Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Tübingen 2011 - 2017"

Umbau und Sanierung Schlossscheuer Gomaringen

Schlosshof 6
72810 Gomaringen

Architekten
HAEFELE ARCHITEKTEN BDA, Tübingen; Projektleitung: Susanne Hug
Bauherr
Gemeinde Gomaringen, vertreten durch Bürgermeister Steffen Heß
Fertigstellung
2015

Begründung der Jury
Sofort überzeugt das Ursprüngliche und Einfache der Schlossscheuer. Die verglasten Scheunentore bringen Licht in die Bibliothek und verbinden Innen und Außen durch ihre Transparenz. Gekonnt ergänzen neue Materialien wie Terrazzo und Kalkputz die ursprünglichen. Die Möblierung im schlichten Weiß hebt sich eindeutig ab, ohne fremd zu wirken. Das Gesamtbild ist stimmig und der Raum in seiner Ursprünglichkeit erlebbar.

Objektbeschreibung

Die Sanierung der am äußeren Schlosshof gelegenen denkmalgeschützten Gomaringer Schlossscheuer ist ein weiterer Baustein zur Schaffung einer neuen Ortsmitte in Gomaringen. In den vergangenen 20 Jahren wurden bereits das benachbarte Schloss, der Farrenstall und das rote Haus saniert. In der Schlossscheuer ist heute die Gomaringer Bibliothek und der Gemeindeverband Steinlach-Wiesaz untergebracht.

Die Schlossscheuer wurde 1541 als Zehntscheuer des Klosters Bebenhausen erbaut. Die 3-schiffige und 6-zonige Konstruktion aus gezapftem Eichenholz zeigt eindrücklich ihren herrschaftlichen Ursprung. Der 2-geschossige Unterbau wird von einer etwa 70 cm starken Mauer aus Bruchsteinmauerwerk umschlossen. Das 3-geschosshohe Satteldach ist nach Norden und Süden von Fachwerkgiebeln begrenzt. Beim Südgiebel musste aus Brandschutzgründen auf Fenster verzichtet werden - an dieser Seite liegen nun Eingang, Treppenhaus, Aufzug, Toiletten und Nebenräume. Im Dachgeschoss kommt über schmale Bandgauben Licht in die Büros, die Holzkonstruktion des Dachstuhls wurde nicht ausgewechselt.

Die Bibliothek stellt eine ideale Nutzung des Scheunenraums dar, da der Raum als Ganzes erhalten werden konnte und nun für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Nutzung der Bibliothek erstreckt sich auf 2 Ebenen, Erdgeschoss und Obergeschoss. Eine Galerie umschließt 3-seitig den großzügigen Luftraum vor den beiden Scheunentoren. Um den Raum 2-geschossig nutzen zu können, wurde der neue Fertigfußboden im Erdgeschoss 20 cm tiefer gelegt als der frühere Scheunenboden. Die Raumhöhe war dennoch knapp, daher musste die Galeriekonstruktion trotz Brandschutzanforderungen so dünn als möglich sein – mit 12 cm Gesamtstärke sitzt sie zwischen den Bestandsbalken und ist zusätzlich noch oben abgehängt.

Die vorhandenen Materialien Holz und Stein wurden in ihrer Eigenfarbe und in ihrer Rauheit belassen, neue Materialien sollten ähnlich einfach und ursprünglich sein wie beispielswiese der Steinboden, ein geschliffener Estrich, und der Kalkputz an den Wänden. Im Gegensatz zu den Materialien Holz, Stein und Putz wurde bei der Möblierung auf Farbe verzichtet. Die weiße Oberfläche verstärkt die Wirkung der natürlichen Materialien des umgebenden Raumes und lässt die bunten Bücher in den Regalen leuchten.

Energetisch entspricht die Schlossscheuer der EnEV 2009. Neben einer guten Dämmung im Dach und auf dem Fußboden wurden die Außenwände innseitig mit Kalkdämmputz verputzt. Mit diesem Putz konnte die unebene Oberfläche der kleinformatigen Bruchsteinwand erhalten werden. Die Wärmeversorgung erfolgt über ein Blockheizkraftwerk, das aus der gegenüberliegenden Kindler'schen Fabrik, ein ebenfalls denkmalgeschütztes Gebäude, Wärme liefert. Diese Heizzentrale wurde im Vorgriff auf die Sanierung dieses Gebäudes als späteres Dienstleistungszentrum der Gemeinde Gomaringen realisiert.

Fotos
Susanne Hug

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