Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Karlsruhe-Land 2006 - 2013"

Johann-Peter-Hebel Schule, Umbau und energetische Sanierung

Wilderichstraße 14
76646 Bruchsal

Architekten
Feigenbutz-Architekten GbR, Karlsruhe; Partner: Tim Feigenbutz, Projektleiter: Dietrich Hechler-Oberacker, Bauleiter: Philip Pannier
Bauherr
Stadt Bruchsal, Bau- und Vermessungsamt, Gebäude- und Energiemanagement, Michaela Seyfarth
Fertigstellung
2012

Begründung der Jury
Die energetische Sanierung des in den 1960er Jahren in Stahlbetonskelettbauweise errichteten Schulbaus zeichnet sich durch einen äußerst respektvollen Umgang mit der Bausubstanz und der architektonischen Handschrift des Bestandsgebäudes aus. Form und Umfang der Eingriffe wirken an jeder Stelle überlegt und sorgfältig abgewogen. Bewusst bleibt Altes gleichberechtigt neben Neuem bestehen. Die bereits den Altbau prägende Transparenz kann durch die energetische Optimierung nochmals deutlich gesteigert werden und ermöglicht attraktive, lichtdurchflutete Klassenräume. Die klare und geschickte Neuordnung des Brandschutzes erlaubt es, im Inneren zugunsten bestehender Raumqualitäten auf weitere Einbauten zu verzichten. Ein besonders kluges, nachhaltiges Konzept, das ökonomische und gestalterische Erwartungen an energetische Schulsanierungen in gleichem Maße erfüllen kann.

Objektbeschreibung

Der Gebäudekomplex der Johann-Peter-Hebelschule, entstanden Ende der 1960er Jahre, war energetisch und optisch in die Jahre gekommen.
An der Grundschule, in unmittelbarer Nähe zum Barockschloss Bruchsal gelegen, sollte im Zuge des Konjunkturpakets II die energetische Sanierung des Bestandes sowie des Brandschutzes umgesetzt werden.

Das grundlegende Konzept der Sanierungsmaßnahmen war es, die Anforderungen der Energieeinsparverordnung und ein modernes Erscheinungsbild der Fassade im städtischen Kontext zu kombinieren.

Der mangelnde Brandschutz am Gebäude sowie die veraltete Elektro- und Sanitärinstallation mussten in Angriff genommen werden. Die Einhaltung des limitierten Budgets war hierbei die Vorgabe. Zusätzlich mussten die Umbaumaßnahmen bei laufendem Betrieb stattfinden. Das erforderte eine besondere Sanierungsstrategie, da keine Ausweichflächen im Bestand vorhanden waren.

Die neue Fassade wurde in Abschnitten vor die bestehenden Fenster gesetzt. Ein umlaufend auskragender Putzbalkon der alten Stahlbetonskelettkonstruktion konnte hierfür optimal genutzt werden. Hier wurden auch die neuen Installationen einmal um das Gebäude herum neu aufgebaut und von dort ins Innere geführt. Die Pfosten-Riegel-Fassade aus Aluminiumprofilen wurde mit Metalljalousien verschattet. Diese verbargen sich hinter einem markant ausgebildeten Metallkoffer aus Aluminiumverbundplatten, in Anlehnung an die ursprüngliche Fassadengestaltung.

Die neue Fassade wanderte ca. 80 cm nach außen, so dass die Klassenräume mehr Fläche erhielten. Das Fassadensystem ermöglicht nun maximale Transparenz und Durchlässigkeit zum Schlosspark hin. Die Grundstruktur der Fassade wurde bewusst nur behutsam verändert und an die heutigen Anforderungen angepasst. Die energetische Optimierung der Fassade hat den Energieverbrauch der Schule um ca. 50 % gesenkt.

Die Verjüngungskur des Schulgebäudes ist nun nach außen weithin sichtbar. Der gewählte grüne Farbton mit seiner frischen, beruhigenden Ausstrahlung wurde bewusst als Kontrast und Abkehr der ehemals grau-braunen Farbgestaltung des Bestands gewählt. So wurde an dieser städtebaulichen prägnanten Lage ein markantes Zeichen geschaffen. Insbesondere der vormals triste Eingangsbereich erhielt durch eine farbige Decke und neue Beleuchtung eine deutliche Aufwertung.

Die Ertüchtigung des Brandschutzes hatte oberste Priorität, deshalb musste das alte offene Treppenhaus eingehaust werden. Bisher war das Schulgebäude im Inneren sehr offen und durchlässig, dies sollte auch nach der Sanierung weiterhin spürbar bleiben. Die notwendigen Maßnahmen wurden behutsam in den Bestand integriert. Im großen Aularaum wurden über alle Geschosse Garderoben eingebaut, welche sich als grüne Volumen im Raum abzeichnen. Eine angebaute äußere Fluchttreppe dient nun als der zweite bauliche Rettungsweg.

Der Schulbetrieb konnte, durch die sehr gut funktionierende Sanierungsstrategie, mit minimalen Einschränkungen weitergeführt werden.

Fotos
Patrick Beuchert

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