Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Heidelberg 2003 - 2010"

CUBUS - Wohnen im alten botanischen Garten

Voßstr. 8, 10, 12, 14
69115 Heidelberg

Architekten
Bilger Fellmeth Architekten BDA Frankfurt am Main
Bauherr
Heidelberger Wohnbau GmbH + Co KG, Andreas Epple, Dietmar Friedewald, Heidelberg
Fertigstellung
2010

Begründung der Jury
Leitmotiv für die städtebauliche Anordnung der vier Wohngebäude war es, sie in einen vorhandenen Baumbestand einzubinden. Es gelang mit einer windmühlenartigen Stellung zueinander, die einen Erschließungshof mit interessanten Durchblicken entstehen lässt. Dessen steinerne Ausformung steht ebenso in einem spannungsvollen Kontrast zum umgebenden Grün wie die klaren weißen Kuben selbst. Cubus zeigt beispielhaft, wie es gelingen kann, eine hohe Verdichtung ohne qualitative Abstriche zu erzielen. Die quadratische Grundrissform der Wohnungen mit mittiger Erschließung ermöglicht unterschiedliche Raumdispositionen. Mit der Staffelung von Balkonen und Loggien erhalten die an und für sich einfachen Baukörper eine gekonnte Spannung.

Objektbeschreibung

Das Projekt "Cubus" ist im Bereich des ehemaligen botanischen Gartens auf dem Klinikgelände Bergheim in Heidelberg entstanden.
Der Entwurf wurde 2007 mit dem 1. Preis eines Realisierungswettbewerbs prämiert und im Anschluss zügig realisiert.
Das Vorhaben umfasst den Bau von 49 hochwertigen Eigentumswohnungen in innerstädtischer Lage.

Städtebau
Als Bestandteil des Geländes "Altklinikum Bergheim" stellt sich die neue Bebauung als prägnante Eigenform dar. Die umliegenden Großbauten und Ensemble-Strukturen tun dies ebenfalls, jedes auf seine Weise und in seiner Zeit.
Diese bestehende Ansammlung von eigenwilligen Charakteren wird durch einen weiteren baulichen Typus bereichert, ein Carré aus vier Häusern, die um ein gemeinsames Podest arrangiert sind.
Die Stellung der Häuser bezieht sich gleichwohl auf die benachbarte Krehl-Klinik, einzig der westliche Baukörper ist in die Bauflucht der benachbarten Vangerowstraße verdreht.
Die vier Gebäude sind mit 4, 5, 6 und 7 Geschossen in ihrer Höhe gestaffelt, wobei der südliche Bau als niedrigstes Element der Krehl-Klinik auf Augenhöhe gegenübersteht.
Die Bauten kreisen um eine neue Mitte, einen begrenzten Platz, einen engen gemeinsamen Raum, von dem aus die privaten Wohnungen erschlossen werden. Diese wiederum nutzen den weiten Blick ins umliegende Grün, den 360° Rundbezug zu Stadt, Land, Fluss.

Architektur
Die Punkthäuser sind systematisch als flexible Rohlinge konzipiert, deren Merkmale zunächst durch die Wahl der baulichen Kriterien bestimmt werden: Abmessung, Orientierung, Erschließung, innenräumliche Zonierung, Raster, Statik und Befensterung.
Die variable Flächendisposition erlaubt das Einfügen der gewünschten Wohnungsgrößen von ca. 50-200m².
Küche und Bad werden pro Gebäudehälfte jeweils in einer Zone für Nebenräume gebündelt.
Der mittige Treppenhauskern gibt den vollen Umfang der Gebäudekörper für eine großzügige Fassadengestaltung frei.
Die jeweilige Hauptorientierung der Häuser nach Süden und Westen wird durch einen lebhaften Wechsel von geschichteten Loggien und Terrassen geprägt, während die jeweiligen "Rückseiten" eine glatte Oberfläche ausweisen. Die Geometrie der Loggien und Terrassen begünstigt dabei den privaten Charakter dieser Außenbereiche und seiner Ausblicke in die umliegenden Baumkronen.

Landschaftsplanung
Das landschaftliche Gestaltungskonzept unterscheidet zwischen zwei unterschiedlichen Freiräumen: der parkartigen Gestaltung des "Botanischen Gartens" und dem neuen zentralen Platz als steinernem Plateau im Grün. Die Baumbestände unterschiedlicher Arten sind Ausgangspunkt für die Gestaltung der Außenanlagen, wesentliche Baumfiguren bleiben erhalten.
Die bestehende Mischung aus Großbäumen wird durch Baumgruppen verschiedener, vorwiegend einheimischer Arten ergänzt.
Gemeinsam mit dem bereits vorhandenen Grün soll der Charakter einer fließenden Parklandschaft entstehen, die von Ahornarten, Eichen, Platanen und vereinzelten Kiefern geprägt ist. Räumliche Angelpunkte werden durch Blütenbäume akzentuiert. So werden beispielsweise Blickbeziehungen von der Platzfläche in den Park besonders hervorgehoben. Das angehobene Platzpodest bildet dabei als scharfkantige Steinfläche einen bewussten Kontrast zur weichen Modellierung des umliegenden Grüns.

Fotos
Wolfgang Steche

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