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Foto: faktorgruen PartGmbB
Bruderschaftsgasse78628 Rottweil
Im Heiligkreuzort, einem prägenden Bereich der historischen Innenstadt von Rottweil, gibt es seit längerem erhebliche Probleme mit den in gebundener Bauweise verlegten Porphyrpflasterungen – vor allem wegen unzureichender Frost- und Tausalzbeständigkeit. Seit 2016 erfolgt die Sanierung der Gassen auf Basis eines verkehrsplanerischen Konzeptes, das Naturstein und Asphaltflächen kombiniert. 2021 entwickelte faktorgruen in einer Machbarkeitsstudie ein überarbeitetes Gesamtgestaltungskonzept, das auf bisherigen Erfahrungen und Kritikpunkten wie mangelnder Flexibilität, starrer Gestaltung und geringer Aufenthaltsqualität aufbaut. Ziel war eine funktionale, atmosphärisch stimmige und zukunftsfähige Lösung.
Gesamteindruck und AusblickDie Neugestaltung folgt einem ganzheitlichen Ansatz: langlebige Materialien, die Verbindung von historischer Substanz mit modernen Anforderungen sowie ein klarer Fokus auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Entstehen soll ein identitätsstiftender, klimagerechter Stadtraum mit vielfältiger Nutzung und hoher Barrierefreiheit. Die Umsetzung erfolgt in drei Bauabschnitten bis zur Landesgartenschau 2028.
Die Oberflächengestaltung ist flexibel und flächig angelegt, sodass unterschiedliche Nutzungen – von Außengastronomie über Einzelhandel bis hin zu den verbliebenen Parkplatzflächen – je nach Bedarf ermöglicht werden. Die Ausführung erfolgt mit langlebigen, gebrauchten und wiederverwendbaren Natursteinen in ungebundener Bauweise, was sowohl gestalterisch als auch funktional Vorteile bietet. Handwerkliche Details wie Pflasterrinnen und gestalterische Elemente zur Auflockerung der Asphaltflächen sorgen für eine angenehme Atmosphäre und ein hochwertiges Stadtbild. Die Asphaltbänder werden von Pflasterbereichen eingefasst, die sich entlang der vor- und zurückspringenden Gebäudefluchten orientieren. So entsteht ein ruhiges, aber differenziertes Erscheinungsbild, das den Straßenraum strukturiert und den Übergang zwischen privatem und öffentlichem Raum gestalterisch unterstützt.
Städtebauliche Einbindung und VerkehrskonzeptDas Gesamtkonzept stärkt die städtebauliche Rolle des Heiligkreuzorts als Verbindung zwischen dem Parkierungsschwerpunkt Nord, dem Friedrichsplatz und der Oberen Hauptstraße. Prägende Gebäude wie das Heiligkreuz-Münster und das Alte Rathaus werden durch die hochwertige Freiraumgestaltung – insbesondere rund um den neugestalteten, verkehrsfreien Münsterplatz – gestalterisch eingebunden. Ein Verkehrskonzept mit Einbahnregelungen und reduzierten Zufahrten senkt Durchgangs- und Parksuchverkehr und steigert die Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig bleiben Anforderungen wie Winterdienst, Feuerwehrzufahrten und barrierefreie Zugänge gewährleistet.
In der Bruderschaftsgasse wurde zugunsten von innerstädtischen Pflanzflächen das Längsparken auf zwei Stellplätze reduziert. Während entlang des Münsters Parkmöglichkeiten in geringerem Umfang erhalten blieben, wurde auf der gegenüberliegenden Seite zugunsten aktiver Erdgeschossnutzungen darauf verzichtet. Versickerungsfähige Flächen, neue Baumpflanzungen mit Staudenunterpflanzungen und Kleingrünflächen – teils mit möglicher Fassadenbegrünung – tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Die Baumquartiere bestehender Bäume werden durch geöffnete Oberflächen gestärkt. Neue Baumpflanzungen erfolgten nach dem Schwammstadt-Prinzip unter Anwendung des Stockholmer Modells, was die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens erhöht, und eine nachhaltige Stadtentwicklung unterstützt.
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.