtung oft zu groß erscheint, ist dies ein attraktives Angebot.

Mobiler Gestaltungsbeirat der Architektenkammer Baden-Württemberg

Die Architektenkammer Baden-Württemberg hat als erste der 16 Länderkammern einen mobilen Gestaltungsbeirat eingerichtet, dessen Geschäftsordnung der Landesvorstand am 27. März 2012 verab­schiedet hat. Er steht Kommunen, aber auch privaten oder gewerblichen Bauherren bei ihren Bauvorhaben auf Antrag beratend zur Seite.

Im oberschwäbischen Weingarten kam er 2012 erstmals zum Einsatz. Es folgten unter anderem Merzhausen, Isny, Radolfzell, Oberkirch, Ettlingen und Lauffen am Neckar. Obwohl sich laut Baukultur Bericht 2016/17 (S. 113 f.) knapp ein Drittel der deutschen Gemeinden für einen mobilen Gestaltungsbeirat interessieren, ist die Nachfrage bisher eher gering. Dabei kann dessen Einsatz die Entscheidung erleichtern, ein solches Sachverständigen­gremium fest zu berufen. Das Votum des Gestaltungsbeirats stellt eine Empfehlung für die antragstellende Kommune bzw. Institution dar.

Der mobile Gestaltungsbeirat wird entsprechend den Vorstellungen des Auftraggebers individuell zusammen­gestellt. Die Peisrichterliste der AKBW verzeichnet Kammermitglieder, die für den Gestaltungsbeirat zur Verfügung stehen.

Maren Kletzin / 10.01.2017

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in der Landesgeschäftsstelle

Carmen Mundorff

Carmen Mundorff
Architektur und Medien
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Geschäftsordnung des
mobilen Gestaltungsbeirats

Der mobile Gestaltungsbeirat ist eine Dienstleistung der AKBW und kann von Kommunen berufen werden, in denen noch kein fester Gestaltungsbeirat eingerichtet ist. Auch private oder gewerbliche Bauherren können den Einsatz des mobilen Gestaltungsbeirats beantragen.

Die Geschäftsordnung als PDF