Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Hohenlohekreis 2008 - 2016"

Schüler- und Jugendbegegnungsstätte, temporäre Zwischennutzung als Landkreispavillon während der Landesgartenschau 2016

Schwimmbadstraße
74613 Öhringen

Architekten
Knorr & Thiele Architekten, Karin Thiele, Martin Knorr, Öhringen; Projektleiter: Thomas Rathgeber; RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn
Bauherr
Landesgartenschau Öhringen 2016 GmbH, vertreten durch Erich Herrmann, Annette Stoll-Zeitler, Geschäftsführung, Öhringen
Fertigstellung
2016

Begründung der Jury
Das Bauwerk besticht durch klare Formen und sein nachhaltiges Nutzungskonzept: Für die Dauer der Landesgartenschau noch der Landkreispavillon des Hohenlohekreises, soll das Gebäude nach dieser Zeit den Schülern der nahegelegenen Realschule und der Jugend der Stadt Öhringen als Aufenthaltsort dienen. Der helle, lichte, nach Norden orientierte Bau ist einladend und modern. Es ist sehr gut vorstellbar, wie sich der weiße Baukörper durch die Nutzung der Jugendlichen zu einem hellen bunten Jugendhaus verwandeln wird.

Objektbeschreibung

Mitarbeit: Designbüro Stephanie Ihro, Neuenstein

Kubatur: 3.158 m³, Fläche: 430 m²
Kosten: 1.400.000 €

Nachhaltigkeit stand bei diesem Bauprojekt im Vordergrund.
Die Stadt Öhringen richtete die Landesgartenschau 2016 aus. Zu diesem Anlass untersuchte die Große Kreisstadt Öhringen gemeinsam mit dem Hohenlohekreis die Möglichkeiten, angemessene Räumlichkeiten zur Präsentation der Leistungen der 16 Landkreisgemeinden, der heimischen Wirtschaft, der Touristikgemeinschaft Hohenlohe und des Landratsamtes Hohenlohekreis auf dem Gartenschaugelände zu schaffen. Ein temporäres Bauwerk nur für die Dauer der Landesgartenschau wurde als nicht nachhaltig abgelehnt. Schon länger bestand in Öhringen der Wunsch nach Räumen für eine Schüler- und Jugendbegegnungsstätte. Die Idee eines Landkreispavillons mit anschließender Nutzungsperspektive fand Zuspruch bei den Planern und Entscheidern.

Planungsbegleitend fanden Informationsgespräche und Workshops mit Jugendlichen, Jugendvertretern, Behörden, Stadträten und Kreisräten statt. Als Ergebnis standen die Anforderungen und das Raumprogramm fest, so dass das Raumprogramm des Landkreispavillons mit Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Büroräumen auch für die anschließende Nutzung ausgelegt wurde.

Das passende Grundstück auf dem Landesgartenschaugelände und im neu angelegten Landschaftspark Cappelaue wurde in unmittelbarer Nähe zu Schulen, Sportplätze, dem Freibad und der renaturierte Ohrn gefunden. Weiterhin entstand ein Skatepark, ein Kletterturm und der Ohrn-Strand.

Der Solitärbau ist in die Cappelaue und den rückwärtigen Park eingebettet. Einladend ist der moderne Baukörper mit seinen klaren Formen und sorgt durch Transparenz für Offenheit und die Einbeziehung der Landschaft im Innenraum. Ein schlichter weißer Bügel überspannt und schützt den eingestellten Glaskubus. Die seitliche Bügelwand mit ihrer Öffnung bildet einen Landschaftsrahmen mit Sitzfläche zum Skaterpark. Der überdachte Eingangsbereich ist Aufenthaltsfläche, Empfangsbereich und Kommunikationszone. Die Sitzstufen entlang der Gebäudelängsseite nehmen die Höhendifferenzen auf und laden mit Blick auf den Ohrn-Strand und die Cappelaue zum Verweilen ein.

Die hellen lichten Räume sind multifunktional und auf vielfältigste Art zukünftig nutzbar und veränderbar. Im Gebäudeinneren entwarf das Designbüro Ihro eine Landschaftskarte und eine Dialektwand, die gestalten und unterhalten. Der Einzug der Jugendlichen wird das Gebäude im Inneren zu einem hellen bunten Jugendhaus verwandeln.

Baukonstruktion | Gebäudetechnik
Der Neubau wurde als hoch gedämmter Betonmassivbau mit Pfosten-Riegel-Glasfassade mit 3-Scheiben-Verglasung errichtet. Das eingeschossige Pavillongebäude erhielt ein extensiv begrüntes Flachdach. Das gesamte Oberflächen- und Regenwasser wird direkt der Ohrn zugeführt. Die Tiefgründung erfolgte mit duktilen Gusspfählen.
Das nahe gelegene Blockheizkraftwerk der Stadt Öhringen beheizt den Bau über die Fußbodenflächen. Das Gebäude wird dezentral über kontrollierte Einzellüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung mit bedarfsgerechter Frischluft versorgt. Dies ermöglicht eine flexible Nutzung und Teilbarkeit der Räume und steigert Luftqualität und Energieeffizienz.

Fotos
Martin Knorr

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