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Foto: Zooey Braun
Hanweilerstraße 2971364 Winnenden
Der Neubau der viergruppigen Kindertagesstätte Koppelesbach wurde im Auftrag der Stadt Winnenden realisiert. Das Gebäude ist als eingeschossiges Riegelbauwerk konzipiert, welches sich parallel zur nördlichen Grundstücksgrenze positioniert. Durch diese Setzung bleibt der bestehende Bachlauf des Koppelesbach weitgehend unberührt, während Blickbeziehungen zur umgebenden Landschaft bewusst inszeniert werden. Die Ausrichtung des Gebäudes fördert eine optimale Tageslichtnutzung und ermöglicht eine enge Verbindung zwischen Innen- und Außenraum.
Der Neubau zeichnet sich durch einen rückseitigen Flachbau mit Gründach und einem geneigten Pultdach auf der Südseite aus. Der Baukörper nimmt sich durch die Setzung gegenüber den unmittelbaren Nachbargrundstücken zurück. Das Gründach tritt hierbei optisch als Verlängerung der Grünflächen der nordseitigen Privatgrundstücke auf. Auf der Südseite sorgt ein geneigtes Pultdach für großzügige, lichtdurchflutete Räume und bildet zugleich eine überdachte Terrasse als geschützten Übergang zum Außenspielbereich. Diese Dachgestaltung trägt nicht nur zur architektonischen Identität des Gebäudes bei, sondern fungiert auch als natürlicher Sonnenschutz.
Der Hauptzugang befindet sich am südöstlichen Ende des Gebäudes und wird durch eine überdachte Vorzone ergänzt. Die lichtdurchflutete Eingangshalle dient als verbindendes Element und bietet Sichtbezüge zu den gemeinschaftlich genutzten Bereichen wie Speisesaal und Mehrzweckraum. Oberlichter in der Dachstruktur verstärken den lichtdurchfluteten Charakter der Eingangszone. Von hier aus gelangen Kinder und Erzieher in die verschiedenen Funktionsbereiche der Kita.
Die Gruppenräume orientieren sich nach Süden mit direktem, witterungs- und sonnengeschütztem Zugang zur Terrasse und dem Außenspielbereich. Die Anordnung der Räume folgt einem klar strukturierten Konzept: Der zentrale Flur trennt die belebteren Gruppenräume im Süden von ruhigeren Bereichen wie Schlafräumen und Kreativräumen im Norden. Garderoben und Sitznischen rhythmisieren den Flur und bieten Kindern Orientierung und Aufenthaltsqualität. Eine Abfolge von Gruppenräumen und Garderobenbereichen sorgt für eine durchgängige Tageslichtversorgung der innenliegenden Erschließung.
Das Gebäude schafft durch seine präzise Setzung und seine offenen Strukturen ein Umfeld, das Bewegung und Kommunikation fördert. Es bildet nicht nur einen geschützten Raum für die Kinder, sondern auch eine Verbindung zwischen Innen- und Außenraum. Der Entwurf folgt einer klaren, funktionalen Sprache und unterstreicht durch gezielte architektonische Elemente den pädagogischen Ansatz der Einrichtung. Die Kombination aus klarer Formgebung, natürlicher Materialität und funktionaler Gliederung macht die neue Kindertagesstätte zu einem inspirierenden Lern- und Lebensraum für Kinder.
Der Neubau wurde als Holzkonstruktion nach KFW55-Standard errichtet. Lediglich die Bodenplatte und der nördlich gegen das natürliche Gelände verlaufende Brüstungsbereich wurden als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt. Durch die Geländeeinbettung konnte das anfallende Aushubmaterial optimal für Wiederverfüllungen verwendet werden.
Im Sinne eines „Low-Tech“-Ansatzes wurde weitgehend auf Gebäudetechnik verzichtet. Eine mechanische Be-und Entlüftung erfolgt lediglich im Küchenbereich; alle Gruppenräume werden natürlich belüftet. Die Pultdachschnittfigur mit Oberlichtern unterstützt dieses Konzept. Die Wärmeversorgung übernehmen Luft-Wasserwärmepumpen, betrieben durch den Strom der PV-Anlage.
Im Rahmen des Projekts wurden großzügige Außenspielflächen geschaffen sowie eine neue Erschließung mit Fahrradweg und Parkplätzen realisiert. Neue Pflanzungen ergänzen die bestehende Hochzeitswiese.
Die Holzterrasse der Kita fungiert als geschützter Übergangsraum zwischen Innen- und Außenbereich. An regnerischen Tagen bietet die überdachte Terrasse den Kindern zusätzliche Aufenthaltsqualität. Leichte Geländemodellierungen, gezielte Bepflanzungen und Spielgeräte erweitern den Außenbereich und schaffen vielseitige Spielmöglichkeiten. Damit fügt sich die neue Kita in die natürliche Umgebung ein und macht diese für die Kinder erlebbar.
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.