Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Hohenlohekreis 2008 - 2016"

Wertwiesen – Stadt am Fluss, 5 ha Grünzug am Wasser

Wertwiesenstraße | Schlossmühlgasse
74653 Künzelsau

Architekten
EU Elke Ukas Landschaftsarchitekten bdla, Karlsruhe
Bauherr
Stadt Künzelsau, vertreten durch Altbürgermeister Volker Lenz (1986 bis 2010) und Bürgermeister Stefan Neumann (seit 2010)
Fertigstellung
2010

Begründung der Jury
Aus einem eher unansehnlichen Gelände ist ein Erholungsgebiet am Kocher geworden, das beide Flussufer mit der historischen Innenstadt gekonnt verbindet. Auch funktionale Nutzungen, wie beispielsweise Park- oder Festplatz sowie ein Naturfreibad mit Gastronomie, sind gelungen in die Fläche integriert. Jung und Alt nehmen die Wertwiesen vielfältig war – ein belebter neuer Mittelpunkt ist entstanden.

Objektbeschreibung

Mehrfachbeauftragung in 2006
Kiosk ab LPH 3: Architekturbüro A+I, Karlsruhe

Leitidee war, einen öffentlichen Grünzug vor den Toren der Stadt zu schaffen, der die Innenstadt mit dem Kocher auf unterschiedliche Weise eng miteinander verknüpft. Eine neue Lebensqualität zu schaffen, trotz Anforderungen an ca. 480 innenstadtnahe Stellplätze und einen ca. 9.000 m² großen Festplatz für jährliche Messen und Großveranstaltungen, war eine steil zu nehmende Hürde. Innerhalb der 5 ha großen Gesamtfläche wurden alle Maßnahmen von den Freiflächen über die Stellplätze und Erschließung inklusive Kiosk am Kocherfreibad vom Büro Elke Ukas geplant. Die Bürger wurden in Veranstaltungen von Beginn an in das Projekt einbezogen.

Mit der Beteiligung unter dem Motto "Stadt am Fluss" ist ein Stadtpark entstanden, der alle Generationen einbezieht, neue attraktive Freiräume für alle, Platz für Kunst und neue Erlebnisräume am Kocher bereithält. Der Umgang mit dem Wasser spielte dabei eine wichtige Rolle. Der Bestand der Wertwiesen vor dem gravierenden Umbau war ein Großspielfeld, eine abzubrechende Umspannstation der EnBW und ein Trafogebäude nahe der Schlossmauer, Stellplätze und der alte Busbahnhof an die Schlossmauer angrenzend, ein desolater Kinderspielplatz, wenige Schrebergärten und ein Kocherufer, das dicht verwachsen und nicht zugänglich war.

Vier hohe Fontänen am Kocherufer mit der neu hergestellten Blickachse zum Schloss interpretieren heute den Stadteingang neu. Die Fontänen sind zum Signet der Stadt Künzelsau geworden. Dort und weiter stromaufwärts bieten viele unterschiedliche Sitzmöglichkeiten – mal urban mal naturnah – teils sonnige, teils schattige Aufenthaltsbereiche am Wasser und auf Stegen über dem Fluss. Ein Wasserspielplatz am Kiosk und ein Kleinkinderspielplatz vor der Schlossmauer bieten neben den Wiesenflächen Kindern viel Spielraum. Entlang der alten Schlossmauer entstanden farbenfrohe Heckengärten mit einladenden Sitznischen und Platz zum Boulen. Die hohe Stadtmauer bietet dabei wichtige Schattenplätze. Stauden, Gräser, Duftrosen und das Wasserspiel sprechen in den Gärten alle Sinne an.

Die Kocherpromenade, der Fahrradweg, zwei Fußwege zum Kocherfreibad und der Platz am Kiosk wurden mit den Querwegen aus der Innenstadt und den Stellplätzen zum Kocher hin verwoben. Als Naturstein wurde Hartgestein aus Flossenbürger Granit verwendet. Der Kochertalradweg führt neu im Schwung vom Nordostzugang der Kocherbrücke bis zur Schlossmühlgasse, um die Radtouristen in die Innenstadt zu führen.

Der Festplatz wurde nachhaltig mit Schotterrasen erstellt. Die große freie Fläche ist wichtig als Messestandort für die Stadt. Die Rasenflächen revitalisieren danach, so dass die Bevölkerung eine offene Wiesenfläche zum Bespielen hat. Die Stellplätze entwässern nachhaltig über Rasenfugenpflaster und über Mulden mit Rosmarin- und Kopfweiden. Überschüssiges Wasser wird nur bei Starkregen zusätzlich über hochliegende Abläufe in das RÜB unter dem Stadteingang am kleinen Kreisel abgeführt, um ein nachhaltiges ökologisches Wassermanagement zu gewährleisten.
Die Gesamtplanung und damit die Ufergestaltung waren den Anforderungen des Hochwasserschutzes für ein HQ 100 unterstellt. Die damals zu erhaltende Pappelreihe zum Kocherfreibad wurde Ende 2013 aus Verkehrssicherungsgründen gefällt. Heute ist die Baumreihe mit Kaiserlinden ersetzt.

Dezember 2008 wurden die Wertwiesen der Bevölkerung öffentlich übergeben. Die Fertigstellungspflegemaßnahmen für die Pflanzflächen wurden bis 2009 von uns betreut. Der dem Büro Ukas mit allen Leistungsphasen beauftragte Kiosk bildet den Abschluss der Wertwiesen. Ab Leistungsphase 3 wurde der Kiosk dem Architekturbüro A+I aus Karlsruhe von uns übertragen. Nach Fertigstellung des RÜB (bauseits) wurde der zusätzlich geforderte kleine Kreisel am Stadteingang Schlossmühlgasse fertiggestellt, so dass dann in 2010 die Gesamtanlage komplett fertiggestellt war.

Fotos
Meinrad Heck
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