Sanierung Dammhaus
Obere Seestraße 2/3
88085 Langenargen
Büro für Baudenkmale, Albrecht Weber, Freier Architekt BDB, Langenargen
Gemeinde Langenargen, vertreten durch Bürgermeister Ole Münder
2023
Das denkmalgeschützte „Dammhäusle“ am Ende des Landungsstegs ist zusammen mit dem Montfortschloss, der Kirche St. Martin und dem Gemeindehafen ein Teil der Langenargener Seeansicht - ein markantes, lieb gewonnenes Wahrzeichen mit hohem Nutzwert. Von Dezember 2022 bis Mai 2023 wurde es mit Mitteln der Gemeinde Langenargen einer dringenden Grundsanierung unterzogen, nachdem zuvor Notsicherungen erforderlich geworden war. Bereits im Jahr 2018 erfolgten Schadenserfassungen und erste Abstimmungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Nach Erarbeitung eines Konzeptes wurde im Dezember 2018 die denkmalschutzrechtliche Genehmigung erteilt.
Das jetzige „Dammhäusle“ wurde im Jahre 1927 anstelle eines Vorgängerbaus (vermutlich 1904-1926) als Holzbau errichtet. Als witterungsschützender Wartebereich für die Passagiere der Bodenseepersonenschifffahrt, verfügt es über innen und außen umlaufende Sitzbänke unter einem großen, flachen Walmdach. Eine ursprüngliche Lasur der Holzoberfläche ab 1927 erwies sich bald als wenig witterungsbeständig, weshalb nach wenigen Jahren ein deckender Ölanstrich innen und außen aufgebracht wurde. Dieser historische Grünton mit diversen gliedernden weißen Absetzungen wurde mit Zustimmung des Landesdenkmalamtes als zweite historische Farbfassung im Frühjahr 2023 rekonstruiert. Bedenkt man, wie vielen Seestürmen das „Häusle“ an dieser exponierten Stelle einen Widerstand geleistet hat, ist man beeindruckt von der vorgefundenen, verformungsfreien Holztragkonstruktion. Diese wird nach einer fachgerechten Instandsetzung und einer denkmalgerechten Restaurierung viele weitere Generationen erfreuen.
Der frisch restaurierte innere Schutzraum wird gemäß seiner bauzeitlichen Funktion, zum Beispiel während der Anwesenheit des Anlegepersonals, der Öffentlichkeit wieder vermehrt zugänglich sein. Insgesamt beeindruckt auch das innere Raumerlebnis der späten 1920er Jahre - eine revitalisierte Bereicherung der Baukultur des Ortes. Zudem bietet der Schutzraum in Zeiten des Klimawandels, insbesondere älteren Besuchern, wieder einen willkommenen Rückzugsbereich bei Extremwetterereignissen (zum Bespiel Hitze oder hohe Sonnenstrahlung).
