Generalsanierung Lessing-Gymnasium
Albertviller Straße 26
71364 Winnenden
Drei Architekten Streule Vogel Partnerschaft mbB, Stuttgart; Projektleiterin: Janine Aspacher | Bestand 1974|1977 Walter Kühnel (1923-2004), Ludwigsburg; Erweiterungen 1995|1998 Hochbau- und Vermessungsamt, Stadt Winnenden
Stadt Winnenden, Amt für Hochbau und Gebäudemanagement; Projektleiterin: Susanne Liebrich
2024
Das Lessing-Gymnasium in Winnenden ist Teil einer gewachsenen Bildungslandschaft – ein terrassiertes Schulgebäude der 1970er-Jahre, das lange zwei Schulen beherbergte. Mit der Generalsanierung wurde es behutsam in eine neue Zeit überführt: energetisch, funktional und gestalterisch neu geordnet, ohne seine Identität zu verlieren.
Die städtebauliche Präsenz des Gebäudes blieb erhalten. Innen jedoch wurde vieles neu gedacht: Unter-richtsräume wurden vereinheitlicht, Fachbereiche neu strukturiert, das Foyer geöffnet und als kommunikativer Ort formuliert. Materialien wie Lärchenholz, Linoleum und Sichtbeton treten in einen zurückhaltenden Dialog.
Die Gebäudestruktur mit zentraler Treppenhalle und drei Innenhöfen konnte durch ein individuell abgestimm-tes Brandschutzkonzept erhalten bleiben. Neue außenliegende Fluchttreppen ermöglichen zusätzliche Ret-tungswege, ohne die räumliche Offenheit zu beeinträchtigen. Auch die äußere Gestalt wurde mit Respekt vor dem Bestand weiterentwickelt: Die charakteristischen Brüstungsbänder aus Beton wurden saniert, Fenster-bänder gezielt reduziert oder durch Faserzementverkleidungen ergänzt.
Ein Fokus der Sanierung lag auf der energetischen Ertüchtigung: Neue Fassaden mit Dreifachverglasung, begrünte Dachflächen, außenliegende Raffstores und eine integrierte Nachtauskühlung verbessern nachhal-tig das Raumklima – ganz ohne mechanische Lüftung. Innen sorgen langlebige Materialien und eine robuste Ausstattung für eine dauerhafte Nutzung im schulischen Alltag. Die Unterrichtsräume wurden medientech-nisch modernisiert und akustisch optimiert.
Die Maßnahme wurde in zwei Bauabschnitten im laufendem Schulbetrieb realisiert. Während der Sanierung diente eine Interims-Containerschule am Wunnebad als Ausweichquartier. Die Baustellenlogistik wurde so organisiert, dass der Schulzugang weitgehend uneingeschränkt möglich blieb. Trotz der langen Bauzeit und erheblicher Eingriffe gelang es, den Unterrichtsbetrieb aufrechtzuerhalten.
Projektbeteiligte
Bauherr schaft
Große Kreisstadt Winnenden
Architektur
Drei Architekten
Konsek Streule Vogel Partnerschaft mbB
Stuttgart
Projektleitung: Janine Aspacher
Fotos
Zooey Braun, Stuttgart
