Beispielhaftes Bauen

Architektur

Auszeichnungsverfahren
"Waldshut 2008 - 2017"

Wohnhaus

Tiefenhäusern 14 A
79862 Höchenschwand

Architekten
Diana Mortasawi, Mortasawi Architektur, Höchenschwand
Bauherr
Diana und Mazda Mortasawi, Höchenschwand
Fertigstellung
2017

Begründung der Jury
Das Gebäude, das unter dem Motto „Leben im Rohbau“ geplant und entworfen wurde, besticht durch seine Form gewordene Zurückhaltung. Es besteht fast zur Gänze aus Stahlbeton, wurde zu finanziell günstigen Konditionen errichtet und spiegelt zugleich die Lebenshaltung der Bauherren wider. Dank der Ausrichtung des Firsts und des Aufgreifens gemeindetypischer Materialien fügt es sich hervorragend ins Ortsbild ein: ein beispielhafter Bau, wie man ihn sich wünscht.

Objektbeschreibung

Vorhang auf wir ... LEBEN IM ROHBAU

Böden, Wände und Dach bestehen fast gänzlich aus Stahlbeton und wurden innen sichtbar belassen. Bewusst in keiner Sichtqualität ausgeschrieben, lag das Augenmerk auf einer handwerklich ordentlichen Ausführung, d.h. Verwendung fast neuwertiger Standardschalung, abschnittsweises Betonieren einzelner Wände zur Erzielung eines einheitlichen Schalungs- und Ankerbildes. Neben dem gewünschten rohen Charakter bedeutet der Verzicht auf Sichtschalung, Putz, Anstrich sowie jegliche Fußbodenaufbauten auch eine deutliche Kostenersparnis.

Das Wohnhaus unserer fünfköpfigen Familie liegt mitten im locker bebauten Ortskern und ist umgeben von historischen Schwarzwaldbauernhäusern. Mit seiner äußeren Hülle und dem geneigten homogen geschlossenen Dach nimmt es im Sinne des
Genius Loci Bezug auf ortstypische Bauweisen und Materialien. Mehrere der immensen Bauernhausdächer des Ortes sind mit Wellfaserzementplatten belegt. Wie ein Vorhang umhüllt dieses Material fünf Seiten des neuen Gebäudes. Richtung Südosten öffnet es sich und bietet Einblick in das Leben im Rohbau. Das zementhaltige Material darf altern „WABI SABI“. Im Laufe der Zeit werden Flechten und Mose ansetzen, Assoziationen an einen Felsbrocken sind erwünscht.

Die Firstrichtung orientiert sich am Ortsbestand. Das Wohnhaus wurde dazu leicht gedreht und konnte durch diesen einfachen Kniff wunderbar in das vorhandene Gelände eingebettet werden. Durch den schrägen Firstverlauf reduziert sich die Gebäudedominanz von der Straßenansicht. Der Höhenzuwachs auf der gegenüberliegenden Seite wird bedeutungslos am angrenzenden Hang.

Das Grundrisskonzept:
Die Aufenthaltsräume öffnen sich gen Südosten, die Rückzugsbereiche liegen uneinsichtig im Norden. Dazwischen befindet sich die vertikale Verbindungsache – ein lichtdurchflutetes Treppenhaus. Im Tagesverlauf
wechselnde Lichtstimmungen durchdringen alle Geschosse. Gegenüberliegende Fenster ermöglichen den "Durchblick", diverse Ausblicke werden hierdurch natürlich ebenso gewährt.
Im Erdgeschoss sind drei identische Kinderzimmer, ein kleines Büro direkt am Eingangsbereich sowie die Geothermie-Wärmepumpen-Technik untergebracht. Die Bäder liegen zentral um die Haustechnik, was die Leitungslängen minimiert. Der Wohn-Essbereich mit einer vollverglasten Südostfront – Stichwort solare Gewinne – liegt der Sicht ins Tal und auf die Alpen geschuldet im Obergeschoss. Der Raum erhält Großzügigkeit durch seine Öffnung bis unters Dach und abstrahiert hierdurch zugleich die traditionelle Bauweise der Küche, bei der der Rauchabzug unter das Dach stattfand. Weitere bauhistorische Parallelen sind die große Wohn-Essküche, der Zugang des Hauses über eine „kleine Brücke“ im Süden – im Neubau dient sie der ebenerdigen Erreichbarkeit einer Südwestterrasse –, die umlaufende Verbindung von Küche, Ess-, Wohnzimmer (Stube) und Schlafzimmer. Auch das Schlafzimmer hinter der Küche ist in den vielen Bauernhäusern üblich.

Fotos
Diana Mortasawi

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