Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Heidelberg 2003 - 2010"

"Denkmal verpflichtet" - Umbau und Sanierung - der ehemaligen Leitz'schen Mühle


69118 Heidelberg

Architekten
Architekturbüro Jürgen Mayer BDA Heidelberg Projektleiter: Martin Betz, Christian Stieber
Bauherr
privat
Fertigstellung
2009

Begründung der Jury
Nach Zurückbau und Freilegung der aus dem 17. Jahrhundert stammenden Wassermühle galt es, die Altbausubstanz zu sanieren bzw. zu erneuern. Zu den neu und gekonnt gestalteten Wohn- und Büroflächen kam ein verglaster Anbau hinzu, der sowohl Wintergarten wie auch Wellnessbereich einschließt. Alt und Neu stehen bewusst und spannungsreich im Kontrast zueinander. Umbau und Sanierung dieses seit langem baufälligen Gebäudes ist ein Beispiel für den sensiblen Umgang mit historischem Erbe.

Objektbeschreibung

Vorgabe des Bauherrn war der Umbau und die Sanierung und die daraus folgende Nutzung als Wohngebäude einer historischen Wassermühle im ehemaligen Mühlental Wolfsbrunnen. Der Wunsch war ein sensibler Umgang mit der historischen Bausubstanz, teilweise aus dem 17. Jahrhundert, und eine klare Ablesbarkeit neuer Bauteile.

An dem Hauptgebäude wurden im Laufe der Jahrzehnte mehrere Veränderungen und Eingriffe in die vorhandenen Raumstrukturen vorgenommen: Durch den Einbau von Bädern, Verkleidung von Wänden, Abbruch von historischen Bauteilen. Zu Beginn der Arbeiten war es deshalb notwendig, das gesamte Gebäude auf die historische Grundsubstanz zurückzubauen, sämtliche Verkleidungen und Aufdoppelungen sowie nachträglich zugefügte Bauteile zu entfernen und freizulegen. Nach Prüfung der historischen Bausubstanz auf Qualität und Wiederverwendbarkeit wurde das Planungskonzept darauf abgestimmt. Die ursprüngliche erste Grundstruktur des Gebäudes wurde hierbei als Grundlage verwendet.

Das Erdgeschoss dient hauptsächlich zu Wohnzwecken und beherbergt den Wohnraum, die Küche, das Esszimmer sowie die großzügige Eingangshalle mit Treppe zu den oberen Bereichen. Das Obergeschoss ist der Familie vorbehalten mit einem Elternbereich, Ankleide- sowie Kinderzimmern und Bädern. Das erste Dachgeschoss hat auf Grund der vorhandenen Hangsituation einen separaten Zugang von außen und wird vom Eigentümer als privates Büro und Besprechungsbereich genutzt.

Auf Grund der sehr schlechten vorgefundenen Gebäudesubstanz im Bereich der alten Durchfahrt wurde hier eine neue durchgehend großzügige Treppenanlage vorgesehen, welche alle Geschosse miteinander verbindet. In diesem Bereich mussten die größten Sicherungsmaßnahmen und Veränderungen vorgenommen werden.

Das Hauptgebäude hatte zu früheren Zeiten einen Anbau auf der Ost- und Westseite, die in Teilen nur noch als Fragmente bzw. auf der Westseite nicht mehr vorhanden waren. Die Grundmauern des ehemaligen Ostanbaues wurden wieder freigelegt, das dort befindliche Notdach entfernt und durch eine neue Betondecke ersetzt. Dieser Bereich wird nun im Untergeschoss als Wellness- und Fitnessbereich genutzt. Zur zusätzlichen Belichtung dieses Untergeschosses und der Erschließung dieses Bereiches wurde ein verglaster Anbau vorgesehen, der gleichzeitig Wintergarten- und Belichtungsfunktion des Wellnessbereiches übernimmt.

Wo die Altsubstanz es zuließ, wurde diese freigelegt und wieder aufgearbeitet und sichtbar beibehalten. Übergänge und Brüche wurden bewusst herausgehoben und dargestellt. Die Altsubstanz wurde nicht geschönt, sondern lediglich in ihrem Bestand gesichert. Neue Bauteile wie Treppen, Geländer, Beläge wurden im bewussten Kontrast zur historischen Bausubstanz gewählt. Die Details beschränken sich auf ein Minimum, sodass im Wesentlichen nur Materialitäten erkennbar sind. So entsteht ein spannungsreiches und interessantes Neben- und Miteinander von Alt und Neu.

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