Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Waldshut 2008 - 2017"

Umbau und Erweiterung Einrichtungshaus Seipp Wohnen

Bismarckstraße 35
79761 Waldshut-Tiengen

Architekten
Adolf Gamp, Weilheim | Bernd und Dorothea Sautter, Klettgau
Bauherr
Seipp Wohnen GmbH, Waldshut-Tiengen
Fertigstellung
2015

Begründung der Jury
Beispielhaft wie hier alte Bausubstanz in zeitgenössische Architektur gebracht wurde: Um am markanten Standort bleiben zu können, wurde das Möbelhaus mit hohem bau-technischem Aufwand erweitert und durch die Innenarchitektur ins beste Licht gesetzt. Besser können Möbel nicht präsentiert werden! Das Ineinander zwischen Räumen und Seltenbachtal ist sehr gut gelöst und ein großes, schwieriges Umbauprojekt vor dem Oberen Tor aufs Beste gelungen.

Objektbeschreibung

Umbauter Raum BRI: 6.100 m³
Bruttogrundfläche BGF: 2.200 m²
Nettoraumfläche NRF: 1.820 m²

Das traditionsreiche Einrichtungshaus Seipp Wohnen in Waldshut liegt städtebaulich prägnant am östlichen Rand der Waldshuter Kernstadt direkt an der Brücke über den Seltenbach in Rufweite zum Oberen Tor, dem Eingang zur historischen Altstadt. Das erstmals 1961 als Möbelhaus umgenutzte Wohn- und Geschäftshaus erfuhr in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Veränderungen und Ergänzungen.

In den Jahren 2012 und 2013 reifte der Wunsch, den in die Tage gekommenen Erweiterungsbau von 1986, welcher das Haus in Richtung Norden zum Seltenbachtal öffnete, umzugestalten. Es sollte an gleicher Stelle mehr Ausstellungsfläche mit größerer Raumhöhe und eine Präsentationsfläche für Outdoor-Möbel geschaffen werden. Der vom Bauherrn gewünschte Rundgang durch die Ausstellung führt den Kunden durch alle Geschosse im Altbau und erhält nun seine Erweiterung im Anbau, im Erdgeschoss sowie im
neuen Untergeschoss. Dabei werden zwei neue Blickachsen zwischen Kaiserstraße/Conrad-Gröber-Platz und dem Seltenbachtal durch Alt- und Neubau geführt.

Der neue Baukörper erfüllt die Forderungen und bietet mit seiner zweigeschossigen Fassade einen spektakulären Blick auf den Seltenbach und auf die, an der Hangkante gelegenen, historischen Gebäude. Die Raumkanten zum Seltenbachtal werden durch die bestehenden Bruchsteinsockel erhalten. Lediglich im Luftraum, um wenige Meter überbaut, den alten Gebäudefluchten folgend, entwickelt sich eine zweigeschossige Fassade mit klarer vertikaler Gliederung, welche in ihrer Maßstäblichkeit auf die Proportionen
der Altstadt antwortet.

Den spannungsreichen Gegensatz zum entstandenen Erweiterungsbau bildet der bestehende viergeschossige Altbau mit seinen symmetrischen Proportionen. Dieser Kontrast findet auch in der Farbgestaltung seinen Niederschlag. Der Erweiterungsbau ist reduziert in Weiß gehalten, der Altbau dagegen in pigmentierten Grautönen. Der weiße Gussboden im Neubau setzt die Einrichtungsgegenstände in Szene und bildet eine nahtlose Einheit.

Technisch wurde das Haus auf den neusten Stand gebracht. Durch den Einbau eines BHKW wird Eigenstrom erzeugt, mittels Kraft-Wärme-Kopplung gekühlt und geheizt. Die Grundbeleuchtung der Ausstellung ist mit LED-Technik ausgestattet, die neu erstellte Lüftungsanlage gewährleistet Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung.

Im Zuge der Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen wurden aktuelle Forderungen an den Brandschutz, vor allem auch im Bestand, erfüllt. Fehlende Rettungswege wurden geschaffen und Brandabschnitte gebildet. Mit dem Umbau konnte zudem Platz für vier weitere Arbeitsplätze in der Ausstellung geschaffen werden.

Die Umbau- und Erweiterungsphase dauerte von Mai 2014 bis Juni 2015. Während der gesamten Zeit blieb das Haus für die Kunden geöffnet.

Technik:
Heizung BHKW zur Beheizung/Kühlung und Eigenstromerzeugung
Lüftung Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung (Heizen + Kühlen)
Kühlung Kraft-Wärme-Kopplung mittels Adsorptionskältemaschine
Gründung Micro-Bohr-Pfahl-Gründung
Außenwände Stahlbeton gedämmt, Alu-Fassadensystem
Decken Stahlbetondecken mit Kerntemperierung (Heizen + Kühlen)
Dach (Erweiterung) Stahlbeton, gedämmt, begrünt

Fotos
Daniel Gerteiser | Rückansicht: Christopher Söhngen

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