Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Karlsruhe Landkreis 1996 - 2006"

Einfamilienhaus

Kirchstraße 84 A
76689 Karlsdorf-Neuthard

Architekten
vautz mang architekten bda Stefan Mang, Tatjana Vautz Stuttgart
Bauherr
Carmen und Martin Geissler, Karlsdorf-Neuthard
Fertigstellung
2001

Begründung der Jury
Geschickt in vorhandene Strukturen eingefügt, entspricht das Gebäude mit seiner scheunenhaften Anmutung in dichter Bebauung den Vorgaben des Bestandes. Interessante Innenräume mit großzügigem Volumen unterstreichen die Herkunft des Gebäudes. Die Konstruktion und einfache, aber überzeugende Details entsprechen der qualitätvollen Architektur. Farbige Beschichtungen der Fassaden beleben den dichten dörflichen Hofraum.

Objektbeschreibung

Eingebunden in die gewachsene Struktur des Ortskerns von Neuthard befand sich ein Grundstück mit Wohnhaus und großer Scheune im Besitz der Familie Geißler. Das Wohnhaus war jedoch für die vierköpfige Familie viel zu klein, eine Erweiterung oder gar ein vollständiger Neubau in der engen Hofsituation und im zur Verfügung stehenden Kostenrahmen nicht realisierbar.
Die genauere Untersuchung der seit langem ungenutzten Scheune zeigte, dass das gemauerte Erdgeschoss, der ehemalige Stall, solide und tragfähig, allerdings auch stark durchfeuchtet war. Die Holzkonstruktion des oberen Geschosses und des Dachstuhls ließ wegen der extrem knappen Dimensionierung der Balken eine Umnutzung für Wohnzwecke nicht zu.

So entstand schließlich das endgültige Umnutzungs- und Neubaukonzept: einerseits so viel wie möglich der vorhandenen Substanz zu erhalten und weiter zu nutzen, gleichzeitig aber dort wo erforderlich auch entschieden neu zu bauen und zu ergänzen. Das Vorderhaus bleibt Wohnhaus, wird renoviert und als "Einliegerwohnung" vermietet. Das Erdgeschoss der Scheune wurde für Abstellzwecke, die Haustechnik und als Garage hergerichtet. Kosten für einen "Keller", Garage, und Fundamentierung konnten so auf ein Minimum beschränkt werden. Auf das bestehende Mauerwerk wurde jetzt die Wohnung als neue Holzkonstruktion gesetzt, ihre Struktur und ihr Äußeres abgestimmt auf die neue Funktion. Die Strategie der Umnutzung ist direkt ablesbar.

Der neue Teil des Hauses führt dabei typische Elemente der umgebenden Bebauung fort. Es bleibt eine kompakte Kubatur, die ruhige Struktur der großen Scheunendächer wird ergänzt. Jede Seite hat nur ein "modernes" Element in angemessener Größe: zum einen die Gaube und zum andern das durchlaufende Lichtband entlang des Firstes.

Das Innere überrascht mit einem großen, fließenden Raum vom Eingang durch den Galerieraum über die Gaube bis zum Schlafzimmer. Herzstück des Familienlebens ist der große Esszimmer- und Küchenbereich mit dem großen Tisch. Licht kommt aus vier Richtungen, selbst an trüben Tagen ist es hell und freundlich. Vertikalmarkisen, Schiebeläden und eine Pergola mit Gewächshausstoren sorgen für angenehmes Klima.

Das Dachgeschoss ist vor allem den Eltern vorbehalten. Galerie, Schlafzimmer und Elternbad bieten hier gestaffelte Rückzugsmöglichkeiten. Die Gaube ist wie ein "aufgeklapptes" Stück des Daches behandelt: die Trennwände sind in diesem Bereich verglast, so dass ein großzügiges Panorama in die Gärten möglich wird und das Schlafzimmer durch die Verlängerung der Fensterfront als Teil des Gesamtraums wirkt.

Farb- und Materialwahl geben den Innenräumen Behaglichkeit: Naturholz, warmes Terrakotta-Orange, gebrochenes Weiß und ruhiges Dunkelviolett, als Kontrast und Übergang nach außen ein Blaugrau für die Unterseite des Gaubendaches.
Holz als das Wunschmaterial für die Fassade wurde in Form großformatiger Fichte-Dreischichtplatten umgesetzt, die Farbigkeit außen im Kontrast zum Innern in frischen Grüntönen, ähnlich denen alter Scheunentore, ausgeführt.

Die Konstruktion ist ablesbar: die Haupttragelemente sind unverkleidet und die Gipsfaserverkleidung ist als solche an den Fensteröffnungen direkt erkennbar. Es wird nicht der Eindruck eines Massivbaus vorgetäuscht.

Das gewählte Konzept, die eingesetzten Konstruktionen und umfangreiche Eigenleistungen ermöglichten günstige Baukosten (774,00 Euro brutto/qm Gesamtfläche).

Fotos
Bernd Friese

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