Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Heidelberg 2003 - 2010"

Notwohnungen

Henkel-Teroson Straße
69123 Heidelberg

Architekten
AAg Loebner.Schäfer.Weber BDA Heidelberg
Bauherr
GGH - Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH, Heidelberg
Fertigstellung
2007

Begründung der Jury
Im Allgemeinen sollte man beim Bau von Notwohnungen versuchen, die dort lebende Bevölkerung weder durch eine periphere Lage noch durch eine ungewohnte Bauweise von der übrigen Bevölkerung abzugrenzen. Aus Abgrenzung wird leicht Ausgrenzung. Beim Bau dieser Wohnungen ist es gelungen, durch die Anordnung der Baukörper interessante Außenräume und reizvolle Durchblicke zu schaffen, und die Gebäude durch die Zurückhaltung und Klarheit der Architektur nahtlos in ihr bauliches Umfeld einzupassen.

Objektbeschreibung

Mehrere provisorische Notwohnungsquartiere in Heidelberg mussten durch Neubauten ersetzt werden.

In einem ersten Projekt entstand auf einem dreieckigen Grundstück am Ortsrand des Heidelberger Stadtteiles Pfaffengrund der Neubau einer Wohnanlage für Asylbewerber und Notwohnungen in zwei Bauabschnitten. Insgesamt mussten Wohnheimplätze für 210 Asylbewerber und zusätzliche 59 2-Zimmer-Wohnungen für Notunterbringungen errichtet werden. Ziel des Entwurfes war es, mit möglichst einfachen Elementen (teilbare 4-Zimmer-Wohnung) eine möglichst große architektonische Vielfalt bei gleichzeitig günstigen Baukosten erzielen zu können.

Architektonisches Konzept
Die clusterartige, modular aufgebaute Anlage beinhaltet Wohnungen auf zwei bzw. drei Geschossen. Grundelement der Anlage ist eine teilbare Wohneinheit mit 4 Zimmern (je ca. 13,5 qm), die über eine gemeinsame Wohnküche erschlossen werden. Auf den beiden Schmalseiten der Wohnküche liegt jeweils ein Bad mit Dusche, Waschbecken, WC. Durch Reihung und Stapelung dieser Grundelemente (Module) bilden sich 2- bzw. 3-geschossige Häuser, die über Laubengänge erschlossen werden. Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt direkt durch die Wohnküche. Durch die Anordnung der Wohnungen und Laubengänge auf dem Gelände gibt es praktisch keine nicht einsehbaren Freiräume auf dem Gelände, was die soziale Kontrolle und auch Verantwortung erhöht. Dabei war auch die Vermeidung von "Angsträumen" ein wesentliches Anliegen.

Energetisches Konzept
Obwohl geringe Baukosten im Fokus standen musste die Energiekonzeption der Stadt Heidelberg beachtet werden, die eine Unterschreitung der gesetzlichen Vorgaben zum Energiebedarf um ca. 25 % vorsieht. Da der Nutzer aus Sicherheitsgründen keinen Vollwärmeschutz wollte, rhielten die Gebäude ein Massivmauerwerk aus 48 cm Porenbeton. Blowerdoortests wurden zur Qualitätssicherung eingesetzt. Die bisherigen Erfahrungen mit den Gebäuden bestätigen, dass die ambitionierten Vorgaben eingehalten werden konnten.

Planungsbeginn: 2004
Ausführung: Sommer 2005 – Sommer 2006 (1. Bauabschnitt)
Ausführung: Sommer 2006 – Sommer 2007 (2. Bauabschnitt)

Fotos
Christian Buck (Luftbild)
Bildhauer Photo Thilo Ross

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