Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Calw und Freudenstadt 2010 - 2016"

Wohnen am Riedbrunnen - Mehrfamilienhaus mit sieben Wohneinheiten und Tiefgarage

Am Riedbrunnen 3
72202 Nagold

Architekten
zweib Architektur, Julia Benz, Roman Benz, Neuweiler
Bauherr
H. J. Theurer Wohnbau GmbH, Nagold
Fertigstellung
2016

Begründung der Jury
Das gut proportionierte Mehrfamilienhaus überzeugt durch seine zurückhaltende, aber gleichzeitig spannungsvolle Fassadengliederung. Die differenzierte Anordnung der sieben Wohneinheiten wird durch die dazugehörigen Loggien und Dachterrassen ablesbar. Diese aus dem würfelartigen Baukörper herausgeschnittenen Außenräume der Wohnungen geben dem Gebäude einen positiven, skulpturalen Charakter. Die exzellente Detail- und Ausführungsqualität wird konsequent von außen bis nach innen durchgehalten.

Objektbeschreibung

Tragwerksplanung: IBF Ingenieurbüro Funk, Neubulach
Bauphysik: Horstmann+Berger, Altensteig
Haustechnik: Ingenieurbüro Franz, Nagold

Das Mehrfamilienwohnhaus mit insgesamt sieben Wohneinheiten und Tiefgarage liegt unmittelbar am Riedbrunnenpark und ist Teil eines neuen Stadtquartiers im Zentrum von Nagold. Die individuellen Wohngrundrisse von der kleinen Zweieinhalb-Zimmerwohnung über eine Maisonettewohnung bis zur 5,5-Zimmer-Penthousewohnung konnten aufgrund der innovativen und flexiblen Tragstruktur des Gebäudes an die Wünsche der Bewohner angepasst werden. Nichttragende und somit austauschbare Leichtbauwände in den Wohnungen ermöglichen die Anpassung an sich verändernde Lebenssituationen. So ist jede Wohnung ein Unikat. Zugleich ist ein breit gestreuter Wohnungsmix entstanden, der für alle Zielgruppen den passenden Wohnungstypus bietet und eine heterogene und lebhafte Bewohnerstruktur bildet.

Bei der Konzeption der Wohngrundrisse waren Offenheit und Großzügigkeit bei größtmöglicher Privatheit ein wesentlicher Entwurfsansatz. So verfügt jede Wohneinheit über einen "Wohnraum im Freien" in Form von geschützten Loggien, großzügigen Dachterrassen in der Penthouse-Wohnung und privaten Gartenflächen in den Hochparterre-Wohnungen.

Klare Details und die Verarbeitung weniger, aber gezielt eingesetzter Materialen betonen den kubischen Baukörper. Das Einschneiden der Freibereiche prägt die markante Fassadengestaltung des Gebäudes. Der Entwurfsgedanke, die Subtraktion der Freibereiche und des Eingangsbereiches aus dem kubischen Baukörper, wird durch den Kontrast der glatten feinen Oberfläche der Einschnitte zur rauen groben Putzoberfläche der Fassade verstärkt.

Der Einsatz von Sichtbetonflächen in Verbindung mit feinen Putz- und Metalloberflächen erzeugt eine wertige Atmosphäre bei gleichzeitig kostenbewusstem Einsatz der Materialien. Insgesamt ergibt sich durch den reduzierten Einsatz der Materialien Glas, Holz, Metall und Sichtbeton sowie deren Kombination eine zeitlose, reduzierte Architektur.

Als Sonnenschutz dienen bündig in die Fassade integrierte Faltscherenläden aus Aluminium. Je nach Anstellwinkel der Scheren und deren Lochung entsteht ein Licht- und Schattenspiel, das zur natürlichen Belichtung und Qualität der Wohnräume positiv beiträgt. Insbesondere in den eingeschnittenen Freibereichen entsteht durch die Faltscherenläden eine außergewöhnliche Aufenthaltsqualität.

Im Fokus stand eine kostengünstige Umsetzung des Projektes bei Verwendung hochwertiger Materialien und einem hohen gestalterischen Anspruch unter Berücksichtigung eines nachhaltigen und zukunftsorientierten Energiekonzeptes mit einer Geothermie- und Photovoltaikanlage. Insgesamt vier, jeweils über 100 m tiefe Bohrungen machen die Erdwärme nutzbar und decken den gesamten Heiz- und Warmwasserbedarf der sieben Wohneinheiten.

Fotos
Außenaufnahmen: LuminoxX Fotografie - Christian Frumolt | Innenaufnahmen: Jörg Jäger Fotografie

Ihre Ansprechpartnerinnen

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Carmen Mundorff
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