Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Böblingen 2009 - 2017"

Bäckerei Baier - Backhaus, Laden und Café

Hewlett-Packard-Str. 2
71083 Herrenberg

Architekten
Michael Grüninger, Herrenberg
Bauherr
Jochen Baier, Herrenberg
Fertigstellung
2016

Begründung der Jury
Das Backhaus ist die Antithese zur industriellen Backfabrik. Das prononcierte Flachdach mit seiner gläsernen Fassade lädt die Besucherinnen und Besucher ein und signalisiert bereits den qualitativen Anspruch der Back-Manufaktur. Mit dem großzügigen Blick durch die Glasscheibe des Cafés in die Herstellungsräume verwirklicht das Gebäude die Forderung nach Transparenz einer gläsernen Produktion. Der Premium-Anspruch der Produkte spiegelt sich in der hochwertigen Materialwahl des Gebäudes und in der Inneneinrichtung wider. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden wertige Arbeits- und Aufenthaltsräume geschaffen. Das Gebäude nimmt die Topographie mit der Backstube im Hanggeschoss geschickt auf und ist überdies energetisch beispielhaft ausgerüstet.

Objektbeschreibung

Generalplanung: Fa. Kohler & Nickel, Claus Nickel

Das Grundstück liegt direkt an der B 28 von Richtung Tübingen / Autobahn kommend vor dem südl. Stadteingang von Herrenberg im Industriegebiet „Holzsteig“ des Stadtteils Gültstein. Dem Traditionsunternehmen Bäcker Baier, dessen Historie bis ins Jahr 1835 zurückreicht, wurde es in der Backstube im Stammhaus in der Altstadt Herrenbergs zu eng. Firmeninhaber Jochen Baier entschloss sich für den Neubau eines Backhauses mit Café und Verwaltung auf der grünen Wiese vor den Toren Herrenbergs.

Schwerpunkt im neuen Gebäude sollte eine moderne Backstube sein, in der zukünftig mit neuester Technik und alter bewährter Handwerkskunst die alten und neuen Rezepte vom Bäcker Baier umgesetzt werden sollten. Das Café sollte den Charakter eines „Backstuben–Ladens“ erhalten. Am liebsten hätte Jochen Baier Backstubentische aufgestellt und seine frischen Backwaren und
Konditorspezialitäten direkt vom Tisch weg an die Kunden verkauft. Das ging natürlich aus hygienetechnischen Gründen nicht. Und so entwickelten Bauherr und Architekt zusammen mit der Ladenbaufirma Schweitzer ein neuartiges Theken und Verkaufskonzept, bei dem der traditionelle Backstubentisch Pate stand.

Die Körbe aus der Backstube sind für den Kunden sichtbar hinter einer Glasfront unter der Verkaufstheke verstaut. Diese Theke ist als Tisch mit vorgelagerter Glaskonstruktion konzipiert, welche als „Hygienebarriere“ dient. Das Brotregal, das normalerweise vor einer Wand montiert ist, schwebt beim neuen Bäcker Baier, über eine Stahlkonstruktion an der Decke befestigt, über einem riesigen Backstubentisch der das Zentrum des Ladenbereiches bildet.

Durch diesen „Kniff“ wird für den Kunden der Blick in die Ladenbackstube freigeben – alles ist zu sehen – komplette Transparenz für den Kunden! Diese Transparenz wurde auch im Café umgesetzt, von dem man über eine riesige Brandschutzverglasung den direkten Blick in die ein Geschoss tiefer liegende Backstube hat. Um den Geist der Bäckervorfahren spürbar zu machen, wurden aus originalen, über 100 Jahre alten Teigmachtischplatten zwei Hochtische gefertigt, an denen der Kunde erkennen kann, dass Teigkneten das Holz um mehrere Zentimeter im Laufe der Jahrzehnte abtragen kann.

Das Ziel von Bauherr und Architekt war Tradition und modernes Handwerk in einer stimmigen und nachvollziehbaren Atmosphäre zu präsentieren und dabei mit wertigen Materialien zu arbeiten – wie es schon seit Generationen Tradition ist beim Bäcker Baier in
Herrenberg.

Fotos
Andreas Sporn Photography
externe Verbindung (maps.google.com), Datenschutzhinweis akzeptiert
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Carmen Mundorff
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