Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Heidelberg 2003 - 2010"

Quartier am Turm, Baufeld "Sinfonia Italiana"

Farbrikstraße/Felix-Wankel-Straße/Franz-Kruckenberg-Straße
69126 Heidelberg

Architekten
Kessler De Jonge Architekten BDA, Heidelberg Jourdan & Müller PAS, Frankfurt am Main Bilger Fellmeth, Frankfurt am Main Landschaftsarchitekten: Projektbüro Stadtlandschaft, Kassel Künstlerische Leitung; Prof. Klaus Feßmann
Bauherr
E + K , Quartier am Turm GmbH, Andreas Epple, Dietmar Friedewald, Heidelberg
Fertigstellung
2009

Begründung der Jury
Auch das Baufeld ist beispielhaft für die Bemühungen, neue Wohnquartiere mit attraktivem Freiflächenangebot für die Allgemeinheit wie für einen großen Teil der individuellen Wohnungen als flächensparende Weiterentwicklung herkömmlicher Lösungen anzubieten und hohe Dichte mit gefragter Wohnqualität zu verbinden. Hier werden im Besonderen öffentliche Freiräume geschaffen, die gut dimensioniert und mit sparsamen Einbauten versehen sind und dadurch sowohl Nähe als auch Distanz zur Nachbarschaft ermöglichen. Beispielhaft ist ebenso die Strukturierung des gesamten Quartiers am Turm durch Baufelder charakteristisch unterschiedlicher Prägung, die auf die Bedürfnisse der Bewohner eingehen können.

Objektbeschreibung

Das Baufeld "Sinfonia Italiana" bildet den Abschluss der Konversion eines ehemaligen Industriegeländes im Heidelberger Süden zu einem qualitätvollen Wohnquartier. Das Erbe der ehemaligen Waggonfabrik Fuchs im Heidelberger Ortsteil Rohrbach/Kirchheim war für den Heidelberger Wohnungsmarkt untypisch. Industriegeschichte ist für die Universitätsstadt nicht bestimmend. Deshalb war nach Einschätzung des Investors eine erfolgreiche Vermarktung des Standortes nur möglich, wenn über die Qualität der Wohngrundrisse hinaus besondere Anstrengungen unternommen würden, dem negativen Image des Stadtteils etwas entgegenzusetzen. Die Qualifizierung des Wohnumfeldes und eine charakteristische Prägung des Ortsbildes durch Einbeziehung von Künstlern wurden für geeignet gehalten, diese Umdeutung des Ortsteiles zu befördern.

Die Farbigkeit der Fassaden, die Proportionen der Baukörper und die gesamte Materialwahl für die Freiraumgestaltung wurden aus dem Dialog mit musikalischen Themen entwickelt. Für jedes Baufeld standen konkrete Stücke klassischer italienischer Musik Pate. Die Herausforderung der architektonischen Planung des neuen Wohnquartiers bestand zum einen darin, qualitätvolle Räume für die Bewohner des Quartiers zu schaffen zum anderen in der Integration der Gesamtanlage in das vorhandene Stadtgefüge. In großem Maße wurde Wert auf die Gestaltung der Freiräume und Aufenthaltsbereiche gelegt. Plätze und Gassen innerhalb der Baufelder ergänzen das öffentliche Straßennetz. Sämtliche Baublöcke sind für Fußgänger durchlässig gestaltet.
Eine engmaschige Binnenstruktur aus Wegen und kleinen Plätzen erleichtert die nachbarschaftlichen Kontakte und schafft gleichzeitig Distanz zum nächsten Grundstück. Für Kinder sind damit sichere und spannende Erfahrungsräume entstanden, die sich mit zunehmendem Alter auf den öffentlichen Raum ausweiten können.
Ein zentraler Platz mit einem Gebäude zur gemeinschaftlichen Nutzung bildet die räumliche Mitte des Ensembles.
Um eine gute Durchmischung des Quartiers zu erzielen, wurde mit unterschiedlichen Gebäudetypen gearbeitet. Während nach außen hin, entlang der Fabrikstraße und Felix-Wankel-Straße Geschosswohnungen und Maisonetten, so genannte "gestapelte Reihenhäuser" untergebracht sind, findet man im Innern des Quartiers vor allem Reihenhäuser und Stadtvillen.

Fotos
Dirk Altenkirch, Wolfgang Steche

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