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Foto: Justin Vogel
Siedlungsstraße 376297 Stutensee
Transformation mit Haltung – ein Siedlungshaus wird zukunftsfähig
Das Projekt zeigt, wie aus einem einfachen Siedlungshaus aus den 1930er-Jahren ein zukunftsfähiger, ökologischer und sozial erweiterter Wohnraum entstehen kann – mit Respekt vor dem Bestand und einer klaren architektonischen Haltung.Ein nur fünf Meter langer Anbau schafft nicht nur zusätzlichen Raum, sondern setzt ein bewusstes architektonisches Zeichen. Die neue Baukörperform nimmt die bestehende Kubatur auf und fügt sich selbstverständlich in die giebelständige Nachbarschaft ein. Aus einem Einfamilienhaus entstehen zwei eigenständige, Wohnungen mit optimierten und zeitgemäßen Grundrissen – ein Beitrag zur qualitätsvollen Nachverdichtung im Bestand.
Die Sanierung folgt dem Prinzip der Ressourcenschonung. Historische Bauteile wie die Holzbalkendecke mit Lehm-Strohwickeln und Sandfüllung bleiben erhalten und werden schallschutztechnisch ertüchtigt. Statt radikaler Eingriffe wird mit architektonischem Fingerspitzengefühl gearbeitet – gestalterisch wie wirtschaftlich. Die neue Gaube im Dachgeschoss transformiert einen kleinen Raum in eine helle Wohnküche und verbessert gleichzeitig den Schallschutz. Der bisher ungenutzte Dachraum bietet Platz für Homeoffice Arbeitsplätze und wird im Anbau durch eine Empore erweitert.Ein zentrales Element ist das nachhaltige Materialkonzept. Der Anbau besteht aus Brettsperrholz mit sichtbaren Oberflächen – das schafft eine warme Atmosphäre und spart durch den Verzicht auf zusätzliche Ausbauten wertvolle Ressourcen. Die beim Ausschneiden der Fensteröffnungen entstandenen Holzreste werden nicht entsorgt, sondern zu Treppenstufen weiterverarbeitet – ein kleines, aber starkes Zeichen für den bewussten Umgang mit vorhandenem Material. Holzweichfaserplatten, Zellulosedämmung, Lehmputze und gepresste Strohplatten als Trockenbauwand runden das ökologische Gesamtkonzept ab.Auch die Fensterplanung zeugt von Sorgfalt und Respekt gegenüber dem Bestand: Bestehende Öffnungen werden nur minimal erweitert, um die originalen Fensterstürze zu erhalten. So bleibt der Charakter des Hauses spürbar – und die Planung wirtschaftlich klug.
Der Blick geht über das Projekt hinaus: Die angrenzende Scheune bietet Potenzial für zukünftigen Wohnraum in einem gemeinschaftlichen Kontext. Die Vision eines Wohnhofs, entwickelt in enger Abstimmung mit der Nachbarschaft, zeigt, wie Architektur über die Grenzen des Einzelobjekts hinaus, wirken kann – sozial, ökologisch und nachhaltig.Die Transformation des Siedlungshauses steht exemplarisch für eine Architektur, die mit Respekt vor dem Bestehenden und einem klaren Blick in die Zukunft gestaltet wird. Sie zeigt, wie aus einem kleinen Eingriff ein großer Impuls für nachhaltiges, ressourcenschonendes und sozial erweitertes Bauen entstehen kann – lokal verankert, ökologisch durchdacht und zukunftsfähig.
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.