Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Mannheim 2007 - 2013"

Glücksteinquartier, Südtangente - Lärmschutzwand

Rampenweg
68163 Mannheim

Architekten
netzwerkarchitekten PartG Architekten und Stadtplaner Darmstadt
Bauherr
Stadt Mannheim, vertreten durch Dezernat IV, Fachbereich Tiefbau und Fachbereich Stadtplanung
Fertigstellung
2013

Begründung der Jury
Die Gestaltung einer Schallschutzwand als "Verkehrsbauwerk", inzwischen für Stadt- und Landschaftsraum ein Alltagsproblem, stellt eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe dar. Hier wird die Masse einer Betonwand durch aufgerasterte Intarsien in Form von Glasfliesen gekonnt aufgelöst. Zur höher liegenden Straße erfolgt ein Übergang von opaken, gepixelten Wandflächen zu transparenten Glasflächen mit Sicht auf den fließenden Verkehr. Die Kompaktheit der Mauer löst sich geschickt auf. Diese Sensibilität für Materialität und Detail hat bisher im Verkehrsbereich Seltenheitswert. Wichtig und mutgebend sind deshalb solche impulsgebende Beispiele (es geht doch…) in einem bislang häufig städtebaulich vernachlässigten Bereich.

Objektbeschreibung

Lage und Anlass
Im Zuge der Errichtung einer neuen Südtangente zur Entlastung der Kernstadt und zur Anbindung des zentrumsnahen Stadterweiterungsgebietes (Industriebrachen z.B. ehemalige John Deere Landwirtschaftsmaschinenwerke) musste eine neue Straße an die Gleisquerung Neckarauer Straße anschließen. Das südliche Widerlager dieser Gleisquerung bildet als Böschung das Gegenüber einer Wohnbebauung am jetzigen Rampenweg.
Die neue Straße wird als Rampenbauwerk bis auf ca. 4,0 Meter über das bisherige Straßenniveau des Rampenweges ansteigen und dann wieder gemeinsam mit der Neckarauer Straße abfallen.
Die Süd-West-Flanke dieser Straße wird näher an der Bestandsbebauung liegen und sie bedeutet eine deutliche erhöhte Verkehrsbelastung der Anwohner.

Aufgabe war es, eine Lärmschutzmaßnahme zu entwerfen, welche auf einer in Planung befindlichen Stützmauer des Rampenbauwerkes steht. Sie musste nach vorliegenden Erkenntnissen nicht schallabsorbierend sein. Das bedeutete, dass sie transparent sein konnte.
Die StB-Stützmauer als Planung des Ingenieurbüros Schiffer und Partner aus Saarbrücken konnte in ihrer Oberfläche bearbeitet werden.

Gestaltungsidee
Wie ein übergreifender "Film" überziehen die grünen Farbpixel das gesamte Rampenbauwerk. Die grünen Farbtöne treten in Dialog mit der vorhanden natürlichen Begrünung. Der gewählte Farbverlauf aus neun Farbtönen, von Dunkelgrün bis Mittelgrün (Bereich der Stützmauer) und von Mittelgrün bis Hellgrün (Bereich transparenten Lärmschutzelemente) folgt dabei dem sanft auf- und absteigenden Gradientenverlauf des Rampenbauwerks. Die grünen Pixel enden unregelmäßig und lassen immer wieder einen ungehinderten Durchblick zu – in Analogie zu einer hohen Graswiese, die sich ruhig im Wind bewegt.

Umsetzung
Die Farbpixel im Bereich der Stützmauer sind aus rückwärtig keramisch beschichteten Glasfliesen nach genauer Farbvorgabe hergestellt. Zur flächenbündigen Integration in die Stahlbeton-Stützwand wurde eine wiederverwertbare Schalungsmatrize als Schalungseinlage entwickelt. In die Vertiefungen wurden die Glasfliesen eingeklebt und anschließend verfugt. Im Bereich der transparenten Lärmschutzelemente (VSG-Scheiben in Stahlkonstruktion geklemmt) sind farbige Folien aufkaschiert, die das Verlegeraster der Glasfliesen ungehindert fortführen.

Fotos
Niklas Storch, netzwerkarchitekten (1-3),
Norbert Gladrow, Stadtplanung (4,5)

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