Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Hohenlohekreis 2008 - 2016"

Freianlagen Umfeld "Alter Bahnhof" mit neuem Busbahnhof

Bahnhofstraße
74653 Künzelsau

Architekten
EU Elke Ukas Landschaftsarchitekten bdla, Karlsruhe
Bauherr
Stadt Künzelsau, vertreten durch Altbürgermeister Volker Lenz (1986 bis 2010) und Bürgermeister Stefan Neumann (seit 2010)
Fertigstellung
2009

Begründung der Jury
Hier ist ein kleiner harmonischer Bereich entstanden: An stadträumlich richtigen und wichtigen Punkten wurden Wegeverbindungen geschaffen. Liebevolle Details, wie die eingelegten Stahlschienen, erinnern an die ehemalige Nutzung als Bahnhof. Ganz selbstverständlich fügen sich die Busüberdachungen in das Areal ein. Die beispielhafte Umsetzung spiegelt sich in der aktiven Nutzung des alten Bahnhofs und der Platzfläche wider.

Objektbeschreibung

Im Jahr 1892 fuhr die erste württembergische Normalspur-Sekundärbahn von Waldenburg nach Künzelsau. 99 Jahre lang gehörte die Eisenbahn mit ihren Bahnhöfen, Gleisanlagen, Lokomotiven und Wagen zum Alltag im Kochertal. Die Einstellung des Personenverkehrs erfolgte 1981, die des Güterverkehrs 1991. Im Jahr 2000 waren die Gleise um den alten Bahnhof in Künzelsau dann vollständig abgebaut. Ein neuer Radweg nahm die Stelle der alten Gleisanlagen ein.

Der Umbau der "alten" Wertwiesen in die "neuen" brachte auch die Verlagerung des dortigen Busbahnhofs in die Bahnhofsstraße am alten Bahnhof mit sich. Die Anforderungen an den neuen Busbahnhof waren, die dort bereits fahrenden Linienbusse und zusätzliche Linien aufzunehmen. Durch die Aufgabe des Güterverkehrs waren nun auch die aus der Zeit noch stammenden restlichen Schotterflächen westlich des Bahnhofgebäudes in geordnete Verhältnisse mit 24 Stellplätzen zu bringen. Neue Schnurbäume "überschatten" nun allmählich die wasserdurchlässig hergestellten Stellplätze. Am westlichen Ende der Stellplätze schließt eine Pflanzfläche mit Präriestauden und Gleisschotter ab.

Die Außenflächen des Café Bistro im Erdgeschoss wurden mit einer Hainbuchenhecke zum angrenzenden Verkehr eingefasst. Die Belagsflächen wurden mit Flossenbürger Granit im Reihenverband verlegt. Zwei am Platz eingelegte Stahlschienen erinnern weiter an die alte Eisenbahnlinie von einst. Nachts leuchten zart in die Schienen eigebaute kleine LED-Lichter, die auch dann an die ehemalige Gleistrasse erinnern.
Entlang des neu erstellten Fuß- und Radweges spenden neue Ahornbäume Schatten und leiten in die Innenstadt hinein. Der Zugang von Norden ins Bistro ist mit Stahleinfassungen um die erhaltenen Platanen gestaltet – auch hier das Thema "ferro" der alten Bahngleise. Die Sitzbänke aus Gabionen wurden mit Gleisschotter verfüllt und mit Holzauflagen versehen.

Der Bushaltebereich ist mit einem Vollausbau neu erstellt worden. Bushochbordsteine und taktile Leitlinien garantieren heute den barrierefreien Einstieg in die Busse. Die Bushaltestelle liegt im Grundriss wie zwei verschobene "Gleistrassen". Zur Einbindung in den städtischen Kontext wurde eine transparente Stahl-/Glaskonstruktion gewählt. Der Wartebereich wurde damit in einen angenehmen Aufenthaltsbereich umgewandelt. Die alte Bahnhofsuhr stammt noch aus alten Beständen der Eisenbahn.

Freianlagen, Verkehrsanlagen und technische Bauwerke der Haltestellen wurden als Gesamtkonzept vom Büro Elke Ukas innerhalb der Leistungsphasen 1-8 komplett bearbeitet. Die Einweihung fand im Mai 2009 statt.

Fotos
Meinrad Heck

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