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Informationen für private und gewerbliche Bauherrinnen und Bauherren, Städte und Kommunen.
Foto: Martin Rudau
Beim Runden Plom 776275 Ettlingen
Konzeption, Funktion und AngemessenheitDas vorliegende Gebäudekonzept basiert auf einer klaren funktionalen Ordnung, die sämtliche betrieblichen Abläufe des Werkhofs effizient und sicher organisiert. Im Mittelpunkt steht eine zentrale Hangarstruktur, welche die Unterbringung aller Fahrzeuge ermöglicht. Durch ein durchdachtes Einbahnkonzept wird eine reibungslose und sichere Verkehrsführung innerhalb des Geländes gewährleistet. Die Funktionsräume sowie die Verwaltungsbereiche sind über eine wettergeschützte, direkte Verbindung miteinander verknüpft, wodurch kurze Wege und ein optimierter Betriebsablauf entstehen.Sowohl Materialwahl als auch räumliche Organisation orientieren sich an dauerhafter Funktionalität und einfacher Wartbarkeit. Der Entwurf setzt auf robuste und wartungsarme Materialien, um langfristig stabile Betriebsbedingungen sicherzustellen. Dabei ist die Gestaltung auf das Wesentliche reduziert und folgt einem klaren, funktionalen Ausdruck. Die Konstruktion und Formensprache lassen die Funktionalität des Gebäudes sichtbar werden, was dem gesamten Ensemble eine sachliche, zugleich aber hochwertige architektonische Haltung verleiht.
Städtebauliche und landschaftliche EinbindungDie kompakte und klar gegliederte Baukörperstruktur ermöglicht eine optimale Flächenausnutzung bei gleichzeitig maßvoller Eingliederung in die Umgebung. Durch die maßstäbliche Höhenentwicklung wirkt die Anlage zurückhaltend und fügt sich harmonisch in den Landschaftsraum ein. Die gute Verkehrsanbindung in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A5 und die Möglichkeit der Durchfahrt der Fahrzeuge gewährleisten einen reibungslosen Betriebsablauf. Zugleich wird auf die angrenzenden Nutzungen Rücksicht genommen, sodass keine Beeinträchtigung des Umfelds entsteht.Die Freiraumgestaltung folgt einer funktionalen Gliederung: strukturierte Außenflächen schaffen klare Zuordnungen und unterstützen die effiziente Nutzung der Anlage. Durch die gezielte Platzierung der Baukörper entstehen funktionsbezogene Außenräume, die Arbeitsabläufe im Freien unterstützen und gleichzeitig einen geordneten Gesamteindruck vermitteln.
Äußere Gestalt und InnenraumgestaltungDie Architektur zeichnet sich durch eine reduzierte, funktionale Formensprache aus, die Klarheit und Zweckmäßigkeit betont. Ein sichtbares Holztragwerk strukturiert den Innenraum und verleiht ihm eine warme, natürliche Atmosphäre. Helle Innenräume schaffen ein angenehmes Arbeitsumfeld und fördern die Orientierung. Die Gestaltung ist durchgehend auf Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit ausgerichtet, wobei alle Elemente eine klare Funktion erfüllen.Das Zusammenspiel von Holz, Beton und Metall bildet eine robuste, aber zugleich ästhetisch ansprechende Materialkomposition. Während die Verwaltung durch eine Holzlamellenfassade geprägt ist, betonen die Metallsandwichpaneele der Fahrzeughalle und die sägerauen Holzlamellen der Salzhalle den funktionalen Charakter des Ensembles.
Konstruktion, Technik und AusführungDie Tragstruktur ist als Holz-Beton-Hybridkonstruktion ausgeführt und verbindet Ressourcenschonung mit hoher Leistungsfähigkeit. Die Oberflächen sind robust und wartungsarm gestaltet, um den intensiven Betriebsbedingungen dauerhaft standzuhalten. Technische Installationen sind funktional integriert, ohne gestalterisch in den Vordergrund zu treten. Die Detaillösungen orientieren sich an Langlebigkeit, Wirtschaftlichkeit und einfacher Reparaturfähigkeit.Die Bauweise der Verwaltung erfolgt in Holztafelbauweise mit Holzfaserdämmung und Brettstapeldecken, ergänzt durch eine hinterlüftete Holzlamellenfassade und eine extensive Dachbegrünung. Der Werkstatt- und Fahrzeugbereich nutzt Holzleimbinder in Kombination mit Stahlbetonstützen, während die Salzhalle mit Brettschichtholzbinder und sägerauen Lärchenlamellen eine robuste, zugleich natürliche Wirkung erzielt.
Energie- und NachhaltigkeitskonzeptDas Energiekonzept setzt auf eine zentrale Pelletsheizung als regenerative Wärmequelle, wodurch ein CO₂-neutraler Betrieb gewährleistet ist. Auf den Dächern von Fahrzeug- und Salzhalle sind Photovoltaikanlagen installiert, die durch ihre Ost-West-Ausrichtung eine gleichmäßige Stromproduktion über den Tagesverlauf ermöglichen. Der Werkstatt- und Lagerbereich ist thermisch getrennt und bedarfsgerecht beheizt, während die Fahrzeughalle lediglich frostfrei temperiert wird.Nachhaltigkeit steht im Zentrum des Konzepts: Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe wie Holz wird mit langlebigen Materialien kombiniert, um den Ressourcenverbrauch zu minimieren. Die Bauweise reduziert Betriebs- und Instandhaltungsmaßnahmen und trägt so langfristig zur Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit bei.
Barrierefreiheit und KlimaresilienzDie gesamte Anlage ist barrierefrei konzipiert. Der eingeschossige Verwaltungsbau sowie behindertengerechte Sanitäranlagen gewährleisten uneingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten für alle Personen. Stellplätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind direkt am Eingang vorgesehen.Zur Anpassung an den Klimawandel wurden vielfältige Maßnahmen umgesetzt: Begrünte Dachflächen, baulicher Wärmeschutz durch die Nordausrichtung der Verwaltung, natürliche Lüftung über Querlüftung und Nachtauskühlung sowie Entsiegelung und Begrünung von Parkflächen tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Zudem sorgen Retentionsflächen und Muldenrigolensysteme für eine kontrollierte Regenwasserbewirtschaftung. Die flexible Gebäudestruktur ermöglicht schnelle Reparaturen und Anpassungen an zukünftige Anforderungen.
Gesamteindruck und ZeitbezugDas Bauwerk vermittelt eine klare, sachliche Architektursprache, die Funktionalität sichtbar macht und gleichzeitig ein zukunftsorientiertes, nachhaltiges Selbstverständnis kommunaler Bauaufgaben ausdrückt. Die Kombination aus Holz, Beton und Metall verleiht der Anlage eine zeitgemäße und langlebige Anmutung. Das Gesamtkonzept steht für Effizienz, Dauerhaftigkeit und Zukunftsfähigkeit – ein Beispiel für verantwortungsvolles Bauen im öffentlichen Sektor, das Funktionalität, Nachhaltigkeit und architektonische Qualität in Einklang bringt.
Aktuelle Ergebnisse, die Prämierungen aus den letzten beiden Jahren sowie die ausgelobten Verfahren in diesem Jahr inklusive Tipps zur Teilnahme finden Sie hier.