Architekturbiennale in Venedig

Architektur

Staatssekretär Günther Adler sieht den Deutschen Pavillon auf der weltweit bedeutendsten Architekturschau als Visitenkarte der Bundesrepublik. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat legt folglich Wert auf kreative Ideen.

Mit ihrem städtebaulichen und gesellschaftspolitischen Ansatz ist den Kuratoren Graft Architekten mit Marianne Birthler eine ausgezeichnete Ausstellungsarchitektur gelungen. Beim Betreten des Pavillons zeigt sich zunächst (wenn man den richtigen Standpunkt hat) eine geschlossene schwarze Mauer, tritt man zu Seite wird sie durchlässig - eine Frage der Perspektive. Im Pavillon werden u.a. Projekte gezeigt, die für kreative Aneignungsprozesse im ehemaligen Todesstreifen stehen, aber auch Interviews mit Menschen, die heute in Ländern mit Mauern leben ('wall of opinions' genannt). Somit gelingt dem Beitrag der Bogenschlag zur fortschreitenden Globalisierung: Während der amerikanische Präsident eine Mauer zwischen den USA und Mexiko bauen will, sind wir glücklich über die friedliche Revolution, die vor 28 Jahren zum Fall der innerdeutschen Mauer geführt hat.

Christine Edmaier, Berlin, Karin Loosen, Hamburg, Brigitte Holz, Hessen, Markus Müller und Stephan Weber, BW, Barbara Ettinger-Brinckmann, BAK und Christine Degenhart, Bayern
Carmen Mundorff / 25.05.2018