Sporthalle – General-Dr.-Speidel-Kaserne
Eichelberg 1
76646 Bruchsal
Staatliches Hochbauamt Karlsruhe (LPH 1-4) | Stiess Windbiel Architekten PartGmbB, Karlsruhe (LPH 5-8)
Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Verteidigung, vertreten durch die Oberfinanzdirektion Karlsruhe, Abteilung Bundesbau Baden-Württemberg, Betriebsleitung, vertreten durch das Hochbauamt Karlsruhe
2020
In der General-Dr.-Speidel-Kaserne musste für den Hallensport bisher eine Mehrzweckhalle genutzt werden. Aufgrund der niedrigen Raumhöhe und des sanierungsbedürftigen Sportbodens war sie für die dauerhafte sportliche Nutzung, vor allem für Wettkämpfe, nur bedingt geeignet. Ein Neubau nach aktuellem Standard unter Berücksichtigung der einheitlichen Infrastrukturforderung der Bundeswehr ermöglicht nun eine angemessene Sportausbildung der Soldatinnen und Soldaten. Optimale Trainingsbedingungen fördern die physische und psychische Leistungsfähigkeit für die militärischen Aufgaben und auch die Bereitschaft, außerhalb des Dienstes regelmäßig Sport zu treiben.
Die neue Sporthalle mit Beachvolleyballanlage und Fahrradabstellplätzen wurde als Mittler zwischen Unterkunftsbereich und vorhandenen Sportanlagen, Auftakt und Verteiler für den Sportbereich und neues Zentrum innerhalb der Sportanlagen in der Liegenschaft konzipiert. Der aus zwei unterschiedlich hohen Volumen bestehende Baukörper schmiegt sich mit der Nord-West-Ecke in den bestehenden Hangbereich ein. Dadurch reduziert sich die optische Wirkung der schieren Baumasse im Gelände. Das Gebäude wird von Süden her ebenerdig über den Eingangsvorplatz erschlossen. Ein trichterförmiger Einschnitt in den Nebentrakt markiert den Eingangsbereich, der auch den Außengeräteraum erschließt.
Das Raumprogramm des Neubaus umfasst eine Zweifeldhalle mit den Abmessungen von 22 x 44 Metern sowie im Nebentrakt einen Konditionsraum, Umkleide- und Waschräume mit WC-Anlagen, Geräteräume und von außen zugängliche Technikräume. Gemäß der Rahmenrichtlinie zur Berücksichtigung der besonderen Anforderungen schwer behinderter Menschen in der Bundeswehr wurde die Sporthalle barrierefrei errichtet, einschließlich eines behindertengerechten Umkleide- und Sanitärraums. Sämtliche sanitären Anlagen der Sporthalle stehen auch den Sporttreibenden der vorhandenen Sportanlagen zur Verfügung.
Das Gebäude ist als hochwärmegedämmter Stahlbetonbau mit Stahlbetondecken im Nebentrakt und einem Stahldachtragwerk im Hallenbereich ausgeführt. Die geschlossenen Fassadenflächen sind mit hinterlüfteten, vertikal gerichteten und profilierten Holzlatten aus Weißtanne verkleidet. Die oberhalb der Prallwände angeordneten Glasflächen in Pfosten-Riegel-Konstruktion gewährleisten in Kombination mit einem automatisch gesteuerten Sonnenschutz eine sehr gute, gleichmäßige und blendfreie Belichtung der Sporthalle. Durch die Glasflächen nach Süden wird passive Sonnenenergie genutzt und somit der Jahres-Heizwärmebedarf reduziert. Die Belüftung der Halle und Sanitärräume erfolgt über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Beheizt wird die Halle mittels Deckenstrahlheizplatten mit integrierter LED-Beleuchtung. Die auf dem Flachdach installierte Photovoltaikanlage ermöglicht es zusammen mit den vorgenannten Maßnahmen, die Anforderungen der EnEV um 30% zu unterschreiten und die Vorgaben zur energetische Vorbildfunktion von Bundesbauten umzusetzen.
