Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Stuttgart 2011 - 2015"

Skateranlage

Friedhofstraße 16/1
70191 Stuttgart-Nord

Architekten
Herrmann + Bosch Architekten, Prof. Dieter Herrmann, Prof. Gerhard Bosch, Assoziierter Martin Rau, Stuttgart; Projektleitung: Ulrich Hanselmann
Bauherr
Landeshauptstadt Stuttgart, Technisches Referat, Garten-, Friedhof- und Forstamt, vertreten durch das Hochbauamt
Fertigstellung
2015

Begründung der Jury
Jugendlichen Skatern wird mit der Einhausung ein Ort gegeben, an dem Lautstärke nicht störend ist. Die wirkungsvolle Hülle wertet zugleich die Skateranlage zu einem gut einsehbaren Treffpunkt für Jugendliche auf, nicht abgeschottet, sondern transparent für die, die vorbeikommen. Warmes Licht aus dem Inneren sowie die Aktivitäten der Protagonisten fluten durch Glasfronten in den öffentlichen Raum. Eine elegante Konstruktion der Hülle bietet interessante Perspektiven im Inneren und schafft einen sehr luftigen und übersichtlichen Innenraum.

Objektbeschreibung

Die Skateranlage befindet sich in der Nähe des Pragfriedhofs in Stuttgart. Hier durften die Sportler dieser artistischen Kunst seit seiner Einweihung 2009 meistens bis spät in die Nacht ihre Sprünge üben. Als dann die Beschwerden über den Lärm von der nahe gelegenen Wohnbebauung immer mehr zunahmen, sah sich die Stadt Stuttgart gezwungen, außer einer eingeschränkten Nutzung eine tragfähige Lösung für den Schallschutz zu entwickeln. Aufgrund anstehender städtebaulicher Planungen bestand zusätzlicher Handlungsbedarf.
Entwickelt wurde eine Einhausung von Länge mal Breite 65 m x 28 m. Die halbrunde Tonne strahlt durch seine eindeutige Form eine starke Dynamik aus und erinnert eher an einen ICE als an ein Gebäude. Das Dachtragwerk besteht aus Brettschichtholz- Bindern als aussteifende Tragrahmen im Abstand von ca. 4,0 m. Mit einer Spannweite von 26,5 m. In der Längsrichtung werden die Rahmen ausschließlich über die Trapezblechschale verbunden und ausgesteift. Aufgrund dieser raffinierten Konstruktion sind keine Nebenträger oder Aussteifungen erforderlich. Die Stirnseiten wurden im oberen Bereich mit zweilagigem Profilweißglas, das lichtstreuend und transluzent wirkt, verglast. Um Ein- und Durchblicke zu ermöglichen, wurde für den unteren Bereich des Eingangs und zum Radweg durchsichtiges Glas gewählt. Die Fläche des Skaterparks wurde um ein Teilstück erweitert, was der neuen Anlage eine weitere Großzügigkeit gibt.

Fotos
Achim Birnbaum

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