Energie zum Anfassen

Architektur

Vermittlungsarbeit im Themenbereich Klima, Energie und Nachhaltigkeit: darauf liegt der Schwerpunkt der diesjährigen Netzwerkveranstaltung 'Architektur macht Schule' am 10. Oktober. In drei parallel laufenden Workshops sollen drei unterschiedliche Ansätze verfolgt werden.

Wodurch zeichnet sich ein energieeffizientes Gebäude aus und wie lassen sich diese Grundzüge anschaulich an Jugendliche vermitteln? Eine beliebte Methode ist der Modellbau. Wie dieser konkret aussehen kann, ist Thema eines Workshops. Vor dem Hintergrund, dass Schulen selten das Geld für teure Materialien haben, beginnt der kreative Prozess bereits mit den Überlegungen, welche einfachen Mittel sich für die Darstellung eignen. So lassen sich mit unterschiedlichen Kartonen und Kreiden einzelne Materialschichten und die Oberflächenbeschaffenheit detailliert darstellen. Entstehen soll ein - auch gestalterisch - anspruchsvolles Modell. Die Leitung des Workshops liegt bei Robert Thomsen, Architekt und Lehrer für Bildende Kunst in der Oberstufe eines Technischen Gymnasiums.

Eine weitere Gruppe macht sich mit dem Programm "Klimadetektive" vertraut. Dabei geht es um das praxisnahe Erforschen eines Gebäudes, in der Regel die eigene Schule, die mit Hilfe von Fragebögen und Arbeitsblättern untersucht wird. Fachbegriffe und Zusammenhänge werden vermittelt, Licht, Luft, Wärme, Material und Konstruktion des Gebäudes unter die Lupe genommen und ihr Einfluss auf die Behaglichkeit ermittelt. Die Unterrichtsmaterialien Klimadetektive stehen in zwei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden (Klassen 3 bis 7 sowie Klassen 8 bis 11) zur Verfügung und werden von Architekten in Schulen an einem Vormittag durchgeführt. Dipl.-Ing. Katharina Matzig, in der Bayerischen Architektenkammer Ansprechpartnerin für die Baukulturvermittlung an Kinder und Jugendliche, stellt in dem Workshop die Materialien und den Projektverlauf vor.

Die dritte Gruppe beschäftigt sich mit der Frage, wie wir uns in Zukunft klimafreundlich und energieeffizient fortbewegen und welche Aufgaben dabei städtebauliche Strukturen erfüllen müssen. Es geht um die Umverteilung des öffentlichen Straßenraums zugunsten alternativer Fortbewegungsmittel wie das Fahrrad - oder die Beine. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wird der Stadtraum in Form eines sogenannten "dérive" zu Fuß erkundet und analysiert. Geschult werden soll die eigene Raumwahrnehmung, sichtbar gemacht werden urbane Phänomene, zum Beispiel bauliche Lücken in einem verdichteten städtebaulichen Kontext. Die Inhalte des Workshops eignen sich zur Weitervermittlung an 13- bis 18-Jährige. 

"Wo ist denn überhaupt dieser Österreichische Platz?" - eine Aktion von Stadtlücken e.V. im Oktober 2016

Die Leitung übernimmt ein vierköpfiges Team: Sebastian Klawiter, Carolin Lahode, Valerie Rehle und Sarah Ann Sutter. Sie sind Mitinitiatoren des Projekts "Stadtlücken", bei dem es darum geht, nicht nur bauliche, sondern auch soziale oder rechtliche Lücken in Stuttgart aufzuspüren und sie mit alternativen Nutzungskonzepten als Freiräume für Jung und Alt zu erschließen.

Wie können wir anders leben?
Die Keynote rückt die politisch-philosophische Dimension des ökologischen Handelns in den Blick: Ein Umdenken ist notwendig, um nachhaltiges Planen und Bauen Realität werden zu lassen. Insbesondere junge Menschen benötigen Perspektiven, um Zukunft zu gestalten.

 

Energie zum Anfassen

Vermittlungsformate für Schülerinnen und Schüler

Dienstag, 10. Oktober 2017, 13 bis 19 Uhr, Haus der Architekten, Danneckerstr. 54, 70182 Stuttgart

Grußwort
Markus Müller, Freier Architekt und Stadtplaner, Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg

Workshops

  1. Energieeffizienz ins Modell gebracht
    Dipl.-Ing. Robert Thomsen M.A. Architekt, Bühnenbildner und Lehrer
  2. Klimadetektive: ein Schul-Projekttag zu Energieeffizienz und Klimaschutz
    Dipl.-Ing. Katharina Matzig, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit / Architektur macht Schule, Bayerische Architektenkammer
  3. Nachhaltige Fortbewegung durch urbane Strukturen - ein Selbstläufer
    Team vom Verein Stadtlücken e.V.: Valerie Rehle M.A. Innenarchitektin; Sebastian Klawiter M.A. Architektur; Carolin Lahode M.A. Architektur; Sarah Ann Sutter M.A. Architektur

Keynote
Wie können wir anders leben? - Philosophische Perspektiven angesichts des Klimawandels
Prof. Dr. Jürgen Manemann, Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover

Schlusswort
Ulrich Schwille, Freier Architekt, Architektur macht Schule - begleitendes Landesvorstandsmitglied der Architektenkammer Baden-Württemberg


Die Veranstaltung (VA-Nr. 17915) richtet sich gleichermaßen an alle Kammermitglieder, die sich in der Bildungsarbeit engagieren möchten, wie an Pädagoginnen und Pädagogen, die an Fachwissen aus Architektur und Stadtplanung interessiert sind. Sie dient dem Austausch zwischen den Disziplinen und soll künftigen Kooperationen den Weg ebnen.

Die Veranstaltung ist von der Architektenkammer mit 4 Unterrichtsstunden als Fortbildung für Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner mit Berufserfahrung anerkannt. Die Teilnahmegebühr beträgt für Kammermitglieder 50 Euro, für Pädagoginnen und Pädagogen liegt sie bei 25 Euro.

Bitte geben Sie bei Ihrer online-Anmeldung im Formularfeld "Bemerkungen" ein, an welchem der drei Workshops Sie teilnehmen möchten: 

  1. Energieeffizienz ins Modell gebracht
  2. Klimadetektive: ein Schul-Projekttag zu Energieeffizienz und Klimaschutz
  3. Nachhaltige Fortbewegung durch urbane Strukturen – ein Selbstläufer
Claudia Knodel / 31.07.2017