Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Heidelberg 2003 - 2010"

Elisabeth-von-Thadden-Schule - Anbau eines Speisesaals

Klostergasse 2-6
69123 Heidelberg

Architekten
Hansjörg Maier und Partner Freie Architekten, Heidelberg
Bauherr
Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden, Karlsruhe
Fertigstellung
2007

Begründung der Jury
Im Zuge des vom Land stark geförderten Ausbaus zu Ganztagsbetrieben sehen sich viele Schulen vor der Aufgabe, bei begrenzten räumlichen Ressourcen Möglichkeiten zur Einnahme einer Mittagsmahlzeit zu schaffen. Bei der Elisabeth-von-Thadden-Schule kamen Auflagen des Denkmalschutzes hinzu. Durch die Ausbildung des neuen Speisesaals als gläserner Anbau im Eingangsbereich ist es gelungen, einen sehr lichten, nach innen wie nach außen einladenden Raum zu schaffen, der auch die ohnehin beengte Zugangssituation überspielt. Der Übergang zwischen Innen und Außen ist angenehm fließend.

Objektbeschreibung

Umfang: ca. 200 m²
Tragwerksplanung: Ing.Büro Gerhard Brauch, Heidelberg

Die Elisabeth-von-Thadden-Schule befindet sich auf dem weitläufigen, parkähnlichen Gelände des Schlosses im Heidelberger Stadtteil Wieblingen. Das unter Denkmalschutz stehende Schloss mit Nebengebäuden und Gartenanlage wurde im Jahre 1727 errichtet. 1920 gründete hier im Schloss Elisabeth von Thadden eine Mädchenschule mit Internat. Mit Blick auf die sich ändernden Erfordernisse des Schulbetriebs befindet sich die Institution seitdem immer wieder im baulichen Wandel. Es entstand ein Gebäudeensemble, das sich um den Schulpark gruppiert.

In den Jahren 2006-2007 wurde das Schloss unter Leitung des Architekturbüros Maier und Partner umstrukturiert und behutsam restauriert. Das erweiterte Raumprogramm für den Ganztagesbetrieb wurde hier sinnvoll untergebracht. Außerdem ist durch den Einbau eines Aufzuges die barrierefreie Nutzung gewährleistet worden. Da der Platzbedarf für den Mittagstisch nicht ausreichend war, wurde das Schloss um einen eingeschossigen, flachen Anbau für Speisesaal mit Bibliothek erweitert. Im Untergeschoss sind die Nebenräume der Küche angeordnet.

Das moderne, leicht und transparent wirkende Gebäude tritt in Dialog mit dem denkmalgeschützten Altbau. In Konstruktion und Materialität setzt es sich deutlich vom Bestand ab. Durchblicke und Spiegelungen schaffen eine enge Verbindung von Innen- und Aussenräumen.
Eine leichte Dachkonstruktion aus sichtbaren Stahlträgern und Trapezblech wurde auf eine Betonwand und Stahlstützen aufgelegt. Die Fassade des Bestandes bleibt im Innern komplett erhalten und sichtbar. Ehemalige Fenster- und Türöffnungen schaffen ebenerdige, räumliche Verbindungen zum Altbau. Hier sind im Erdgeschoss ebenfalls Mensaräume angeordnet.

Die Schauseite des Anbaus ist komplett verglast und hat nach außen öffnende Fenstertüren. Sie gibt den Blick frei auf die Fassade des Schlosses und auf das Schulgelände. Die umlaufende Glasfuge zur Altbaufassade verstärkt die Transparenz. Die äußeren Wandverkleidungen mit roten Fassadentafeln setzen Farbakkzente.
Die Innenraumgestaltung ist geprägt von Sichtbeton und dem hellen Holz der großen Bücher-Regalwand. Die geölten Eichendielen des Bodenbelags schließen niveaugleich an das vorgelagerte Holzdeck an. Der Übergang zwischen Innen und Außen scheint fließend.

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