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Foto: Hans Münchhalfen
Keltenstraße 777971 Kippenheim
Die Firma gilt als weltweit führender Hersteller von hochwertigen Getrieben und Antriebssystemen für die Automatisierungstechnik. Das neue Werk wurde als energetisch autarkes Gebäude konstruiert und erweitert nun die Produktionskapazitäten auf einer über 7.000 qm großen Nutzungsfläche. Die Planung begann im Mai 2022, knapp ein Jahr später konnte bereits mit den Bauarbeiten begonnen werden. Nach 19 Monaten Bauzeit wurde das Werk 3 am 7. März 2025 feierlich eröffnet und in Betrieb genommen. W&V Architekten haben bereits in den Jahren 2008 / 2013 den Neubau des Werks 2 nebst Erweiterung geplant und umgesetzt. Mit dem Werk 3 ist nun ist ein lichtdurchflutetes Produktionswerk mit zugehörigen Sozial- und Technikräumen entstanden, das sich mit seiner Holzfassade wie eine große Scheune in die ländliche Struktur Kippenheims am Übergang zwischen Gewerbegebiet und Landschaft integriert.
Konzeption, Konstruktion und GrundrissIm Vordergrund der Konzeption standen Aspekte der Gebrauchstauglichkeit sowie Nachhaltigkeit. Die Halle ist als möglichst CO₂-armes Gebäude unter Verwendung nachwachsender Rohstoffe errichtet worden. Charakteristisch sind die Holzfassade aus regionalem Lärchenholz und das Shed-Dach, die großen Fensterflächen und die unbehandelten Oberflächen (Sichtbeton) im Inneren. Die Produktionshalle wurde mit einer offenen Grundriss-Struktur konzipiert, um eine möglichst flexible Anordnung der Maschinen zu gewährleisten, deren Standorte regelmäßig geändert werden. An die Halle angegliedert ist der zweigeschossige Sozialtrakt im Erdgeschoss, darüber befindet sich die Technikzentrale. Beim Umgang mit dem Grundstück wurde darauf geachtet, die versiegelte Fläche so gering wie möglich zu halten. Die Primär-Tragkonstruktion ist als Stahlstruktur mit Stahlstützen und Fachwerkbindern ausgebildet. Die Außenwand besteht aus hoch wärmedämmenden, vorgefertigten Holzrahmenbauwänden mit nachwachsenden Konstruktionshölzern und einer Brandschutz-Innenbekleidung aus unbeschichteten Gipsfaserplatten.
NachhaltigkeitskonzeptDie Firma Neugart gab den Auftrag, das Werk 3 als ein möglichst CO₂-armes, energetisch autarkes Gebäude mit nachwachsenden Rohstoffen zu errichten. Hierfür wurde gemeinsam mit dem Büro TPI ein auf Nachhaltigkeit basiertes haustechnisches Konzept ausgearbeitet und umgesetzt. Geheizt und gekühlt werden die Räume über eine flächendeckend eingebaute Fußbodenheizung sowie Heizkühl-Deckensegel. Wärme und Kälte werden über Wärmepumpen erzeugt, die wiederum gespeist werden von der Photovoltaikanlage auf dem begrünten Dach. Zusätzlich wird die Grundversorgung Wärme/Kälte unterstützt durch die Druckluft-Wärmerückgewinnung. Die Wasserversorgung der WCs erfolgt über Regenwasser, das in einer Zisterne gesammelt wird. 100 Prozent der benötigten Energie stammen aus Ökostrom, ausgenommen ist der Strom für die Produktionsanlagen.
FreiraumkonzeptDer nördliche Teil des Freiraums schließt mit einer Baumreihe aus Obstbäumen an die Kulturlandschaft an. Zudem befindet sich hier eine ungemähte Blühwiese für Insekten und Bienen. Die Bereiche östlich und westlich entlang der Produktionshalle wurden mit Terrassenflächen und Wegeverbindungen parallel zur Fassade ausgestattet. Rasenflächen zwischen den Terrassen sowie den Gehweg säumende Stauden, Sträucher und Gehölzhecken differenzieren das Areal. Im östlichen Bereich ist zudem die Trafostation mit extensivem Gründach verortet. Entlang der Keltenstraße wurde eine Baumreihe gepflanzt. Der südliche Bereich erhält ebenfalls Stauden und Sträucher, außerdem sind hier auch die extensiv begrünten Überdachungen der Fahrradstellplätze verortet.
Gesamteindruck und ZeitbezugDie moderne Produktionshalle wurde so einfach wie möglich und so komplex wie nötig geplant und gestaltet. Entstanden ist eine gebrauchstaugliche Architektur mit bedarfsgerechter Raumkonfiguration für die Produktionsabläufe der Firma Neugart. Die energetisch autarke Konstruktion zeigt dabei beispielhaft, wie Nachhaltigkeit im Industriebau gelingen kann.
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.